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Liebe Leser, die Vereinigten Staaten von Amerika sind nicht so altehrwürdig wie China oder Indien, trotzdem sind sie ein wichtiges Land auf dieser Welt und haben, bei aller Kritik, seit ihrer Gründung viel Gutes für die Menschheit bewirkt. Regelmäßige Leser der Neuen Solidarität wissen das und freuen sich darüber, daß unsere Aktivistenfreunde jenseits des Großen Teichs nach Kräften versuchen, ihr Land wieder in diese bessere Richtung zu bugsieren!
Und da die Vereinigten Staaten am 4. Juli ihren 250. Geburtstag feiern, feiern wir gerne mit. Im Zusammenhang mit der Unabhängigkeitserklärung und dem Revolutionskrieg gibt es eine Menge Interessantes, das wenig bekannt ist. Beispielsweise, daß auf beiden Seiten Indianer mitkämpften. Oder daß die Kontinentalarmee nicht nur aus Weißen bestand, sondern bis zu fünf Prozent Schwarze und einige Prozent Indianer, die völlig integriert waren. Sogar eine gewisse Anzahl Frauen war dabei, wenn auch meist nicht an der Front. Berühmt wurde eine junge Dame namens Deborah Samson, die als Mann verkleidet 17 Monate in der Armee diente, bis sie aufflog und in allen Ehren entlassen wurde. Und weil viele beteiligte Deutsche, besonders auf britischer Seite, aus Hessen kamen (siehe Schillers Kabale und Liebe), nannte man sie allesamt „The Hessians“, auch wenn es Bayern oder Sachsen waren.
Um Amerikas Gründerväter ranken sich viele Anekdoten, von denen wir gerne einige wiedergeben. Aber vorher möchten wir noch auf eine berühmte Kurzgeschichte hinweisen, über einen Mann, der die gesamte Revolution verschläft: Rip Van Winkle von Washington Irving („Rip van Winkle”, Projekt Gutenberg). Das ist eine Mahnung an uns alle, nicht faul herumzusitzen, wenn das Gemeinwohl ruft…
Mit dem Urvater der Revolution, Benjamin Franklin, werden wir uns in einer der nächsten Ausgaben befassen. Heute präsentieren wir Ihnen einige Anekdoten über George Washington (1732-99), den Befehlshaber des Revolutionsheeres und ersten Präsidenten der USA. Viel Vergnügen!
Körperpflege: Vorbeugen angesagt
Als er sein Amt antrat, hatte George Washington nur noch einen Zahn. Er trug verschiedene Gebisse, jedoch nicht die damals üblichen Holzzähne. Aber er sorgte dafür, daß seine Pferde aus seinen Versäumnissen lernten: Er gab Anordnung, seinen sechs Schimmeln jeden Morgen die Zähne zu putzen.
Dienen statt herrschen
Als George Washington 1783 auf dem Höhepunkt seiner Macht als Oberbefehlshaber der Kontinentalarmee abtrat, verschwor sich eine Gruppe von Offizieren, den Kongreß zu stürmen und ihn zum Militärdiktator zu machen. Washington unterdrückte den Aufstandsplan. Demonstrativ zog er seine Brille aus der Tasche und sagte: „Gentlemen, Sie werden mir erlauben, meine Brille aufzusetzen, denn ich bin nicht nur grau, sondern auch fast blind geworden – im Dienst an meinem Land.“
Ausgabenerstattung
Als Präsident verzichtete George Washington auf das vom Kongreß gewährte Gehalt von 25.000 Dollar jährlich. Er ließ sich nur seine Ausgaben erstatten. Die beliefen sich zufällig auf ziemlich genau 25.000 Dollar jährlich.
Heerige Angelegenheiten
In der Verfassungsversammlung wurde vorgeschlagen, die Armee der USA zu allen Zeiten auf 5000 Mann zu begrenzen. Washington war dagegen, durfte aber als Vorsitzender nicht Partei ergreifen. So schlug er heimlich einem Delegierten vor, eine Zusatzklausel zu beantragen: „Keine ausländische Armee soll zu irgendeiner Zeit die Vereinigten Staaten mit mehr als 3000 Soldaten angreifen.“
Auf den Hund gekommen
Mit George Washington begann die Tradition, daß US-Präsidenten Hunde haben – er hatte drei. Allerdings würde ihnen heutzutage kein Präsident mehr solche Namen geben wie er: Drunkard, Tipler und Tipsy. Zu deutsch: Gewohnheitstrinker, Quartalssäufer und Beschwipster.
Damit hätten wir unser Stichwort – erheben wir unser Glas auf den 250.: Happy Birthday, Amerika! Es grüßt herzlich
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