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Neue Solidarität
Nr. 3-4, 15. Januar 2026

Das Erbe von 2025: eine Liquiditätskrise

In der Woche vom 26. Dezember bis zum 2. Januar pumpte die Federal Reserve (Fed) 142 Mrd.$ an Notfall-Liquidität in den Repo-Markt, davon allein 74 Mrd.$ am 31. Dezember – die größte Operation dieser Art seit Beginn der COVID-Pandemie. Viele Finanzmedien spielten dies hastig herunter und behaupteten, es sei zum Jahresende „normal“, daß Unternehmen Liquidität benötigen und den Markt unter Druck setzen. So meldete die britische Nachrichtenagentur Reuters am 2. Januar: „Es ist höchst unwahrscheinlich, daß die Aktivitäten im Rahmen der ständigen Repo-Geschäfte auf irgendwelche Marktprobleme hindeuten.“

Doch schon ein kurzer Blick auf die Website der Fed zeigt, daß es Ende 2024 oder Ende 2023 keine solche angeblich „normale“ Liquiditätskrise gab, damals mußte die Fed den Repo-Markt nicht stützen. Zudem gab es im letzten Quartal 2025 weitere Finanzspritzen: 85 Mrd.$ in der Woche vom 25. November zum 2. Dezember sowie 109 Mrd.$ in der Woche vom 27. Oktober zum 4. November. Eine „normale“ Liquiditätskrise – jeden Monat?

Wenn Banken sich gegenseitig keine Kredite gewähren, kann das daran liegen, daß sie Liquidität zur Deckung von Verlusten benötigen oder daß ein großes Unternehmen in Schwierigkeiten ist und dies Panik auf dem Markt der Verbriefungen auslöst. Auf dem Kryptowährungsmarkt gibt es Verluste, es ist aber nicht bekannt, wer am stärksten betroffen ist. Das Wall Street Journal berichtete, Krypto-Investoren hätten 2025 über 1 Billion $ an Marktwert verloren. Nun verlassen die Ratten das sinkende Schiff, und für 2026 sieht es noch schlechter aus. Einige der riesigen Rechenzentren für das „Mining“ von Bitcoin wurden bereits in KI-Rechenzentren umgewandelt, in der verzweifelten Hoffnung, von der nächsten großen Spekulationsblase zu profitieren. Selbst die Kaufwelle der sog. „Krypto-Treasury-Unternehmen“, die eigens gegründet wurden, um Kryptowährung zu kaufen, ist verebbt. So sagte Santiago Roel Santos, Chef von Inversion Crypto-Investment: „Die Stimmung ist ziemlich düster... Ich glaube, die unangenehmste Phase der Kryptowährungen hat begonnen.”

Aber der Wechsel von Kryptowährungen zu KI-Aktien ist auch nicht die Rettung. Ökonomen diskutieren darüber, ob KI eine Blase ist, und die Bank of England hat in ihrem Finanzstabilitätsbericht 2025 von Anfang Dezember deutlich gewarnt: „Nach Einschätzung des Finanzpolitischen Ausschusses sind viele Bewertungen risikoreicher Vermögenswerte nach wie vor erheblich überzogen, insbesondere bei Technologieunternehmen, die sich auf künstliche Intelligenz (KI) konzentrieren. Die Aktienbewertungen in den USA sind fast so hoch wie seit der Dotcom-Blase und in Großbritannien seit der globalen Finanzkrise (GFC) nicht mehr. Dies erhöht das Risiko einer starken Korrektur.“

Und weiter: „Die Rolle der Fremdfinanzierung im KI-Sektor nimmt rapide zu, da KI-orientierte Unternehmen umfangreiche Infrastrukturinvestitionen anstreben. Nach einigen Schätzungen der Branche könnten die Ausgaben für KI-Infrastruktur in den nächsten fünf Jahren 5 Billionen Dollar übersteigen. Man … erwartet, daß etwa die Hälfte extern finanziert wird, hauptsächlich durch Fremdkapital. Die engeren Verbindungen zwischen KI-Unternehmen und Kreditmärkten sowie die zunehmende Vernetzung dieser Unternehmen bedeuten, daß im Falle einer Korrektur der Vermögenspreise Verluste aus der Kreditvergabe die Risiken für die Finanzstabilität erhöhen könnten (Hervorhebung von uns).“ Anders gesagt: Wenn es wie eine Blase aussieht, sich wie eine Blase verhält und nach einer Blase klingt – dann ist es eine Blase!

ccc

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