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Aus der Neuen Solidarität Nr. 48/2007

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Mexiko: Bewegung für Wasserprojekte wächst

Die internationale Krise und die Krise des Landes sowie die Hochwasserkatastrophe im Süden Mexikos bereiten den Boden für die Umsetzung von Projekten, für die die LaRouche-Bewegung in Mexiko seit vielen Jahren eingetreten ist. Jetzt bewegen sich Bevölkerung, Verbände und Politik.

Während der Süden Mexikos von einer dramatischen Hochwasserkatastrophe heimgesucht wurde (siehe Neue Solidarität 47/2007), trafen sich am 9. November im Norden des Landes Vertreter von Organisationen, die Landwirte, Arbeiter, Geschäftsleute, Händler und die Jugend repräsentierten. Unter den mehr als 500 Teilnehmern der Konferenz befanden sich auch zahlreiche politische Größen aus den Staaten Sonora, Sinaloa und Nayarit. Das regionale Forum über Wasser, Energie und Nahrungsmittel, so der offizielle Titel der Konferenz, war von dem Komitee für das Nordwest-Wasser-Projekt des 21. Jahrhunderts PLHINO)1 vorbereitet worden.

Dieses Komitee wurde kürzlich von der LaRouche-Jugendbewegung ins Leben gerufen, um für eine neue Wirtschaftspolitik Mexikos im Interesse der Menschen und ihrer Zukunft zu arbeiten. Die Idee, den Wasserreichtum Mexikos zu bändigen und die notwendige Infrastruktur optimal und gezielt zur Hochwasserregulierung, Energiegewinnung und landwirtschaftlichen Produktion einzusetzen, ist nicht neu. Bereits in den sechziger Jahren begannen die Planungen in diese Richtung, die unter der Regierung Lopez Portillo Ende der siebziger Jahre wiederbelebt wurden. Mit dem Beginn der Nordamerikanischen Freihandelszone (NAFTA) 1994 wurde das Projekt zunächst begraben. Das PLHINO-Projekt sieht vor, den Nordwesten des Landes wasserwirtschaftlich aufzubauen. Es wird ergänzt durch das Wasserprojekt für den Norden der Golfregion Mexikos PLHIGON, 2 mit dem Wasser aus dem Süden in den wasserarmen Norden transportiert werden soll.

Das regionale Forum in Ciudad Obregon, der Hauptstadt des Bundesstaates Sonora, reflektiert den jahrelangen Einfluß der Ideen von Lyndon LaRouche und besonders seiner Wirtschaftspolitik. So ist es nicht verwunderlich, daß Senator Elias Serrano sowie auch andere Abgeordnete aus Sonora das pro-PLHINO-Komitee ausdrücklich für die Entscheidung des Kongresses verantwortlich machten, 30 Mio. Pesos für die Machbarkeitsstudie des PLHINO-Projektes zur Verfügung zu stellen. Es ist auch äußerst bedeutsam, daß der Gouverneur des Bundesstaates Sonora, Bours, sich im Rahmen des Regionalforums für die Inangriffnahme und Fertigstellung des Nordwest-Projekts aussprach.

Auch  Lyndon LaRouche gab unmittelbar nach dem Forum eine Unterstützungserklärung für die nationalen Wasserprojekte Mexikos ab und betonte, diese Projekte seien eine Frage der nationalen Sicherheit auch für die USA. Mexiko habe Wasser! „Wären diese Infrastrukturprojekte gebaut worden, wie es mein Freund Präsident Lopez Portillo (1976-1982) beabsichtigte, hätten die Hochwasserkatastrophen verhindert, Arbeitsplätze geschaffen und die Landwirtschaft ausgeweitet werden können.“

In seiner Rede ging Senator Elias ausführlicher auf das Projekt ein: „Das PLHINO-Projekt ist eine Frage der Wiederbelebung Mexikos als Nation, es ist eine Vision für die Zukunft, wie wir sie einmal hatten, als große Infrastrukturprojekte in Mexiko geplant wurden. Das war in einer Zeit, als international die Eroberung des Weltraums vorangetrieben wurde und unsere Universitäten mit ehrgeizigen Forschungsprogrammen zur Bekämpfung von Krankheiten beschäftigt waren. Heute ist es das PLHINO-Projekt, das diesen Geist wiederbeleben kann. Es sieht vor, Wasser aus Nayarit nach Sinaloa und Sonora zu bringen. Dazu sind große Ingenieursarbeiten nötig, die überschüssiges Wasser von einem Wassereinzugsgebiet zum anderen transportieren sollen. 16 aneinandergereihte Flüsse, die sich von Santiago in Nayarit zum Yaqui in Cajame erstrecken, werden 16 Mrd. m³ Wasser, die sich gegenwärtig ungenutzt ins Meer ergießen, ihrer Nutzung zuführen. Dadurch können wir die großen Herausforderungen unserer Zeit, die Sicherung der Nahrungsmittel-, der Wasserversorgung und der Energie bewältigen. Wir werden die Zukunft meistern und auch einen Teil des Problems der Einwanderung lösen.“

Das Regionalforum verabschiedete, sozusagen als Aktionsprogramm, eine Vereinbarung für den Nordwesten Mexikos, aus dem die folgenden Punkte entnommen sind:

„1. Der beste Weg, die Nation unter den heutigen Bedingungen der internationalen Finanzkrise zu schützen, liegt in einer ehrgeizigen öffentlichen Investitionspolitik. Sie soll auf infrastrukturelle Großprojekte ausgerichtet sein, durch die die Arbeitskraft unserer Bevölkerung angehoben und die bessere Versorgung mit Wasser, Energie und landwirtschaftlichen Produkten gesichert werden kann. Diese regionale Politik soll auf die bestmögliche Entwicklung des nationalen Potentials hinarbeiten und zum Wachstum der nationalen Wirtschaft beitragen.

2. Wir wollen die Ausweitung der landwirtschaftlichen Produktion vor allem in Regionen mit einem großen Anteil an Getreideanbau, wie es beispielsweise der Nordwesten ist. Dies sollte zu einer Angelegenheit des Staates und der nationalen Sicherheit gemacht werden. Projekte wie das PLHINO können nicht länger hinausgezögert werden, weil es in vielerlei Hinsicht die wirtschaftlichen Interessen der Nation betrifft. Die Verbindung der 16 Flüsse, die aus dem westlichen Teil der Sierra Madre an die fruchtbaren Küsten der Staaten Nayarit, Sinaloa und Sonora fließen, würden die Bewirtschaftung von 28 Mrd. m³ Wasser bedeuten. Es würde die nachhaltige Entwicklung der Region befördern, produktive Arbeitsplätze schaffen, Wasser zum städtischen und industriellen Verbrauch bereitstellen, zur Erzeugung von Elektrizität beitragen, die Fischzucht und den Tourismus entwickeln, die Zyklen des landwirtschaftlichen Anbaus regulieren, so daß Feuchtigkeits- und Regenperioden ausgeweitet würden und dadurch die Ökologie und die Lebensbedingungen allgemein verbessert würden.“

Unter den Punkten 3 und 4 der Vereinbarung werden dann die nationalen Institutionen der Regierung und des Parlaments aufgefordert, Maßnahmen zur gesicherten regelmäßigen  Finanzierung des Projekts einzuleiten. Punkt 6 appelliert an die Regierungen, an die Städte und Gemeinden und an die landwirtschaftlichen Produzentenorganisationen der drei Bundesstaaten Nayarit, Sinaloa und Sonora, Gelder für die Erstellung der Machbarkeitsstudie des Projekts aufzubringen. Dies würde der Initiative moralisches Gewicht verleihen und einen gewissen Druck auf die nationalen Institutionen verstärken.

In den zwei folgenden Punkten verpflichten sich die Teilnehmer des Forums, sofort und im neuen Jahr eine breite politische Mobilisierung für die Vollendung des Projekts zu führen. So soll das pro-PLHINO Komitee auf alle drei Staaten ausgeweitet werden, und in der Öffentlichkeitsarbeit darauf hingearbeitet werden, daß die strategische Rolle des Nordwestens für die Erreichung des Ziels der Unabhängigkeit in der Nahrungsmittelversorgung von der Bevölkerung verstanden wird.

Zum Schluß drückt die Vereinbarung die Solidarität der Teilnehmer mit der Bevölkerung von Tabasco aus, für dessen Unheil nicht wirklich die Natur verantwortlich gemacht werden kann. Vielmehr hat die Katastrophe an den reißenden Flüssen des Landes die Nachlässigkeit der Politik in Sachen Infrastruktur zur Wasserregulierung und zum Hochwasserschutz offenbart. Die leidvolle Erfahrung von Tabasco soll als Lektion dienen und die Verpflichtung erneuern, zu einer Politik im Interesse und zum Schutz des Gemeinwohls zurückzukehren.

Michael Weißbach


Anmerkungen

1. Plan Hidráulico del Noroeste

2. Plan Hidráulico del Golfo Norte

Lesen Sie hierzu bitte auch:
 LYM Mexiko nimmt Stellung zur Hochwasserkatastrophe
- Neue Solidarität Nr. 47/2007
Zur Tragödie von Tabasco: Infrastruktur ist die Lösung
- Neue Solidarität Nr. 47/2007
LaRouche im Dialog mit südamerikanischen Gewerkschaftern
- Neue Solidarität Nr. 25/2007
„Nur Kernenergie wird eure Tortillas retten“
- Neue Solidarität Nr. 7/2007

 

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