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Neue Solidarität
Nr. 43, 22. Oktober 2020

„Die bestehenden Axiome haben sich als katastrophaler Fehlschlag erwiesen“

Zu Beginn des dritten Abschnitts der Internetkonferenz des Schiller-Instituts am 6. September wurden Ausschnitte aus einer Rede gezeigt, die Lyndon LaRouche 2002 bei einem Besuch in Sao Paulo in Brasilien gehalten hat.

Die Zeremonie im Stadtrat [von Sao Paulo, bei der Lyndon LaRouche zum Ehrenbürger der Stadt ernannt wurde,] war nur eines von mehreren Treffen, die Lyndon und Helga LaRouche im Laufe ihres einwöchigen Besuchs in Brasilien abhielten. Der Aufenthalt begann mit einem außergewöhnlichen Dialog bei einer Konferenz im Auditorium des lateinamerikanischen Parlaments, der von der Vereinigung der Absolventen der angesehenen brasilianischen Militärhochschule, Sao Paulo ADESG, veranstaltet wurde. Dort sagte LaRouche:

„Wir sind jetzt an einem Punkt angelangt, an dem sich die bestehenden Definitionen, Axiome und Postulate des Systems, das in den letzten 35 Jahren zunehmend die ganze Welt übernommen hat, als katastrophaler Fehlschlag erwiesen haben. Und aus Gründen, die ich nennen möchte, sind wir jetzt an dem Punkt angelangt, an dem wir nicht erwarten können, daß dieses System in seiner jetzigen Form länger als ein paar Monate Bestand haben wird. Vielleicht dauert es nicht einmal mehr eine Woche. Aber wir sprechen von einigen Monaten als der äußersten Möglichkeit für den Fortbestand des gegenwärtigen Weltsystems, und das betrifft die Vereinigten Staaten wie jedes andere Land der Welt...

Was ist die Lösung? Wie ich eingangs sagte, ist das Problem heute die Realitätsverleugnung. Die Menschen haben Angst. Sie fürchten sich vor der Macht. Sie haben Angst vor der Macht des IWF. Sie haben Angst vor der Macht der Vereinigten Staaten. Und deshalb, so sagen sie, müssen wir nach den allgemein anerkannten Regeln spielen, die unter den Nationen des IWF und den Vereinigten Staaten gelten. Wenn man also versucht, ein Problem zu lösen, sagt man: ,Wir müssen eine Lösung im Rahmen der Regeln finden! Man kann die Regeln nicht verletzen. Ihr müßt eine Alternative im Rahmen der Regeln finden.’ Aber wie ich Ihnen schon angedeutet habe: Es gibt keine Lösungen im Rahmen der Regeln!

Das war ein langfristiger Prozeß des Niedergangs der Kultur und der Wirtschaft. Es gibt in der Politik keine Führungspersönlichkeiten mehr, wie es sie vor 20 Jahren oder früher gegeben hat. Die Leute, die aus unseren Universitäten kommen, haben nicht mehr die Kompetenz der Leute, die vor einer Generation aus den Universitäten kamen. Wir befinden uns in einer dekadenten Kultur, in einem dekadenten System, das uns kaputtmacht! Und Sie werden keine Lösungen in einem System finden, das gezeigt hat, daß die Definitionen, Axiome und Postulate des Systems es kaputt machen! Dennoch sagen die Leute: ,Aber ihr müßt euch an die Regeln halten!’ Was sind die Regeln? Die Regeln sind genau die Axiome, die Definitionen, die Postulate, die uns kaputt gemacht haben!

Warum können wir die Regeln nicht ändern? Sind wir keine menschlichen Wesen? Vertreten wir nicht Nationen? Lesen Sie nach, Sie finden es im ersten Kapitel der Genesis: Sind Mann und Frau nicht nach dem Bild des Schöpfers des Universums gleich geschaffen und mit diesen Kräften ausgestattet? Haben wir nicht die Autorität, die über alles auf diesem Planeten steht, die Regeln zu ändern? Wir haben diese Macht. Das ist es, was Souveränität bedeutet. Souveränität bedeutet die Macht, die Regeln aufzustellen, mit denen wir überleben können. Das bedeutet nicht, daß wir einfach Regeln machen können, wie wir wollen. Es bedeutet, daß wir Verantwortung und Kompetenz haben müssen; aber wir haben das Recht, uns darüber zu beraten.“