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Neue Solidarität
Nr. 14, 3. April 2025

„Enthauptungsschlag“ gegen den Iran wäre
das Ende von Trumps Friedensambitionen

Von Dennis Small und Alexander Hartmann

In Washington werden die Forderungen an die Trump-Regierung immer lauter, die Luftangriffe der USA gegen die Huthis im Jemen als Auftakt und Übung für einen „Enthauptungsschlag“ gegen den Iran zu nutzen. Der Nationale Sicherheitsberater Mike Waltz drohte am 23. März, wenn der Iran nicht seine Außenpolitik ändere und sein Atomprogramm vollständig aufgibt, werde das „Konsequenzen haben“. Berichten zufolge versucht der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu der Trump-Administration einzureden, man könne den Iran auch ohne einen ausgewachsenen Krieg „enthaupten“, so wie die israelische Armee die Hisbollah enthauptet habe und die Assad-Regierung in Syrien gestürzt wurde.

Das ist Wahnsinn – atomarer Wahnsinn.

Der US-Flugzeugträger USS Carl Vinson ist auf dem Weg nach Südwestasien. Zwei weitere Flugzeugträger, die USS Nimitz und die USS Gerald R. Ford, bereiten sich auf einen Einsatz vor, dessen Ziel noch nicht bekanntgegeben wurde. Gleichzeitig gibt es glaubwürdige Medienberichte, wonach die USA gerade fünf bis sieben B-2-Tarnkappenbomber von der Luftwaffenbasis Whiteman in Missouri auf die Insel Diego Garcia im Indischen Ozean verlegt haben, zusammen mit Tankflugzeugen. Militärexperten weisen darauf hin, daß es sich hier um eine sehr große, höchst ungewöhnliche Verlegung handelt, die offenbar mit einer bevorstehenden Militäroperation in Verbindung steht.

Dabei hatte sich Präsident Trump selbst eigentlich klar ausgedrückt: „Wir glauben, daß es nicht die Aufgabe des US-Militärs ist, endlose Regimewechselkriege auf der ganzen Welt zu führen – sinnlose Kriege.“ Das war in einer Rede im Mai 2024. Trump hatte Recht, und er sollte sich heute daran erinnern.

Helga Zepp-LaRouche kommentierte die Entwicklungen in ihrem Live-Dialog am 26. März:

Alastair Crooke, ein ehemaliger britischer Diplomat und Geheimdienstmitarbeiter mit jahrzehntelanger Erfahrung im Nahen Osten, trat am 24. März in der beliebten Sendung Judging Freedom des pensionierten US-Richters Napolitano auf und warnte die Verantwortlichen in Washington unverblümt: Wenn die USA den Iran angreifen, würde das jede Aussicht darauf zunichte machen, die Beziehungen zu Rußland wiederherzustellen und den Ukraine-Konflikt zu beenden. Die politische Klasse Rußlands mißtraue den USA bereits zutiefst. Wenn die USA jetzt den Iran angreifen würden, werde man das dort als ein Zeichen dafür verstehen, daß die Amerikaner „nicht vertragsfähig sind“, und es werde jede Möglichkeit zunichte machen, Vertrauen zwischen den beiden Supermächten aufzubauen.

Ein Angriff auf den Iran würde somit nicht nur den gesamten Nahen Osten in die Luft jagen, sondern auch die wichtigen Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und Rußland zerstören, die nicht nur der Ukraine Frieden bringen könnten.

Damit würde die Tür zu einer neuen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur in der Region und weltweit, die dringend nötig ist, zugeschlagen.

Crooke vermutet, daß die US-Bombenangriffe auf die Huthis im Jemen eine Vorbereitung für einen Enthauptungsschlag gegen den Iran sind. In Washington sei man davon überzeugt, daß Israels Ausschaltung der Hisbollah-Führung als Modell für die Lösung des Iran-Problems dienen könnte. Man müßte nicht umständlich Irans Öl-, Gas- und Atomanlagen zerstören, um die Regierung zu stürzen, sondern wenn man mit gezielten Angriffen die Staatsführung ausschaltet, würde das iranische Volk sich erheben und eine von den USA und Israel eingesetzte neue Staatsführung begrüßen, so wie bei der Machtergreifung der Haiʾat Tahrir asch-Scham (HTS) in Syrien. Diese Annahme sei in Washington weit verbreitet, tatsächlich sei es reines Wunschdenken.

Das gehe einher mit der inzwischen auch in Washington populären israelischen Linie, daß Irans Verteidigung so schwach ist wie seit 1979 nicht mehr, weil Israel die Luftabwehr ausgeschaltet und Syrien, Jemen und Libanon erfolgreich angegriffen hat. Crooke erinnerte daran, daß der Nationale Sicherheitsberater Mike Waltz diese völlig falsche Einschätzung gerade in Fernsehtalkshows wiederholt hatte.

Israels Regierung brauche den Krieg gegen den Iran dringend, um die Unterstützung der eigenen Bevölkerung zurückzugewinnen, so Crooke. Es sei äußerst besorgniserregend, daß eine israelische Delegation – mit dem Minister für strategische Angelegenheiten Ron Dermer, dem Nationalen Sicherheitsberater Tzachi Hanegby sowie Vertretern der Atomenergiebehörde – zu strategischen Konsultationen in Washington eingetroffen ist, um die Trump-Regierung davon zu überzeugen, daß man dem Iran keine Zeit mehr geben darf und die Entscheidung für einen Angriff noch in diesem Frühjahr fallen muß.

Crooke betonte auch, Rußland könne hier nicht untätig bleiben und den Iran im Stich lassen. Nicht etwa, weil Iran und Rußland kürzlich einen Handels- und Freundschaftsvertrag geschlossen haben, sondern weil der Iran im Zentrum des Internationalen Nord-Süd-Handelskorridors (INSTC) liegt – für Rußland der wichtigste Handelskorridor der Zukunft – und ebenso im Zentrum des Ost-West-Korridors durch Zentralasien. Die Verteidigung des Iran sei deshalb für Rußlands eigene wirtschaftliche Interessen von entscheidender Bedeutung.

Die britische Rolle

Wer hat ein Interesse daran, die vielversprechenden Verhandlungen zwischen Trump und Putin zum Scheitern zu bringen? Die Briten – wen wundert es! Die Briten tun alles in ihrer Macht stehende, um Frieden in der Ukraine zu verhindern und um ihr finanzielles und politisches Empire weltweit aufrechtzuerhalten.

Man erinnere sich an den fatalen Bericht des britischen Oberhauses vom 18. Dezember 2018 mit dem Titel „Britische Außenpolitik in einer sich wandelnden Welt“. Darin erklärten die Lords, Präsident Donald Trump – damals in seiner ersten Amtszeit - sei ihr größtes Problem auf der Welt und sein Sturz sei für ihre Interessen von entscheidender Bedeutung. Eine zweite Amtszeit Trumps müsse um jeden Preis vermieden werden, um die anglo-amerikanische „Sonderbeziehung“ zu bewahren, durch die sie die Welt weiterhin regieren wollten:

Was steckt hinter „Signalgate“?

Vor diesem Hintergrund ist der „Signalgate“-Skandal zu betrachten, der aus dem Nichts auf der politischen Bühne auftauchte und wie eine Bombe einschlug. Was immer über die Hintergründe noch herauskommen mag, einige grundlegende Fakten sind bekannt:

Das britische Establishment hat in einem Artikel im Londoner Economist vom 26. März deutlich gemacht, wie das Ergebnis von „Signalgate“ ihrer Meinung nach aussehen sollte. Darin werden zwei namentlich nicht genannte US-Verteidigungsbeamte zitiert, die über Trumps Team sagen: „Sie bringen Menschen in Gefahr. Hätte einer von uns dasselbe getan, wäre im besten Fall unsere Karriere vorbei und im schlimmsten Fall müßten wir mit einer Gefängnisstrafe rechnen.“

Die Amerikaner sollten nicht in diese britische Falle tappen. Die tragfähige alternative Politik, die von den Briten so gefürchtet wird, besteht darin, den Aufbau einer neuen internationalen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur voranzutreiben, an der die USA, Rußland, China und die Nationen des Globalen Südens beteiligt sind.

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