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Das wichtigste Ergebnis des Chinabesuchs von Bundeskanzler Friedrich Merz vom 24.-26. Februar ist die Absicht, die strategische Industriepartnerschaft mit China auf eine neue Ebene zu heben, was ganz den Wünschen der deutschen Industrie entspricht. Besonders für den Automobilsektor, der mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen hat, nicht zuletzt bei den Exporten nach China, ist es wichtig, die Produktion vor Ort und Joint Ventures auf dem chinesischen Markt zu verbessern.
Ein interessanter Schritt in diese Richtung ist das neue Entwicklungszentrum, das die Volkswagen Group China Technology Company (VCTC) im November 2025 in Hefei eingerichtet hat, um Neuerungen direkter und schneller auf den chinesischen Markt zu bringen. VW kann damit erstmals außerhalb Deutschlands die Entwicklung und Validierung neuer Fahrzeugplattformen schon in sehr frühen Phasen unterstützen. Das Zentrum verfügt über mehr als 100 hochmoderne Labore auf rund 100.000 m² Fläche, die leistungsstarke Testmöglichkeiten bieten. Dazu gehören die Integration von Software und Hardware, Batterie- und Antriebstests sowie die vollständige Validierung auf Fahrzeugniveau. VW-Chef Oliver Blume bezeichnete es als einen „Meilenstein” für das Engagement seines Unternehmens in China, der auch global Gültigkeit habe.
Gleichzeitig wünschen sich chinesische Unternehmen Joint Ventures mit deutschen Technologiepartnern. Das dürfte dazu beitragen, das deutsche Handelsdefizit gegenüber China, das 2025 bei 90 Mrd. Euro lag, abzubauen und chinesische Investitionen in attraktive Branchen in Deutschland zu erhöhen. Letzteres lehnt die EU-Kommission mit dem Argument ab, man müsse ausländische Kontrolle über kritische europäische Infrastruktur verhindern. Beijing setzt nun darauf, daß Merz sich in Brüssel für einen Kurswechsel einsetzt.
Ein anderer führender Forschungs- und Entwicklungsbereich für China ist die Robotik, wie Merz bei einer Besichtigung des führenden Roboterherstellers Unitree in Hangzhou am 26. Februar aus erster Hand erleben konnte. China schätzt die Kreativität deutscher Roboterentwickler sehr, nicht zuletzt weil das chinesische Unternehmen Midea 2016 das deutsche Unternehmen Kuka übernommen hat. Dies ist ein sehr attraktiver Bereich für Joint Ventures, nicht nur wegen Anwendungen in der industriellen Produktion, sondern auch wegen zukünftiger Einsatzmöglichkeiten in Bauwesen, Medizin und Haushalt. Da Roboter 24 Stunden lang präzise arbeiten können, kann das etwa den Bau neuer Industrieanlagen erheblich verkürzen.
2025 stiegen die Direktinvestitionen der deutschen Industrie in China auf 7 Mrd. Euro, und wenn sich das neue Kooperationsmodell durchsetzt, dürften sie 2026 weiter steigen.
Während des Merz-Besuchs war die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, am 25. Februar zu Gast in einer Live-Podiumsdiskussion in der Sendung World Insight des englischsprachigen chinesischen Fernsehsenders CGTN, in der es um den Staatsbesuch des Bundeskanzlers in China ging. „Ich bin zum ersten Mal wirklich optimistisch, was die Aussichten für die deutsch-chinesischen Beziehungen angeht“, sagte Zepp-LaRouche dem Moderator Tian Wei, „denn ich glaube, daß sich die Rahmenbedingungen und in gewisser Weise alles dramatisch verändert. Die Tatsache, daß fast alle Top-Marken und CEOs der deutschen Spitzenindustrie Bundeskanzler Merz begleiten, halte ich für ein sehr vielversprechendes Zeichen. Es zeigt, daß es im grundlegenden Interesse der deutschen Industrie liegt, eine langfristige Zusammenarbeit mit China anzustreben. Daher bin ich wirklich optimistisch.“
Zepp-LaRouche verwies auf die VCTC als Beispiel für ein neues Kooperationsmodell, um Technologien auszutauschen und neue E-Fahrzeugmodelle zu entwickeln. „China hat nicht nur in der Automobilindustrie, sondern auch allgemein im Bereich des intelligenten Fahrens und mit neuen Technologien unglaubliche Fortschritte gemacht“, sagte sie. „Anstatt diesen Vorteil auszunutzen und die deutsche Wirtschaft weiter in die Krise zu treiben, streckt China die Hand aus und bietet an, daß Deutschland von diesen neuen Durchbrüchen lernen kann. Das ist die perfekte Anwendung der chinesischen Methode der Konfliktlösung: Anstatt auf Konfrontation zu setzen, neigt China immer dazu, eine höhere Ebene zu finden, auf der der Konflikt gelöst werden kann. Die Initiativen für Globale Sicherheit, Globale Entwicklung, Globale Zivilisation und insbesondere für Globale Regierungsführung zeigen meiner Meinung nach die gleiche Art harmonischer Entwicklung, die allen einen Ausweg bietet, und ich denke, daß dieses Modell in der heutigen sehr schwierigen Welt wirklich entscheidend ist.“
Auf eine Frage nach den gemeinsamen Werten beider Länder hin verwies sie auf deren wertvolle kulturelle und philosophische Traditionen und stellte die These auf, wenn die beiden Nationen sich zusammentäten – wie es einst schon Gottfried Leibniz vorgeschlagen hat –, dann könnten sie die Weltlage in Bezug auf die Entwicklung völlig verändern:
„Wenn die zweit- und drittgrößten Volkswirtschaften [China und Deutschland, Red.] zusammenarbeiten, haben sie unbegrenztes Potential. Sie können Joint Ventures gründen, um die Entwicklung des Globalen Südens zu fördern; sie können mit der Globalen Mehrheit zusammenarbeiten. Und ich denke, wenn diese Beziehung jetzt eine neue Ära einleitet, sehe ich unbegrenzte Möglichkeiten.
Ich habe die Situation lange Zeit sehr kritisch gesehen, aber jetzt glaube ich zum ersten Mal, daß sich das Umfeld verändert hat und daß eine Chance genutzt werden kann, um ein Wunder zu vollbringen. Schließlich sind Deutschland und China die beiden Länder, die Wirtschaftswunder erlebt haben: Deutschland in der Nachkriegszeit, und China hat das beispielloseste Wunder in der Weltgeschichte vollbracht, und wenn diese beiden Länder ihre Erfahrungen bündeln, sehe ich wirklich eine großartige Zukunft vor uns.“
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