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Liebe Leser, nach Donald Trumps Blitzkrieg gegen Venezuela zu Jahresbeginn verkündete unser Kanzlerchen, er und seine Experten könnten noch nicht beurteilen, ob das völkerrechtswidrig war; man müsse sich dafür Zeit nehmen.
Da es dauern kann, bis bei Merz der Groschen fällt, fragten wir einen internationalen Strategieexperten, Herrn Professor Norbert Üchtern, wie erfolgreich diese Operation für die USA bzw. ihre Regierung überhaupt war.
Eulenspiegel: Herr Professor Üchtern, wie beurteilen Sie die Nacht-und-Nebel-Aktion in Venezuela? War es ein „voller Erfolg“, wie Präsident Trump behauptet?
N. Üchtern: Nun, Venezuela hat nach wie vor dieselbe Regierung, mit derselben Partei, und dasselbe Gesellschaftssystem. Die neuen Ölgeschäfte unter Beteiligung von US-Konzernen haben dieselben Bedingungen, denen auch Präsident Maduro vorher schon zugestimmt hatte. Und bis Venezuela wieder ein global bedeutender Öllieferant wird, kann das zehn Jahre dauern und hundert Milliarden Dollar Investitionen kosten. Hm.
Wissen Sie, in Frankreich gibt es das Sprichwort C’est comme pisser dans un violon, „Das ist wie in die Geige gepinkelt.“ Etwas, das sinnlos ist und nichts bringt. Dieses Sprichwort trifft es vielleicht ganz gut.
Eulenspiegel: Die Trump-Regierung sagt, es wäre ein riesiger Schritt zur Lösung von Amerikas Drogenproblem gewesen.
N. Üchtern: Sie werfen Maduro vor, er habe als Chef des „Sonnenkartells“ den Schmuggel großer Drogenmengen in die USA organisiert. Allerdings hat ein solches Kartell laut den Anti-Drogen-Behörden der USA und der UNO nie existiert, und der Vorwurf taucht in der Klageschrift gegen ihn auch gar nicht auf. Aus UN- wie US-Dokumenten geht hervor, dass Venezuela bei Drogenproduktion und -schmuggel nur eine untergeordnete Rolle spielt. Am Drogenproblem der USA dürfte sich also kaum etwas ändern. C’est comme pisser dans un violon.
Eulenspiegel: Es wird oft behauptet, Trump habe mit der Aktion China und Rußland einen schweren Schlag versetzt – die hätten nur ohnmächtig zuschauen können.
N. Üchtern: Zu Moskaus Reaktion ist zu bedenken, daß wenige Tage zuvor der Drohnenangriff auf Präsident Putins Residenz erfolgte. Möglicherweise ist Rußlands hartes Vorgehen der letzten drei Wochen eine Antwort auf beide Aggressionen. Es greift in der Ukraine die Energieversorgung so massiv an wie noch nie, Millionen Ukrainer leiden unter Ausfällen von Strom, Heizung und Wasser, mitten im eiskalten Winter. Auch hier könnte man zum Netto-Erfolg unser französisches Sprichwort zitieren.
Eulenspiegel: Und China?
N. Üchtern: Nun, China hat innerhalb von zwei Tagen – kaum bemerkt von den Weltmedien – eine ganze Reihe von Schritten eingeleitet, die Washington kaum behagen dürften. Die Zentralbank in Peking blockierte alle Dollar-Transaktionen mit Unternehmen des US-Rüstungssektors. Der staatliche Stromversorger setzte alle Verträge mit US-Elektrogeräteherstellern aus. CNPC, der weltgrößte staatliche Ölkonzern, kündigte Verträge mit US-Raffinerien über jährlich 47 Milliarden Dollar. Chinesische Frachtschiffe meiden US-Häfen, deren Containerumschlag schrumpfte um 35%, und Händler wie Walmart und Amazon haben Probleme mit ihren Lieferketten.
19 Länder, darunter Brasilien, Indien, Südafrika und Mexiko, nahmen ein Angebot Chinas an, sofort Vorzugsbedingungen im Handel zu erhalten, wenn sie öffentlich erklären, keine venezolanische Regierung anzuerkennen, die mit US-Unterstützung an die Macht kommt. Chinas Interbanken-Zahlungssystem erklärte sich bereit, alle Transaktionen weltweit abzuwickeln, die das westliche SWIFT-System umgehen wollen, und Zentralbanken von 34 Ländern eröffneten dort umgehend Konten. Schließlich verkündete China zeitweise Exportbeschränkungen für Seltene Erden in alle Länder, die Präsident Maduros Entführung unterstützen.
Das ist für die Trump-Regierung nicht mehr wie in die Geige gepinkelt, sondern wie auf die eigene Hose...
– Es grüßt
Ihr Eulenspiegel
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