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E.I.R. Nachrichten, 21. Januar 2026 – In einer „seltenen gemeinsamen Erklärung zur Moral der US-Außenpolitik“,1 wie sie es nennen, fordern drei Kardinäle in den USA eine öffentliche Diskussion über die Warnung von Papst Leo XIV. vor dem wachsenden „Kriegseifer“ und der „auf Gewalt basierenden Diplomatie“ inmitten der „tiefgreifendsten und hitzigsten Debatte über die moralischen Grundlagen des Handelns der USA in der Welt seit dem Ende des Kalten Krieges“. Die Unterzeichner sind der Erzbischof von Chicago, Blasé Cupich, der Erzbischof von Washington, Robert McElroy, und der Erzbischof von Newark, Joseph Tobin.
Die drei zitieren aus Papst Leos Ansprache vom 9. Januar vor dem diplomatischen Corps, das beim Vatikan akkreditiert ist.2 Seine Gedanken „tragen zu einer wahrhaft moralischen Grundlage für internationale Beziehungen bei…, die uns einen dauerhaften ethischen Kompaß für die Festlegung des Kurses der amerikanischen Außenpolitik in den kommenden Jahren gegeben hat“, schreiben sie. Weiter heißt es:
„Als Seelsorger und Bürger begrüßen wir diese Vision für die Etablierung einer wirklich moralischen Außenpolitik für unser Land. Wir streben nach einem wahrhaft gerechten und dauerhaften Frieden… Wir lehnen Krieg als Instrument zur Durchsetzung engstirniger nationaler Interessen ab und erklären, daß militärische Maßnahmen nur als letztes Mittel in Extremsituationen angesehen werden dürfen, nicht als normales Instrument der nationalen Politik. Wir streben eine Außenpolitik an, die das Recht auf menschliches Leben, Religionsfreiheit und die Förderung der Menschenwürde in der ganzen Welt respektiert und fördert, insbesondere durch Wirtschaftshilfe.
Die Debatte in unserem Land über die moralischen Grundlagen der amerikanischen Politik ist von Polarisierung, Parteigeist und engen wirtschaftlichen und sozialen Interessen geprägt. Papst Leo hat uns das Prisma gegeben, durch das wir sie auf eine viel höhere Ebene heben können…“
Die Erklärung der drei Kardinäle wurde von Vatican News veröffentlicht, aber nicht von der US-Bischofskonferenz herausgegeben. In ihrer gemeinsamen Pressemitteilung zu der Erklärung begründen sie, warum sie sich entschieden haben, diese zum jetzigen Zeitpunkt zu veröffentlichen:
„Wir können nicht tatenlos zusehen, wie Entscheidungen getroffen werden, die Millionen Menschen zu einem Leben am Rande der Existenz verdammen“, sagte Kardinal Cupich. Wir müssen die „Lehren von Papst Leo auf das Verhalten unserer Nation und ihrer Führer anwenden“.
Kardinal McElroy erinnerte an die katholische Soziallehre: „Wenn eng gefaßte nationale Interessen die moralische Verpflichtung zur Solidarität zwischen den Nationen und die Würde des Menschen ausschließen, bringt das unermeßliches Leid über die Welt und stellt einen katastrophalen Angriff auf den gerechten Frieden dar, der allen Nationen zugutekommt und dem Willen Gottes entspricht.“
Kardinal Tobin warnte, es sei dringend notwendig, daß die Menschen „Papst Leos Vision gerechter und friedlicher Beziehungen zwischen den Nationen unterstützen. Sonst drohen eskalierende Drohungen und bewaffnete Konflikte die internationalen Beziehungen zu ruinieren und die Welt in unermeßliches Leid zu stürzen.“
Anmerkungen
1. Three Catholic Cardinals Issue Rare Joint Statement on the Morality of U.S. Foreign Policy,
Internetseite des Erzbistums Chicago (englisch).
2. Neujahrsansprache von Papst Leo XIV. an Diplomaten, 09.01.2026, Internetseite des Vatikans.
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