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In der vergangenen Woche veröffentlichten wir bereits eine Reihe von Botschaften aus Europa und Iberoamerika, in denen der US-Kongreß aufgefordert wird, der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise durch die Wiederinkraftsetzung des Glass-Steagall-Gesetzes ein Ende zu setzen, bevor es zu spät ist. Hier eine Auswahl weiterer solcher Botschaften aus aller Welt.
Professor Bassam Tahhan, ein führender franko-syrischer Intellektueller, der über den Themenbereich Arabische Zivilisation an Frankreichs Eliteschulen lehrt, schrieb am 9. Mai von Paris aus den folgenden Brief.
Verehrte Mitglieder des Kongresses,
ich möchte Sie auf die äußerst schwierige wirtschaftliche und soziale Lage aufmerksam machen, in die die südlichen Länder Europas - besonders Griechenland, Portugal und Spanien -, als Resultat der mörderischen Austeritätspolitik geraten sind, die ihnen von der Troika (IWF, Europäische Kommission und Europäische Zentralbank) aufgezwungen wurde.
Diese Austeritätsmaßnahmen - Einschnitte bei der Sozialhilfe, bei öffentlichen Programmen und Steuererhöhungen - sind den Nationen aufgezwungen worden, um die staatlichen Ausgaben auszugleichen, die in die Rettung des bankrotten Finanzsystems nach dem Finanzkrach 2007 und 30 Jahren spekulativer Praxis gelenkt wurden. Da die Krise nicht vorbei ist, werden sich derartige Zustände bald auch auf andere europäische Länder und die USA ausweiten.
Die bankrotte transatlantische Finanzoligarchie, die nichts anderes ist als die Reinkarnation des Britischen Empire des 19. Jahrhunderts, versucht auch, Bedingungen zu provozieren, die zu einem Dritten Weltkrieg führen werden, um ihre Hegemonie gegenüber neu aufkommenden eurasischen Mächten, besonders Rußland und China, zu behaupten.
Meine Heimat Syrien, eine der ältesten Zivilisationen der Welt, ist in weniger als zwei Jahren fast vollständig zerstört worden durch Tausende Dschihadisten, die von den transatlantischen Mächten gegen das Regime Baschar al-Assads eingesetzt worden. Es sind die gleichen Kreise, die auch schon in Libyen eingesetzt worden waren und die später US-Botschafter Stevens in Bengasi umbrachten. Rußland und China haben die syrische Souveränität gegen diesen Ansturm verteidigt, den das neue Britische Empire im Nahen Osten organisiert und durch den es alle Elemente für eine neue Ost-West-Konfrontation schafft, die rasch die thermonukleare Schwelle erreichen kann.
Ich glaube, daß die einzige Möglichkeit, diese Oligarchie davon abzuhalten, einen neuen Weltkrieg zu provozieren, darin liegt, ihre finanzielle Macht zu zerstören. Nur die Wiederinkraftsetzung von Roosevelts Glass-Steagall-Gesetz könnte das schaffen, denn durch die Trennung von Geschäftsbanken und spekulativen Investmentbanken würden die Staaten sich entscheiden, nur Geschäftsbanken zu unterstützen und die bankrotten Kasinobanken der Oligarchie auch tatsächlich bankrott gehen lassen.
Und ich bin der Überzeugung, daß die Vereinigten Staaten aufgrund des Ausmaßes der Krise und vor allem, weil die Erinnerung an Roosevelts 1999 außer Kraft gesetztes Glass-Steagall-Gesetz in Ihrem Land immer noch lebendig ist, die Führung bei der Wiederinkraftsetzung von Glass-Steagall übernehmen müssen.
Bassam Tahhan
Am 9.5. übermittelte Butch Valdes, Gründer der philippinischen Bewegung „Save the Nation“, die folgende Erklärung an die Mitglieder des US-Kongresses.
Wir, die Gründungsmitglieder der Bewegung „Save the Nation“ auf den Philippinen, schließen uns hiermit, zusammen mit den Mitgliedern unserer Organisationen, der Internationalen Bewegung für Glass Steagall an, um die Welt vor dem Abgrund zu bewahren, und dies
Deshalb rufen wir die Führung der Vereinigten Staaten, in Regierungspositionen, im Wirtschaftsleben und im akademischen Bereich, in wahrhaft revolutionärem Geist auf, die eigene Nation und damit auch alle anderen zu retten: Zerstört das Finanzsystem der Oligarchie, setzt das Glass-Steagall-Gesetz wieder in Kraft!"
Antonio „Butch“ Valdes, Philippinische LaRouche-Gesellschaft und Gründer der Bewegung „Save the Nation“
Am 9. Mai veröffentlichte Stephen J. Lewis, ein erfahrener und bekannter Finanzberater der City of London, folgende Erklärung zur Unterstützung von Glass-Steagall im US-Kongreß:
Die Wiedereinführung von Bankenregulierung gemäß dem Glass-Stagall-Gesetz würde das Finanzsystem der USA erheblich stärken. Es würde sicherstellen, daß die wesentliche Funktion der Banken - die Versorgung der Produktion mit Kredit - vor den Risiken spekulativer Finanzaktivitäten geschützt würde. Zur Zeit mag es so aussehen, als ob sich die US-Banken von der Krise 2007-09 erholen. Solange jedoch Bankwesen und Finanzspekulation miteinander verbunden bleiben, bleibt die Gefahr einer weiteren, möglicherweise noch zerstörerischen Krise bestehen.
In Europa gab es bisher nichts, was einer Erholung auch nur ähnelte. Die sich verschärfende wirtschaftliche Not im ganzen Kontinent gefährdet zunehmend globales Wachstum und politische Stabilität. Die Ansicht ist weit verbreitet, daß eine Bankenreform notwendig ist, wenn Europa jemals zu wirtschaftlicher Gesundheit zurückkehren soll. Doch Europa wird die wesentlichen Maßnahmen, um seine Banken wieder auf eine feste Grundlage zu stellen, nicht ergreifen, bis die USA die Führung in dieser Hinsicht übernehmen. Europäische Politiker wollen dabei nicht aus dem Gleichschritt mit den USA geraten. Deshalb wäre eine US-Entscheidung zur Trennung wesentlicher Bankfunktionen von anderen Finanzaktivitäten nicht nur gut für die USA. Sie würde auch die Orientierung bieten, die der Rest der Welt dringend braucht.