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Von Prof. Zhang Weiwei
Zhang Weiwei ist Professor für Internationale Beziehungen an der Fudan-Universität in Shanghai und Direktor ihres China-Instituts. Übersetzung aus dem Englischen.
Vielen Dank und hallo, Frau Helga LaRouche. Hallo alle zusammen. Wir sind heute hier, um unsere schärfste Verurteilung der von den Vereinigten Staaten und Israel gegen den Iran verübten Militärangriffe zum Ausdruck zu bringen. Ein Angriffskrieg, der gegen das Völkerrecht verstößt, die Menschenrechte mit Füßen tritt und dem iranischen Volk und darüber hinaus beispielloses Leid gebracht hat.
Ich möchte hier einige Punkte ansprechen.
Zuallererst: Wir sind zutiefst betrübt und empört über die hohen zivilen Opferzahlen, die diese Aggression verursacht, und über die rücksichtslosen Angriffe auf Schulen, Brücken, Sportanlagen, Universitäten und andere zivile Ziele, die Kriegsverbrechen darstellen. Das ist nicht nur ein eklatanter Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht, sondern auch ein Verrat am grundlegendsten menschlichen Gewissen.
Zweitens sind die Angriffe der USA und Israels auf die iranischen Kernkraftwerke ebenso entsetzlich. Sie untergraben das internationale System der Nichtverbreitung von Kernwaffen und bergen die Gefahr einer nuklearen Kontamination für die gesamte Region, wodurch das Leben von Millionen Menschen einem noch größeren Risiko ausgesetzt wird. Das müssen wir unverzüglich stoppen.
Drittens hat sich der Krieg auch auf die gesamte Golfregion ausgeweitet und diese in noch größeres Chaos und noch größere Instabilität gestürzt. Was als Angriff auf den Iran begann, hat sich rasch ausgebreitet, militärische Konflikte und Spannungen in den Nachbarländern eskalieren und schaffen einen Teufelskreis der Gewalt, der keine Anzeichen einer Entspannung zeigt.
Darüber hinaus stellt dieser Krieg auch eine ernsthafte Bedrohung für die Weltwirtschaft dar und sendet weltweit Schockwellen durch den Energiemarkt, die Handelsbeziehungen und die Lieferketten. Die Straße von Hormus, ein wichtiger globaler Transportweg für Energie und Rohstoffe, wurde durch den Konflikt unterbrochen. Der skrupellose Angriff der USA hat nicht nur der Welt Unheil gebracht, sondern er hat auch ihre eigenen tiefsitzenden Probleme und Schwächen offenbart – er offenbart die Anfälligkeit und möglicherweise den bevorstehenden Zusammenbruch der von den USA angeführten unipolaren Weltordnung. Der von den USA und Israel gestartete Blitzangriff ist gescheitert, und sie könnten durchaus im Morast eines Zermürbungskrieges versinken, den sie nicht gewinnen können.
Durch den entschlossenen und schnellen Widerstand des Iran ist der Mythos der militärischen Macht der USA zerschlagen worden. Donald Trump will den Krieg offensichtlich so schnell wie möglich beenden, doch um sein Gesicht zu wahren, könnte er weiterhin rücksichtslos Angriffe starten, die mehr Schaden und Blutvergießen verursachen. Die grundlegende Tatsache ist jedoch heute, daß die USA eine entschlossene und stolze Nation wie den Iran, der seit fast fünf Jahrzehnten unter US-Sanktionen steht, nicht besiegen können.
Zudem gerät die wirtschaftliche Hegemonie der USA ins Wanken. Zweifellos trifft die faktische Blockade der Straße von Hormus alle Länder. Der Anstieg der weltweiten Öl- und Gaspreise hat sich direkt auf die US-Wirtschaft ausgewirkt, die Inflation in die Höhe getrieben und die Lieferketten in eine Krise gestürzt, während die US-Staatsverschuldung 39 Billionen Dollar überschritten hat. Die weltweite Entdollarisierung beschleunigt sich, und der Krieg könnte den Zusammenbruch des Petrodollar-Systems auslösen oder eine beispiellose Finanzkrise für die USA und andere herbeiführen.
Darüber hinaus ist die moralische Hegemonie der USA ruiniert. Die USA mißachten das Völkerrecht und praktizieren unverhohlen das Recht des Dschungels und sehen sich nun einer raschen Gegenreaktion gegenüber. Die USA haben sich rasch verwandelt und sind vom Gastgeber der Weltmeisterschaft zum isolierten Einzelgänger geworden.
Ich möchte noch folgendes hinzufügen. Viele Menschen klagen, die UNO sei nutzlos, doch heute sehen wir, daß zahlreiche Länder öffentlich erklärt haben, der Krieg sei nicht von der UNO genehmigt, und sich daher weigern, ihn zu unterstützen. Mit anderen Worten: Die in der UN-Charta verankerte moralische Autorität kann nicht in Frage gestellt werden. Die Herausforderungen werden auf immer mehr Gegenreaktionen stoßen.
Schließlich bricht das Bündnissystem der USA zusammen. Kein einziger Verbündeter der USA ist bereit, sich an der von Donald Trump vorgeschlagenen Eskorte-Operation in der Straße von Hormus zu beteiligen. Die Golfstaaten, die hohe Beiträge an die USA gezahlt haben, haben keinen Schutz erhalten. Stattdessen sind sie zu Hauptopfern des Krieges geworden.
Lassen Sie mich nun kurz auf den von Frau Helga LaRouche vorgelegten Oasenplan eingehen. Ich möchte das Publikum hier darüber informieren, daß Chinas Energieabhängigkeit von ausländischem Öl und Gas dank Chinas langjährigem Engagement für grüne Energie und nachhaltige Entwicklung auf nur noch 15% Ende letzten Jahres gesunken ist. Chinas Energieautarkie liegt derzeit bei 85%. Infolgedessen ist China weit weniger von der weltweiten Energieknappheit betroffen, die dieser verantwortungslose Krieg verursacht.
Noch wichtiger ist, daß Chinas Bemühungen, Wüsten in grüne Kraftwerke zu verwandeln, atemberaubende Erfolge erzielt haben. Im gesamten riesigen nördlichen Teil Chinas findet eine bemerkenswerte Transformation statt. Einst karge Wüsten werden zu riesigen Zentren grüner Energie wiedergeboren. Chinas vier große Wüsten im Norden beherbergen nun riesige Solaranlagen und Windkraftanlagen, die unproduktiven Sand in eine Quelle grenzenloser sauberer Energie verwandeln. Solarzellen erzeugen nicht nur Strom, sondern schützen auch den Sand vor Winderosion und schaffen unter den Solarzellen schattige Bereiche, in denen dürreresistente Pflanzen wachsen und Tiere leben können.
Dieses Konzept – Strom in den Solarzellen, Gras unter den Solarzellen und Leben zwischen den Solarzellen – hat ein Sandmeer in eine blühende ökologische und energetische Oase verwandelt. Chinas Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien erreichte im vergangenen Jahr etwa 3500 TWh, davon die Hälfte aus Solar- und Windenergie. Das ist mehr als die gesamte Stromerzeugung der Europäischen Union, die jährlich bei etwa 2700 TWh liegt.
Mit anderen Worten: Wenn Frieden und Entwicklung im Nahen Osten wiederhergestellt werden können, können wir mit der Hilfe Chinas und aller anderen, die sich für Frieden und nachhaltige Entwicklung engagieren, diesen Oasenplan tatsächlich in die Tat umsetzen. Mit dieser etwas optimistischen Note möchte ich meine Rede beenden. Vielen Dank an alle, vielen Dank.
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