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Neue Solidarität
Nr. 5-6, 29. Januar 2026

Aus Wissenschaft und Technik

Chinas Kernfusionsprogramm: Demonstrationsreaktor schon 2030?

E.I.R. Nachrichten, 19.01. 2026 – Chinas Bestrebungen zur Entwicklung einer kontrollierbaren Kernfusion treten in eine „entscheidende Phase“ ein. Laut Experten und Führungskräften, die auf einer großen Branchenkonferenz in Hefei in der Provinz Anhui zu Wort kamen, sollen in diesem Jahr Beschaffungen im Zusammenhang mit der Kernfusion im Gesamtwert von fast 10 Milliarden Yuan (1,37 Milliarden US-Dollar) getätigt werden.

Auf der Fusion Energy Technology and Industry Conference 2026, an der mehr als 1.500 Teilnehmer teilnahmen, erklärten die Redner, Chinas Fusionsprogramm sei bereit, von der Forschung zur Entwicklung praktischer Energiesysteme überzugehen. Ein Bericht der China Daily hebt den Burning Plasma Experimental Superconducting Tokamak (BEST) hervor, der derzeit in Hefei gebaut wird und dessen Ziel es ist, bis etwa 2030 einen Netto-Fusionsenergiegewinn und Stromerzeugung zu demonstrieren.

„Die Fusion ist nicht mehr nur ein physikalisches Experiment. Sie wird zu einem energietechnischen Projekt”, sagte Song Yuntao vom Institut für Plasmaphysik der Chinesischen Akademie der Wissenschaften. „Die entscheidende Frage ist nun, wie man sie aufbaut, betreibt und wirtschaftlich rentabel macht.”

Der Analyst Xu Qiang von Guotai Haitong Securities sagte, Chinas Vorteil liege in der Kombination „staatlich geführter Forschung mit wachsender Beteiligung des privaten Sektors”, was die Technologieentwicklung beschleunige. Die EAST-Anlage in Hefei hat mit einer Aufrechterhaltung der Plasmatemperaturen von über 100 Millionen °C für mehr als 1.000 Sekunden Weltrekorde aufgestellt, während BEST als nächste Plattform auf dem Weg zu zukünftigen Kraftwerken positioniert ist.

Auch das Interesse der Investoren ist gewachsen. Guotai Haitong schätzt, daß die 2025 aufgelegten börsengehandelten Fonds im Zusammenhang mit der Fusion 70 Milliarden Yuan in den Sektor gebracht haben. Unterdessen kündigte die Hefei Industry Investment Group einen neuen Fusions-Risikokapitalfonds mit einem Startkapital von 1 Milliarde Yuan an, der wichtige Technologien über einen Zeitraum von 15 Jahren unterstützen soll.

Auf der Konferenz wurden auch Pläne zum Bau einer „Fusionsstadt“ im Kreis Changfeng in Hefei bekannt gegeben, die Forschungscampus, Industriecluster und unterstützende Wohnanlagen integrieren und von großen Ingenieurprojekten getragen werden soll.

* * *

Die BRI in Europa:
Budapest und Belgrad endlich durch moderne Eisenbahn verbunden

E.I.R. Strategic Alert, 22.1. 2026 – Die gerade fertiggestellte modernisierte Bahnstrecke Budapest-Belgrad ist ein Vorzeigeprojekt der chinesischen Gürtel- und Straßen-Initiative (BRI) auf dem Balkan. Die in Zusammenarbeit mit China Railway International und China Communication Construction Company gebaute 350 km lange Strecke ermöglicht Geschwindigkeiten von bis zu 220 km/h und verkürzt die Fahrzeit von acht Stunden auf etwas mehr als zwei Stunden. Auf serbischer Seite ist die Strecke seit Oktober 2025 in Betrieb. Die ungarischen Abschnitte werden nach Angaben des ungarischen Verkehrsministers János Lázár am 27. Februar für den Güterverkehr freigegeben, der Personenverkehr folgt zwei Wochen später am 15. März.

Der Bau in Ungarn verzögerte sich, weil die Europäische Kommission behauptete, er könne nicht von der EU mitfinanziert werden, weil die Ausschreibung nicht dem EU-Vergaberecht entspreche. 85% der Finanzierung sollte die chinesischen Exim Bank stellen, aber die EU hätte andere Mittel zurückhalten können. Der Streit wurde schließlich gelöst, verzögerte jedoch den Projektstart bis 2021. Die chinafeindliche Haltung der Europäischen Kommission blieb nicht unbemerkt.

Die neue Bahnstrecke schafft nicht nur eine wichtige Verbindung zwischen den Hauptstädten Belgrad und Budapest, sondern auch mit Skopje in Nordmazedonien und den griechischen Häfen Thessaloniki und Piräus. Damit erhalten die Binnenländer Osteuropas Zugang zum östlichen Mittelmeer und zuden Weltmeeren. Der Hafen von Piräus im Großraum Athen wurde erheblich ausgebaut, die chinesische COSCO betreibt ihn im Rahmen eines langfristigen Pachtvertrags mit der griechischen Regierung. Die Strecke zwischen Belgrad und Thessaloniki befindet sich noch in verschiedenen Phasen von Umbau und Entwicklung und ist weiterhin nur langsamer befahrbar.

Der Korridor wurde schon ab 2012 in mehreren EIR-Sonderberichten vorgestellt.

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