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Neue Solidarität
Nr. 21-22, 21. Mai 2026

Aus Wissenschaft und Technik

Deutsches Unternehmen steigt mit neuem Stellarator
in das Rennen um Fusionsenergie ein

E.I.R. Nachrichten, 26.4. 2026 – Das Münchner Unternehmen Proxima Fusion unterzeichnete eine Absichtserklärung mit dem Freistaat Bayern, RWE und dem Max-Planck-Institut für Plasmaphysik über den Bau des weltweit ersten kommerziellen Stellarator-Fusionskraftwerks auf dem Gelände des ehemaligen Kernkraftwerks Gundremmingen. Proxima Fusion erhielt kürzlich eine Finanzierung in Höhe von 113 Millionen Euro, womit sich die Gesamtfinanzierung auf 385 Millionen Euro aus Quellen wie Siemens Energy Ventures und dem European Innovation Council Fund beläuft.

Der Stellarator „Alpha“ wird ein Demonstrations-Reaktor sein und voraussichtlich 2030 in Betrieb gehen. Man erwartet, daß er der erste Stellarator sein wird, der einen Nettoenergiegewinn erzielt – das heißt, mehr Energie produziert, als zugeführt wurde. Er soll wichtige Fusionstechnologien unter realen Bedingungen testen und validieren, was kürzere Entwicklungszyklen ermöglichen und zum Bau eines kommerziellen Kraftwerks, dem Stellaris, führen soll.

Das heiße Plasma in einer Fusionsanlage muß durch leistungsstarke Magnete eingeschlossen werden, um es zu stabilisieren und eine Fusionsreaktion zu erzeugen. Ein gängiger Ansatz dafür ist das Tokamak-Design, das eine Donut-förmige Konstruktion mit riesigen externen Magneten nutzt, um das Plasma einzuschließen. Der Stellarator verfügt über ein einzigartiges Design, bei dem der innere Torus selbst verdreht ist, und verwendet ebenfalls Magnete – was in der Konstruktion und im Bau aufwendiger ist, aber eine stabilere Plasmaführung ermöglicht.

Die Herausforderung liegt nicht nur im physikalischen Design, sondern auch in der industriellen Produktion. Die Magnete werden aus Spezialstahl hergestellt und müssen mit hoher Präzision bearbeitet werden. Das erfordert Experten, die computergesteuerte Werkzeugmaschinen bedienen können, darunter Bohr-, Fräs- und Drehmaschinen. In Deutschland gibt es schätzungsweise 550.000 dieser Maschinisten, doch angesichts des Niedergangs der Industrie im Land ist unklar, wie effizient der Stellarator gebaut werden kann (Quelle: world-nuclear-news.org).

* * *

China präsentiert neue Mondmineralien
und legt Zeitplan für Mars-Probenrückführung fest

E.I.R. Nachrichten, 24.4. 2026 – Anläßlich der Eröffnung des 11. China-Weltraumtags am 24. April, machte Chinas Nationale Weltraumbehörde (CNSA) zwei bedeutende Ankündigungen: Zum einen wurden zwei zuvor unbekannte Mondmineralien aus der Chang‘e-5-Probenrückführung identifiziert, zum anderen wurde der Start der Tianwen-3-Mars-Probenrückführungsmission für 2028 und die Rückkehr für 2031 bestätigt.

Beide Ankündigungen passen in einen längeren strategischen Horizont, für den China ein operatives Programm entwickelt hat. In diesem werden Mond- und Marsproben nicht nur hinsichtlich ihrer Erkenntnisse über die Geschichte des Sonnensystems untersucht, sondern auch als Wissensbasis für eine permanente menschliche Präsenz jenseits der Erde genutzt. Die Nutzung von Mond- und Marsressourcen, einschließlich der für die moderne Industrie kritischen Seltenen Erden, wird den Unterschied zwischen menschlichen Kurzbesuchen auf anderen Welten und ihrer Entwicklung und Besiedlung ausmachen.

Die zwei neuen Mineralien Magnesiochangesit-(Y) und Changesit-(Ce) wurden von der Internationalen Mineralogischen Vereinigung offiziell anerkannt und klassifiziert. Sie folgen auf die Entdeckung von Changesit-(Y) im Jahr 2022, dem ersten neuen Mondmineral, das von chinesischen Wissenschaftlern identifiziert wurde. Die drei sind die einzigen neuen Mondmineralien, die außerhalb des US-amerikanischen Apollo-Programms gefunden wurden. Gemäß den internationalen mineralogischen Namensregeln wird jedes zukünftige Mineral in derselben Serie, unabhängig von seinem Entdecker, „Changesit“ als seinen Stammnamen verwenden.

Am selben Tag kündigte die CNSA an, daß die Tianwen-3-Mission zur Rückführung von Mars-Proben um 2028 starten und die Proben um 2031 zurückbringen wird. Die Agentur wählte fünf internationale Kooperationsprojekte aus 28 Vorschlägen aus. Der Orbiter wird ein PEX-Spektrometer, einen Molekülionen-Zusammensetzungsanalysator und ein Laser-Heterodyn-Spektrometer tragen, um die Oberflächenmineralogie, die atmosphärische Flucht und die Wasser-Isotop-Verteilung zu studieren. Das Servicemodul wird einen Hyperspektral-Imager für die Erkennung von Biosignaturen auf der Oberfläche tragen. Diese Systeme wurden in China, einschließlich Festland, Macau und Hongkong, entworfen. Der Lander wird ein Laser-Retroreflektor-Array tragen, das vom italienischen Frascati-Nationallabor beigesteuert wurde. Es etabliert einen präzisen Oberflächen-Referenzpunkt, der auch zukünftigen internationalen Missionen dienen wird.

Zusammengenommen skizzieren die Ankündigungen vom Freitag den Bogen eines seriösen nationalen Weltraumwissenschaftsprogramms: Grundlagenforschungs-Entdeckungen, die das Verständnis der Menschheit vom Sonnensystem stetig erweitern, werden neben operativen Zeitplänen für die nächste Phase von Missionen präsentiert. Der Kontrast zum neu etablierten Cislunar-Koordinierungsbüro der US Space Force, das für den „Schutz und die Verteidigung US-amerikanischer Interessen“ im cislunaren Raum gegen russische und chinesische Präsenz zuständig ist, könnte nicht größer sein. Während sich das eine Programm um die friedliche Erweiterung menschlichen Wissens und menschlicher Fähigkeiten dreht, dreht sich das andere um die Militarisierung derselben Domäne. (Quelle: globaltimes.cn)

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