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Neue Solidarität
Nr. 43, 22. Oktober 2020

Eine Frage von Leben und Tod

Aufruf zu einer internationalen Mobilisierung von Nahrungsressourcen, um eine Hungersnot in Afrika zu verhindern

Mein Name ist Ramasimong Phillip Tsokolibane. Ich leite die LaRouche-Bewegung in Südafrika. Aber ich verbreite diesen dringenden Appell nicht als Bürger meines Landes, sondern als Sprecher all jener, die jetzt oder demnächst in Afrika verhungern werden und niemanden haben, der in ihrem Namen sprechen kann.

Gegenwärtig hungern viele Millionen meiner afrikanischen Landsleute. Sie verhungern aufgrund der absichtlich erzwungenen Unterentwicklung meines Kontinents – verstärkt durch die neokoloniale Macht des Britischen Empire in der City of London und der Wall Street, und jetzt noch weiter verstärkt durch die globale Pandemie, durch Heuschreckenplagen und andere Naturkatastrophen, die die Nahrungsmittelproduktion auf dem Kontinent beeinträchtigen. In der Fachsprache ausgedrückt, leiden sie unter „Akuter Ernährungsunsicherheit Phase 4: Ernstfall“ – nur noch eine Stufe entfernt von „Phase 5: Hungersnot“. Läßt man die höfliche Formulierung beiseite, verhungern sie bereits, während Millionen weitere Menschen ebenfalls verhungern werden, wenn ihnen nicht rasch Nahrungsmittel zur Verfügung gestellt werden.

„Die Menschheit steht vor der größten Krise, die wir je gesehen haben. Es ist an der Zeit, daß diejenigen, die am meisten haben, aufstehen und denen helfen, die am wenigsten haben.“ Diese Warnung kam am 17. September von David Beasley, dem Exekutivdirektor des UN-Welternährungsprogramms (WFP). Er schrieb, daß heute 30 Millionen Menschen vom Hungertod bedroht sind. Die meisten von ihnen leben in Afrika.

Ich möchte betonen, daß dies keine Situation der Zukunft ist, sondern bereits geschieht. Und wenn nicht bald etwas getan wird, werden in den nächsten Wochen und Monaten Millionen und Abermillionen von Menschen sterben, wie David Beasley warnte. Er hatte sich bereits im April an den UN-Sicherheitsrat gewandt und davor gewarnt, daß jeden Tag 300.000 Menschen sterben könnten.

Verschiedene Wohltätigkeitsorganisationen und andere Organisationen haben zwar die Alarmglocken geläutet und zu Geldspenden aufgerufen, doch wenn wir Leben retten wollen, geht es darum, so schnell wie möglich riesige Mengen an Nahrungsmitteln für hungernde und verhungernde Menschen bereitzustellen. Angesichts des Zustands der Infrastruktur auf dem Kontinent und der Tatsache, daß ein Großteil der hungernden Menschen in abgelegenen, ländlichen Gebieten leben, übersteigt die Verteilung der notwendigen Nahrungsmittel bei weitem die Möglichkeiten einzelner Regierungen und Hilfsorganisationen.

Ich glaube, daß wir die logistischen Kapazitäten der fähigsten Streitkräfte der Welt mobilisieren und eine Strategie entwickeln müssen, um Nahrungsmittel aus Ländern wie den Vereinigten Staaten und Kanada direkt zu denjenigen zu bringen, die sie benötigen. Mögen Verbündete wie Gegner bei dieser größten aller humanitären Anstrengungen ihre Kräfte vereinen. In seiner jüngsten Enzyklika Fratelli Tutti (Über die Geschwisterlichkeit und die soziale Freundschaft) schrieb Papst Franziskus, die Menschheit müsse endlich die Vorstellung aufgeben, daß Krieg gerechtfertigt sei – jede Art von Krieg, der Menschenleben fordert. Doch dies ist ein Krieg – oder genauer gesagt, ein internationaler Kampf – um das Heiligste von allem, das menschliche Leben, zu retten.

Ich appelliere an den amerikanischen Präsidenten Donald Trump: Nehmen Sie die Herausforderung an. Beauftragen Sie Amerikas Farmer damit, Nahrungsmittel für die Hungernden zu produzieren, und setzen Sie gleichzeitig die enormen Ressourcen des US-Militärs für diese Mission der Barmherzigkeit ein, damit alle, die auf meinem Kontinent Nahrung brauchen, diese auch bekommen. Tun Sie dies im Geiste Ihrer Frau, der gütigen First Lady Melania, die sich bei ihrem Besuch auf dem Kontinent im Oktober 2018 verpflichtet hat, Afrika und insbesondere seinen Kindern auf jede erdenkliche Weise zu helfen. Unternehmen Sie sofort alle notwendigen Schritte, damit dies geschehen kann.

All dies sollte Anlaß genug sein, das internationale Gipfeltreffen der Großmächte einzuberufen, zu dem Helga Zepp-LaRouche, die großartige Vorsitzende des Schiller-Instituts, aufgerufen hat.

Wir können Leben retten, aber dazu bedarf es einer internationalen Anstrengung. Die USA haben das schon einmal getan. Ich erinnere mich an die großen Anstrengungen, die unternommen wurden, um die hungernden Menschen in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg mit Lebensmitteln zu versorgen, was eine Mobilisierung des edlen amerikanischen Volkes ermöglichte, das CARE-Pakete und Lebensmittel verschickte.

Meine afrikanischen Schwestern und Brüder können gerettet werden, wenn der Wille dafür vorhanden ist. Menschen müssen sich im Geiste der Caritas (agapē) begegnen und sich über ihre kleinlichen Differenzen erheben, um etwas Gutes und Großes zu tun.

13. Oktober 2020