Produktive Kreditschöpfung 
  Neues Bretton Woods
  Glass-Steagall
  Physische Wirtschaft
  Kernenergie
  Eurasische Landbrücke
  Transrapid
  Inflation
  Terror - Cui bono?
  Südwestasienkrise
  11. September und danach
  Letzte Woche
  Aktuelle Ausgabe
  Ausgabe Nr. ...
  Heureka!
  Das Beste von Eulenspiegel
  Erziehungs-Reihe
  PC-Spiele & Gewalt 
  Diskussionsforum
  Wirtschaftsgrafiken
  Animierte Grafiken
Folgen Sie uns auf
acebook
Neue Solidarität
Nr. 31-32, 30. Juli 2026

Albanien: Von den „Flamingo-Demonstrationen“
zur „Doppeladler-Revolution“

Am Samstag, dem 4. Juli, war Tirana erneut Schauplatz einer Großdemonstration mit über 300.000 Menschen, die die Straßen und Gehwege vom Skanderbeg-Platz bis zum Parlament füllten. Demonstranten aus ganz Albanien und auch aus der Diaspora, insbesondere den USA, versammelten sich anläßlich des 250. Jahrestags der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten. Die Ideale der amerikanischen Republik sind Teil der Vision vieler Albaner für die Zukunft ihres Landes.

Auslöser der täglichen Massendemonstrationen war ein gewaltsamer Vorfall vor 36 Tagen, aber dahinter steckt eine tiefsitzende Unzufriedenheit der albanischen Bevölkerung mit der Wirtschaftspolitik der letzten 35 Jahre, die die Bedürfnisse der Menschen ignoriert.

Der Auslöser der massiven Proteste war die Nachricht, daß die Insel Sazan und das Gebiet um Zvernec an Donald Trumps Tochter Ivanka und Schwiegersohn Jared Kushner verkauft wurden, um dort ein Luxusresort zu errichten. Einheimische und Aktivisten protestierten in Zvernec, das bereits von Stacheldraht umzäunt war, wie man es aus Palästina kennt, und die von Israel ausgebildeten Wachleute, die das Grundstück bewachten, mißhandelten einen der Demonstranten, der über den Zaun geklettert war, und sprühten den anderen Pfefferspray in die Augen. Die Meldung über diese Mißhandlung durch die Wachleute in Zvernec, neben denen eine israelische Flagge wehte, verbreitete sich im Internet rasch unter Millionen von Menschen und löste einen landesweiten Aufschrei gegen den Ausverkauf Albaniens aus.

Die Demonstranten sind eine breite Mischung, mit Studenten, Intellektuellen, Fachkräften und Arbeitern aus der Hauptstadt Tirana und Albanern aus dem ganzen Land. Sie fordern den Rücktritt von Ministerpräsident Edi Rama und die Neuwahl des Parlaments.

Als Edi Rama 2013 Ministerpräsident wurde, hegten die Menschen große Hoffnungen auf eine bessere Zukunft. Aber der Ministerpräsident wurde den Erwartungen und Bedürfnissen der Bevölkerung nicht gerecht. Die Industrie und Realwirtschaft, die nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Systems durch die Schocktherapie ruiniert wurden, wurden nicht wiederbelebt oder modernisiert, ebenso wenig wie die Landwirtschaft. Das Land wurde dem aggressiven Gesetz des Freihandels-Dschungels überlassen. Die massenhafte Abwanderung aus dem Land ging wegen der schlechten Wirtschaftslage weiter.

Während die Realwirtschaft demontiert wurde, entwickelte sich Albanien zu einem beliebten Reiseziel für Touristen, gleichzeitig ist seit Edi Ramas Machtantritt der größte „Braindrain“ in der neueren Geschichte des Landes zu verzeichnen. Auf das Auswanderungsproblem reagierte der Ministerpräsident mit dem zynischen Schritt, billige Arbeitskräfte aus Indonesien und Indien zu importieren.

Die Vision des Ministerpräsidenten besteht darin, das Land in ein zweites Katar für internationale Oligarchen zu verwandeln, wie aus dem Bericht Albanian Files hervorgeht, der im Zusammenhang mit den landesweiten Protesten veröffentlicht wurde. Der Plan umfaßt eine Sammlung von Entwürfen für Ferienanlagen in ganz Albanien, die von 60 renommierten internationalen Architekturbüros entworfen wurden und von Milliardären aus Katar, Israel sowie von mit George Soros verbundenen Freunden finanziert werden sollen.

Um den Verkauf von Volksvermögen an internationale Oligarchen zu legalisieren, hatte der Ministerpräsident eigens das Immobilienrecht des Landes geändert. Ein Gesetz erlaubt es internationalen Investoren, unter der Kategorie sog. „strategischer Investitionen“ Immobilien für den Bau von Luxusresorts für die „Epstein-Klasse“ zu erwerben.

Das Erwachen der Bevölkerung angesichts der Tatsache, daß die Nation ausgehöhlt wird, löste eine patriotische Bewegung zur Verteidigung des Landes aus. Möge diese Bewegung eine Führung aus der jüngeren Generation hervorbringen, im Geiste der Gründerväter der USA, die viele Albaner als lebendiges Streben tief in ihren Herzen tragen: der Geist, endlich eine Nation zu haben, die „vom Volk, durch das Volk und für das Volk“ regiert wird, wie Lincoln sagte.

Jetzt wären eine Vision eines „New Deal“ im Geiste von Franklin D. Roosevelt und der Wiederaufbau der Realwirtschaft im Geiste des großen amerikanischen Ökonomen und Staatsmanns Lyndon LaRouche entscheidend, um die Richtung für den Wiederaufbau Albaniens vorzugeben. Albanien ist reich an Rohstoffen, die vor Ort verarbeitet werden müssen; die Industrie muß wiederbelebt und modernisiert werden, eine moderne Landwirtschaft muß aufgebaut werden und strategische Projekte wie der geplante Tunnel nach Italien und der Paneuropäische Verkehrskorridor 8 müssen realisiert werden. Albanien sollte durch den Ausbau dieses Korridors seine geographische Lage zu seinem Vorteil nutzen, um von den strategischen Handelsrouten zwischen Ost und West zu profitieren, die nicht nur den südlichen Balkan, sondern auch Asien und Afrika verbinden.

Feride Istogu-Gillesberg

Ein großes Dankeschön an unsere Leser

Liebe Leserinnen und Leser, dank Ihrer freundlichen Resonanz auf unseren Aufruf zur finanziellen Unterstützung ist es uns gelungen, das Jahr finanziell zu über­stehen, auch wenn wir leider im vergange­nen Sommer dazu gezwungen waren, die Erscheinungsweise der Neuen Solidarität von bisher acht Seiten wöchentlich auf zwölf Seiten alle zwei Wochen umzu­stellen.

Ihre Hilfe zeigt uns, daß Sie unsere ein­zig­artige Fähigkeit schätzen, strategisch zu denken und sozusagen „im Voraus“ die entscheidenden Dynamiken des Welt­geschehens zu erkennen.

Freuen wir uns über die Fortschritte, die unsere Ideen gemacht haben, und freuen wir uns auf weitere Fortschritte in den kommenden Monaten!

Nutzen Sie unsere Zeitung als ein Instrument, dies zu erreichen! Helfen Sie uns, neue Leser zu finden, und empfehlen Sie unsere Zeitung weiter.

Für die aktuellen Meldungen empfehlen wir als Ergänzung unsere täglich erscheinen­den E.I.R. Nachrichten, die den Abonnenten per E-Mail zugestellt werden.

Neukunden können sie 10 Tage lang kostenlos und unverbindlich testen, siehe https://www.eir.de/abo/dadabo/.

Man kann Abonnements auch verschenken. Manche unserer Leser haben Mehrfach-Abonnements, damit Sie die Zeitung an Interes­sierte weitergeben können.

Und natürlich können Sie uns auch weiterhin mit Förder­abonnements und
Förderbeiträgen helfen. Kontaktieren Sie uns direkt, um eine Rechnung
anzufordern (Telefon: +49 +61173650), oder senden Sie Ihren Beitrag
per Banküberweisung an:

E.I.R. GmbH, Verwendungszweck: Unterstützung für die Neue Solidarität
Postbank Frankfurt – IBAN: DE93 5001 0060 0330 0216 07
Paypal: buchhaltung@eir.de