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In einem Exklusivinterview mit EIR kritisiert Vizeadmiral
a.D. Schönbach die einseitige Ausrichtung
der deutschen Sicherheitsstrategie.
E.I.R. Nachrichten, 5.9. 2026 – EIR und der italienische YouTube-Kanal Spunti di riflessione haben Vizeadmiral a.D. Kay-Achim Schönbach, den ehemaligen Inspekteur der deutschen Marine, interviewt. Das Video wurde auf Deutsch und Italienisch veröffentlicht. Darin kritisiert der Vizeadmiral, die neue deutsche Sicherheitsstrategie sei „zu sehr auf die russische Bedrohung ausgerichtet ... anstatt die Bundesrepublik Deutschland und ihre Bevölkerung in den Mittelpunkt des Schutzauftrages zu stellen, und zwar in alle Richtungen“. Unter Verweis auf den Befehlshaber der US-Streitkräfte in Europa weist er die Behauptung zurück, Rußland plane einen Angriff auf Polen und Deutschland, und bezeichnet es als Fehler, die russische Führung und die russische Bevölkerung zu kriminalisieren.
Der Vizeadmiral a.D. verurteilt die „russische Aggression gegen die Ukraine“, aber „die Dämonisierung – ganz wichtig – die Dämonisierung des russischen Präsidenten der russischen Föderation und, in Teilen auch von deutschen Medien mitversacht, der russischen Bevölkerung ist unklug und abwegig, denn irgendwann wird dieser Krieg vorbei sein und dann muß das Leben mit einem Staat an unserer östlichen Grenze auch weitergehen. Nach meiner Ansicht, aber nach der viel bedeutenderen und aussagekräftigeren Ansicht der wichtigsten Geheimdienste, vor allem aber des obersten US-Soldaten in Europa, ist Rußland weder willens noch in der Lage, die NATO anzugreifen.“ Wer darauf beharre, daß Rußland in Europa einmarschieren wolle, zeige eine „unterirdische Intellektualität“.
Die russische Rüstung, die intensiv verfolgt werde, „wird als Gestalt wahrgenommen, als wäre sie eine Vorbereitung auf einen Krieg Europas. Unsere Rüstung, die auf einem viel höheren Status begonnen hat, also nicht nur Deutschlands, sondern Europas und der NATO ... soll aber in Rußland verstanden werden als eine friedensstiftende Maßnahme.“
Vielleicht liege die Ursache für eine solche „Besessenheit“ darin, so Schönbach, daß man „wie bei der Migrationspolitik so auch hier aller Welt zeigen will, daß wir Deutschen wieder gut sind oder wieder gut sein wollen. Die Ukraine ist aus der Sicht der politischen Eliten Deutschlands ein gefundenes Subjekt, das mit rückhaltloser Unterstützung gegen die Bestie Moskau verteidigt werden muß und damit Deutschland diesmal historisch auf der richtigen Seite steht“.
Deutschland überschreite jedoch eine rote Linie, indem es auf deutschem Territorium Waffen für die Ukraine produziert. Kiew greife mit diesen Waffen Ziele in Rußland an, und Admiral Schönbach warnt vor den Folgen: „Das ist Krieg auch in der Tiefe des Raums, und Rußland kann sich praktisch nicht erwehren. Ich mache mir nicht die Position zu eigen, sorge mich aber um das Verstehen. Und Rußland kann sich quasi nicht erwehren gegen die Bedrohung von Produktionsstätten, weil sie außerhalb der Ukraine liegen. Deswegen muß ich als deutscher Staatsbürger die Sorge haben, daß es irgendwann auch auf deutschen Boden zu russischen Militäraktionen kommt, die ganz unterschiedlich aussehen können. Wir werden uns davor nicht schützen können am Ende. Wir werden dort vielleicht auch große Verluste erleiden und ich hoffe, daß das nicht geschieht.“
Vizeamiral Schönbach machte 2022 Schlagzeilen, als er gezwungen wurde, von seinem Posten als Marineinspekteur zurückzutreten, nachdem einige Äußerungen von ihm während eines nichtöffentlichen Treffens in Indien publik geworden waren. Bei dieser Gelegenheit hatte er erklärte, Wladimir Putin verlange als Präsident Rußlands Respekt vom Westen, und wäre ihm dieser Respekt entgegengebracht worden, hätte Putin die Invasion der Ukraine wohl nicht begonnen. Darüber hinaus sagte er, Rußland werde die Krim nicht freiwillig zurückgeben.
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