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Neue Solidarität
Nr. 17, 26. April 2018

Die „Weißhelme“ sind Teil des britischen Propaganda-Netzwerks

Die Berichte über einen angeblichen Giftgasangriff in Duma/Syrien stammen von den sog. „Weißhelmen“. Sie sind britischen Ursprungs und werden u.a. von USAID finanziert.

Ein kleiner Vorteil der wachsenden weltpolitischen Spannungen der jüngsten Zeit ist, daß die schmutzigen Machenschaften der Regierung und Geheimdienste Ihrer Majestät wenigstens zum Teil aufgedeckt wurden. So kam trotz mehrerer Schichten der Vertuschung letztendlich die Rolle des britischen MI-6 beim berüchtigten Russiagate-Skandal in den USA ans Licht, indem bekannt wurde, daß der „ehemalige“ MI6-Agent Christopher Steele mit Rückendeckung des früheren MI6-Chefs Richard Dearlove und anderen Verbindungen das „Schmuddeldossier“ gegen Präsident Trump verfaßt und benutzt hatte. Mitte März folgte dann die Behauptung höchster britischer Regierungsvertreter, allen voran Premierministerin Theresa May und Außenminister Boris Johnson, „die Russen“ hätten versucht, den russischen Ex-Spion Sergej Skripal und dessen Tochter in Salisbury zu vergiften. Dies fiel in sich zusammen, als die britischen Chemiewaffenexperten in Porton Down erklärten, eine Herkunft des Giftes aus Rußland sei nicht nachweisbar. Unmittelbar darauf folgten die Behauptungen britischer Geheimdienstnetzwerke über einen angeblichen Giftgasangriff in Syrien. Die ursprünglichen Berichte über den angeblichen Giftgas-Angriff auf Ghouta kamen alle von den „Weißhelmen“, einem Netzwerk in Syrien, das verschiedene Rebellengruppen unterstützt und den Westen drängt, die Regierung Assad zu stürzen.

Noch am 12. April erklärte US-Verteidigungsminister James Mattis vor dem Kongreß, das Pentagon habe noch keine eindeutigen Erkenntnisse über den angeblichen Giftgasangriff auf den Damaszener Vorort Duma am 7. April. Gerade waren Inspektoren der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) in Damaskus eingetroffen und bereiteten sich darauf vor, den Ort zu untersuchen, als britische, französische und US-Streitkräfte am frühen Morgen des 14. April drei staatliche syrische Einrichtungen mit Raketen angriffen.

Zwei Tage später, am 16. April, erklärte der russische Gesandte bei der OPCW, Alexander Schulgin, vor dem Exekutivausschuß dieser Organisation, Rußland habe unwiderlegbare Beweise dafür, daß in Duma am 7. April kein Giftgasangriff durchgeführt wurde und daß „all das eine geplante Provokation der britischen Geheimdienste war, mit Beteiligung ihrer hohen Verbündeten aus Washington und mit dem Ziel, die internationale Gemeinschaft irrezuführen und eine Aggression gegen Syrien zu rechtfertigen.“ Unmittelbar ausgeführt worden sei diese Provokation durch die pseudo-humanitären NGOs, sagte er, darunter „die berüchtigten ,Weißhelme’, die einige Delegationen so gerne loben“.

Auch der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Gen. Igor Konaschenko, sprach am 13. April von einer „direkten Beteiligung Großbritanniens“ an der Organisation der Provokation in Ostghouta. „Wir wissen mit Sicherheit, daß die sogenannten Weißhelme zwischen dem 3. und 6. April unter starkem Druck aus London standen, die Provokation, die sie vorbereiteten, zu beschleunigen.“ Man habe den Weißhelmen gesagt, die Gruppe Dschaisch Al-Islam plane einen Artilleriebeschuß auf Damaskus, und sie sollten diese Provokation nach syrischen Vergeltungsschlägen arrangieren.

Die Weißhelme sind Teil eines von der britischen Regierung geschaffenen und geleiteten Propagandaapparats, der zwischen Außen-, Innen- und Verteidigungsministerium sowie dem Büro der Premierministerin koordiniert wird. Nach Angaben von Regierungswebseiten und verschiedenen Journalistenrecherchen wurden sie im März 2013 von dem früheren britischen Armeeoffizier James Le Mesurier gegründet. Im November 2014 organisierte Le Mesurier dann eine weitere britische Tarnorganisation, Mayday Rescue. Diese Organisation, mit Sitz in Istanbul sowie Büros in Großbritannien und Jordanien, verfügt über ein Jahresbudget von 35 Mio.$ für Propaganda zur Unterstützung von Rebellengruppen, die Präsident Assads Regierung in Damaskus stürzen wollen.

Das Geld kommt von der US-Behörde USAID1, die dem US-Außenministerium untersteht, und vom britischen Conflict Security and Stabilization Fund. Mayday Rescue hat schätzungsweise 3000 Syrer rekrutiert und in Trainingslagern in der Türkei und Jordanien ausgebildet, die nun an 120 Orten in allen von Rebellen, auch der Nusra-Front (Al-Kaida) und IS, gehaltenen Gebieten eingesetzt werden.

Weiter wurde in den Berichten über Duma die „Syrisch-Amerikanische Medizinische Gesellschaft“ (SAMS) zitiert, die nach eigenen Angaben Krankenhäuser in den von Dschihadisten beherrschten Teilen Syriens betreibt. Dem Enthüllungsjournalisten Max Blumenthal zufolge wird die SAMS fast ausschließlich von der USAID finanziert. Nach eigenen Angaben ist ihr Budget von 672.987 $ im Jahr 2013 bis 2016 steil auf fast 6 Mio.$ angestiegen.

Mayday Rescue und Weißhelme arbeiten eng mit einer weiteren britischen Propagandaorganisation zusammen, dem Aleppo-Medienzentrum, sowie der Medienfirma Incostrat (Innovative Communications and Strategy), die ebenfalls im November 2014 von einem weiteren Veteran des britischen Militärgeheimdienstes, Paul Tilley, gegründet wurde. Tilley war zuvor im Verteidigungsministerium Direktor für Strategische Kommunikation für den Nahen Osten und Afrika gewesen und hatte während des Libyenkriegs von der Downing Street aus die Kommunikation der britischen Regierung organisiert. Im Januar 2017 gründete er das Nachfolgeunternehmen Innovation and Insight (iN2).

Mayday Rescue/Weißhelme und Incostrat/iN2 arbeiten Hand in Hand mit der 77. Brigade des britischen Verteidigungsministeriums, der früheren SAG (Security Assistance Group). Sie ist die wichtigste Propagandatruppe der britischen Streitkräfte und „führend bei speziellen Beeinflussungsmethoden“, wie es auf ihrer Webseite heißt. Die 77. Brigade nutzt „nichttödliches Engagement und legitime nichtmilitärische Hebel als Mittel, um das Verhalten gegnerischer Kräfte und Feinde zu beeinflussen“, u.a. durch „Informationsaktivität und Öffentlichkeitsarbeit“. Inoffiziell heißt sie die „Twitter-Truppe“. Sie schreibt stolz über sich: „Die 77. Brigade ist ein Werkzeug für Wechsel“ – sprich Regimewechsel.

eir


Anmerkung

1. USAID = United States Agency for International Development