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E.I.R. Nachrichten, 14.3 2026 – Nuklearexperten stellen die Behauptungen der USA infrage, der Iran habe ein – tatsächlich gar nicht existierendes – Atomwaffenprogramm. Eine der Hauptbehauptungen der Trump-Regierung lautet, der Teheraner Forschungsreaktor (TRR) werde vom Iran als Deckmantel für sein Waffenprogramm genutzt. In einem Bericht vom 9. März zitiert MS NOW mehrere Nuklearwissenschaftler und Experten für Nichtverbreitung, die sagen, der TRR habe gar nicht die Kapazität, als einfacher Weg zu einer Bombe zu dienen, wie von der US-Regierung behauptet. MS NOW merkt an, die Trump-Regierung habe der Öffentlichkeit oder dem Kongreß bislang keine Beweise oder Geheimdienstinformationen vorgelegt, die belegen, daß der Iran tatsächlich beabsichtige, das im TRR mit bis zu 20 Prozent angereicherte Uran für die Waffenentwicklung zu nutzen oder die Anlage heimlich zu Lagerzwecken zu verwenden.
In zwei vertraulichen Briefings, die seit den Angriffen für Gesetzgeber abgehalten wurden, haben Regierungsbeamte laut zwei mit den Äußerungen vertrauten Personen nicht behauptet, daß der Reaktor zur Lagerung von Material für eine potentielle Waffe genutzt wurde.
Mehrere Nuklearexperten, die mit MS NOW sprachen, stellten infrage, inwieweit die Gesandten des Weißen Hauses, Steve Witkoff und Jared Kushner, die die Nuklearverhandlungen leiteten und Präsident Donald Trump die iranische Position darlegten, die technischen Details der Anreicherungsprogramme überhaupt verstanden, die im Mittelpunkt der Beratungen standen.
Laut einem hochrangigen Nahost-Diplomaten, der über die Gespräche informiert ist, brachten Witkoff und Kushner nicht einmal technische Experten aus den USA mit, um an ihren Gesprächen in Genf teilzunehmen. Zudem entschied sich das Weiße Haus, auf die für vergangenen Montag, den 9. März, in Wien geplanten technischen Gespräche zu verzichten, bei denen detailliertere nukleare Fragen erörtert werden sollten.
Es gibt noch viel mehr, unter anderem das Argument über die iranischen Bestände an 60%ig angereichertem Uran. Doch die Beweise deuten durchweg darauf hin, daß die US-Seite die Darstellungen der iranischen Seite bewußt ignorierte – zugunsten ihrer Behauptung, der Iran befinde sich auf dem besten Weg zu einem Atomwaffenarsenal und wolle einen Angriffskrieg starten.
Ein separater Bericht in Scientific American kommt zu demselben Schluß: „Es gab keine Beweise dafür, daß der Iran kurz vor der Fertigstellung einer Atomwaffe stand“, sagt Jeffrey Lewis vom James Martin Center for Nonproliferation Studies am Middlebury Institute of International Studies. Seine Aussage deckt sich mit den Kommentaren anderer Experten nach Kriegsbeginn sowie mit den Aussagen des damaligen Generaldirektors der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO), Rafael Grossi, aus jener Zeit und dem Jahr 2025 und dem „Bedrohungsanalyse“-Bericht der US-Geheimdienste aus dem vergangenen Jahr.
Scientific American merkt an, Witkoff habe am 3. März behauptet, der Iran habe die Fähigkeit, elf Atombomben herzustellen, doch dem US-Verhandlungsteam gehörten keine technischen Experten an. Hätte der Iran die im vergangenen Juni bombardierten Anlagen tatsächlich wieder aufgebaut, hätte dies – über Monate und nicht nur Wochen hinweg – dazu führen können, daß das Land seine Urananreicherung wieder aufnimmt, so Lewis. „Aber das sind alles ‚Wenns‘, ‚Vielleicht‘ und ‚Später‘“, fügt er hinzu.
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