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Neue Solidarität
Nr. 9-10, 26. Februar 2026

Das Grand-Inga-Wasserkraftprojekt

© Wikimedia Commons/Sémhur, CC BY-SA 4.0
Karte der bereits existierenden Wasserkraftwerke Inga I und Inga II sowie des geplanten Kraftwerks Inga III. Links in der Karte ist der Umriß des geplanten Stausees des Grand-Inga-Projektes eingezeichnet.

Das Projekt wird etwa 225 km flußabwärts von der Hauptstadt Kinshasa und etwa 150 km flußaufwärts von der Mündung des Kongo in den Atlantik liegen. Das Projekt wurde erstmals Ende der 1950er Jahre konzipiert und im Laufe der Jahre konzeptionell erweitert, ausgehend vom ursprünglichen Plan der Wasserkraft­wer­ke Inga I und Inga II, die in den 1970er Jahren gebaut wurden und weiterhin in Betrieb sind. Das riesige Bauwerk Inga III ist der erste von sechs weiteren Stau­däm­men, deren Bau nun in sieben Phasen geplant ist.

Gemessen an der durchschnittlichen Durchflußmenge ist der Kongo der zweitgrößte Fluß der Welt – er führt pro Sekunde 41.000 Kubikmeter Wasser in den Atlantik. Das Projekt liegt an der Stelle, wo der Fluß in enge Schluchten gepreßt wird, was die Strömung beschleu­nigt. Dort fällt der Fluß über eine Länge von 14,5 km um 96 Meter ab. Allein dieser Abschnitt (an der breitesten Stelle über 3,2 km breit) könnte Schätzungen zufolge mindestens 39,6 Gigawatt mechanische Energie und fast ebenso viel elektrische Energie erzeugen. Einige Schätzungen gehen sogar von einem noch viel höheren Wert aus. Diese einzigartige geologische Besonderheit ermöglicht es, sowohl Stau­dämme als auch Laufwasserkraftwerke (Turbinen im Fluß, für die kein Damm gebaut werden muß) zu nutzen, um eine so enorme Energieausbeute zu erzielen. Die Karte zeigt den Standort der ersten beiden Wasserkraftwerke – Inga I (350 MW, 1972 in Betrieb genommen) und Inga II (1,4 GW, 1982 in Betrieb genommen) –, die beide aufgrund politischer Unruhen und Baufälligkeit unter ihrer Kapazität arbeiten.

Das Grand-Inga-Projekt wird nach seiner Fertigstellung, wie in der Abbildung oben dargestellt, die größte Wasserkraftanlage der Welt sein – mit der doppelten Kapazität des Drei-Schluchten-Staudamms am Jangtse in China. Es wird nach der Fertigstellung eine Strommenge liefern, die mehr als einem Drittel der derzeit in ganz Afrika erzeugten Menge entspricht.

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