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Von Dipl. Ing. Jürgen Schöttle
Jürgen Schöttle ist Diplom-Ingenieur für Kraftwerksbau mit
jahrzehntelanger Erfahrung im Kernenergiesektor.
In der Berliner Konferenz des Schiller-Instituts hielt er
am 30. Mai den folgenden Vortrag.
Abb. 1: Energieverbrauch der Welt
Der Weltenergiebedarf wird immer größer. Derzeit beträgt der Primärenergieverbrauch 183.000 Terawattstunden (TWh), stark steigend. Der Trend wird sich durch Bevölkerungszuwachs und Industrialisierung fortsetzen.
Zusammen decken Kohle, Öl und Gas 86% des Primärenergieverbrauchs ab. Trotz des starken Ausbaus erneuerbarer Energien bleibt die globale Energieversorgung weiterhin massiv von fossilen Brennstoffen abhängig.
Diese Zahlen gelten auch für Deutschland, mit einem Primärenergieverbrauch von 3.000 TWh jährlich und einem erneuerbarem Anteil von ca. 20%, damit sind wir nur 6% besser als der Weltdurchschnitt.
Übrigens, Deutschland importiert diese 80%, was zu Kosten von ca. 84 Mrd. € jährlich führt.
Solar- und Windanlagen mit einer Stromerzeugungsleistung von 212 TWh jährlich machen mal gerade 10% der Endenergie aus. Nur diese Anlagen sind in Zukunft ausbaubar.
Derzeit sind in Deutschland Solar- und Windanlagen installiert, die 212 TWh jährlich Strom erzeugen. An sonnen- und windreichen Tagen übersteigt die Produktion bei weitem den Bedarf von ca. 75 GWh/h, so daß es zu regelmäßigem Abschalten von Solar- und Windanlagen kommt und negative Strompreise an der Börse entstehen.
Bis 2045 sollen Solar- und Windanlagen vierfach ausgebaut werden, die eine Strommenge von 1.000 TWh jährlich erzeugen könnten, Der Stromverbrauch in 2045 wird in der Tagesspitze über 100 GWh/h gerechnet. An sonnen- und windreichen Tagen ist jedoch mit einer Erzeugungsmenge von über 200 GWh/h zurechnen, also um Faktoren höher als notwendig.
Dieser Stromüberschuß läßt sich nur mit Stromspeichern lösen. Die heutige Speichermöglichkeit mit Pumpspeicher- und Batterieanlagen reicht gerade mal für einen Stromausfall von wenigen Minuten aus.
Den überschüssigen Strom zu speichern, ist zwar technisch möglich, aber extrem teuer, unbezahlbar.
Entsprechend der Grafik sollen in 2045 etwa 1.000 TWh jährlich mit Erneuerbaren hergestellt werden, die restlichen 1.000 TWh sollen durch Wasserstoffimporte gedeckt werden. Bei einem zu erwartenden Wasserstoffpreis von 8-12 €/kg bedeutet das eine Importsumme von ca. 300 Mrd. € jährlich, das heißt, unsere Souveränität wird immer kleiner, wir werden immer abhängiger. Bisher war für die Energieversorgung nur ein Import von 84 Mrd. notwendig.
Die durchschnittlichen Kosten der Erneuerbaren Energien liegen bei ca. 12,4 Cent/kWh – neue Solar- und Windanlagen bei ca. 7 Cent/kWh, sind aber volatil. Die reinen Stromerzeugungskosten von Kohlekraftwerken und auch von Kernkraftwerken liegen bei einer Auslastung von über 6.000 Stunden jährlich bei 4-6 Cent/kWh und sind grundlastsicher.
Um volatile Anlangen mit grundlastsicheren Kraftwerken zu vergleichen, müssen die Systemkosten hinzugerechnet werden. Systemkosten sind notwendige Kurzzeitspeicher wie Batterien samt Backupkraftwerken und der Netzausbau. Diese Kosten werden den Stromerzeugungspreis von Solar- und Windanlagen um den Faktor 8 zu Grundlastkraftwerken erhöhen.
Die deutsche Energiepolitik, der Ausstieg aus der Kernenergie, ist durch ständig steigende Stromerzeugungskosten, Netzentgelte und immer höhere Subventionen gekennzeichnet.
Die Einspeisevergütungen der Erneuerbaren Energien werden mit ca. 18 Mrd. € jährlich steuerfinanziert, die Redispatch-Kosten belaufen sich auf 3 Mrd. € jährlich, stetig steigend.
Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis liegt bei 40 Cent/kWh, mit der steuerfinanzierten Einspeisevergütung würde er heute knapp 50 Cent/kWh betragen, das ist schon fast Weltspitze.
Die Folie zeigt die erwartbaren Stromerzeugungskosten ohne die Netzkosten. Mit den heutigen Steuern und Umlagen und ohne Subventionen ist in Zukunft mit einem Haushaltsstrompreis von knapp 1 €/kWh zu rechnen.
Das ist das Ergebnis einer fehlgeleiteten grünen Energiepolitik, hinter der auch ein großer Teil der Bevölkerung steht, die durch Jahrzehnte langes politisches und mediales Werben beeinflußt wurde: „Deutschland muß das Klima retten“, „Wind und Sonne schicken keine Rechnung“, „Kernenergie ist Teufelszeug“, „es gibt kein Endlager für radioaktive Abfälle“ – alles Unsinn.
In einem Industrieland mit wenig Sonne und Wind wie in Deutschland ist eine Energiewende nur mit einem Mix von Erneuerbaren Energien und neuen Technologien wie Kernenergie und Fusion möglich
Die Energiewende hat uns bisher 700 Mrd. € gekostet Die zukünftigen Investitionskosten der Solar- und Windanlagen samt Batteriespeicher und Backupkraftwerken belaufen sich auf ca. 5.000 Mrd. €. Es gibt Studien, die auf die doppelte Summe, also 10.000 Mrd. € kommen.
Die mehrfache Feststellung des Bundesrechnungshofes ist richtig, wenn er anmahnt: „Die Versorgungssicherheit ist gefährdet, der Strom ist teuer und Auswirkungen der Energiewende auf Landschaft, Natur und Umwelt kann die Bundesregierung nicht umfassend bewerten.“
Deindustrialisierung und Wohlstandsverluste sind schon heute deutlich spürbar und werden unaufhaltsam fortschreiten. Die deutsche Energiewende ist nicht finanzierbar, sie wird scheitern! Sie ist gescheitert.
Zusammenfassend ist festzustellen, daß mit der Energiewende der Wirtschaftsstandort Deutschland nicht mehr konkurrenzfähig ist und deutlich an Souveränität verliert.
Alle Solaranlagen, große Anteile von Windanlagen und Batterien werden importiert. Der zukünftige Import von Wasserstoff wird uns von den wenigen Lieferländern völlig abhängig machen.
Der deutsche Weg ist kein Vorbild für die Welt, mit dem hohen Materialverbrauch von volatilen Energien ist der Weg in eine weltweite Energiewende völlig ausgeschlossen. Importabhängigkeit, Energiekosten, Versorgungssicherheit, Deindustrialisierung und Wohlstandsverluste werden unsere zukünftigen Herausforderungen sein.
Eine Energiewende ohne einen Mix mit neuen, innovativen Technologien wie fortgeschrittenen Reaktoren und Fusionsanlagen wird scheitern.
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