|
|
Von Dennis Small
Dennis Small ist Iberoamerika-Redakteur von Executive Intelligence Review; seine Rede wurde leicht bearbeitet und aus dem Englischen übersetzt, die Zwischenüberschriften wurden hinzugefügt.
Wenn man sich die verschiedenen Vorträge im Laufe des Vormittags und des Nachmittags anhört, kommt man nicht umhin, über eine gewisse Ironie nachzudenken: Dr. Postol hat gerade erklärt, daß der Iran, wenn er in die Enge getrieben wird, über entsprechende Fähigkeiten [für Atomwaffen] verfügt. Die Ironie dabei ist, daß die Vereinigten Staaten und Israel – mit den Briten im Hintergrund –, angeblich, um zu verhindern, daß der Iran einen Atomkrieg beginnt oder Atomwaffen einsetzt, eben die Umstände geschaffen haben, unter denen genau das durchaus geschehen könnte. Ist das nicht interessant? Fast so, als hätten sie es beabsichtigt.
Oder nehmen wir den Fall der Straße von Hormus, wo es ebenfalls zu einer gewaltigen Verschiebung gekommen ist – darauf werde ich gleich noch etwas näher eingehen –, wo Präsident Trump laut herausposaunt, das sei eine Folge des iranischen Vorgehens. Aber es ist nicht der Iran, der die Straße von Hormus gesperrt hat – wie sie selbst sagen, wurde sie nur teilweise gesperrt, für diejenigen, die Krieg gegen den Iran führen. Und auch das ist etwas, das von den Vereinigten Staaten und Israel initiiert wurde, wobei Großbritannien prominent im Hintergrund stand. Es ist also fast so, als wäre dies ihre Absicht gewesen.
Wir alle waren Zeugen und die meisten waren ziemlich entsetzt, als wir die blutrünstigen, brutalen Äußerungen von Präsident Donald Trump hörten, in denen er nicht nur davon sprach, den Iran zurück in die Steinzeit zu bomben – was schon schlimm genug wäre –, sondern dann noch den Satz hinzufügte: „wo sie hingehören“. Die Folge ist, einmal abgesehen vom Krieg selbst, eine anhaltende Implosion der Realwirtschaft, wobei die Straße von Hormus eine wichtige Rolle spielt: Wir erleben eine dramatische Unterbrechung eines großen Teils der weltweiten Ölversorgung sowie einen Zusammenbruch eines erheblichen Teils der Erdgas- und Düngemittelkapazitäten, wodurch die Nahrungsmittelproduktion bereits drastisch beeinträchtigt wird und eine Spirale des Zusammenbruchs zu befürchten ist.
Rechnen Sie nicht mit einem linearen, schrittweisen Zusammenbruch. Ich behaupte: Wenn diese Politik nicht geändert wird, dann werden in der Wirtschaft etwas erleben, das einer nuklearen Kettenreaktion entspricht. Und wir stehen kurz davor. Es kommt aber noch schlimmer, denn die Absicht dahinter – und ich bin überzeugt daß es die Absicht ist – ist sehr ähnlich wie bei dem, was mit Nord Stream passiert ist.
Man fragt sich vielleicht: Kann jemand so verrückt sein, so etwas zu tun, um absichtlich die Weltwirtschaft zu Fall zu bringen? Nun, schauen Sie sich einfach an, was in den letzten Jahren rund um Nord Stream passiert ist, und ich denke, Sie haben die Antwort.
Was alles jedoch noch schlimmer macht, ist die Tatsache, daß dieser schon laufende realwirtschaftliche Zusammenbruch mit einem Zusammenbruch des globalen Finanzsystems zusammenfällt, mit einer Spekulationsblase, die mittlerweile ein Ausmaß von mehr als 2,4 Billiarden Dollar hat. Diese Kombination von beidem – ein Zusammenbruch der Realwirtschaft und eine außer Kontrolle geratene spekulative Finanzblase –, hat die Welt an den Rand eines neuen finsteren Zeitalters gebracht. Und dieses neue finstere Zeitalter hat Auswirkungen und Folgen, deren Schaden wahrscheinlich größer wird als der Schaden durch Krieg – außer natürlich einem Atomkrieg. Das ist die Lage, mit der wir konfrontiert sind.
Meine These, die ich Ihnen heute darlege, ist folgende: Wenn wir diesen Prozeß genau verstehen, wie dieser Zusammenbruch funktioniert – warum er nichtlinear ist, warum wir mit der völligen Zerstörung spielen –, dann haben wir damit auch einen Schlüssel, das „Geheimnis“ für die Lösung der Krise.
Das hängt damit zusammen, daß die Natur des Wirtschaftswachstums und politischer Lösungen den Einsatz, die Anerkennung und die Verallgemeinerung einer einzigartigen menschlichen Eigenschaft erfordert, nämlich einer moralischen Handlungsabsicht als die höchste Kraft, die das physische Universum um uns herum prägt. Daß diese Fähigkeit nicht genutzt oder mißbraucht wird, hat uns an den Rand eines solchen nichtlinearen Zusammenbruchs gebracht, und diese Fähigkeit ist es, was uns die Lösung bietet.
Abb. 1: Grenzkonflikte weltweit. Die Ellipse zeigt die Region mit der
höchsten Konzentration solcher Konflikte.
Lassen Sie mich nun auf einige Einzelheiten eingehen. Zu Beginn möchte ich Ihnen eine Karte zeigen (Abbildung 1). Diese Karte stellt die 150 Grenzkonflikte dar, die es Fachleuten zufolge heute auf der Erde gibt. Ich habe die Punkte nicht gezählt, es könnten 250 sein, vielleicht auch nur hundert. Aber man spricht von 150 Grenzkonflikten, und fast jeder einzelne davon wurde vom Britischen Empire absichtlich geschaffen und hinterlassen, um eine Welt zu errichten, in der sie die sogenannten „Engpässe“ (choke points) kontrollieren können. Das reicht zurück bis zur Geopolitik von Alfred Mackinder, Alfred Mahan usw.: die Kontrolle von Engpässen, um das zu tun, was das Wort choke point andeutet: den Rest der Welt zu ersticken. Und Grenzkonflikte zu nutzen, um einen Zustand des Krieges „jeder gegen jeden“ zu provozieren, auf den Thomas Hobbes stolz gewesen wäre.
Nun möchte ich etwas ganz Einfaches tun, nämlich eine kleine Ellipse um das Gebiet mit der höchsten Konzentration dieser Grenzkonflikte zeichnen. Es stimmt zwar, daß es auch in Afrika viele davon gibt, wir müssen das jetzt nicht im einzelnen vergleichen. Aber genau dieses Gebiet, das unser unmittelbares Interesse betrifft – Südasien, Südwestasien, den Knotenpunkt der BRICS-Staaten, die Neue Seidenstraße, deren Verlängerung nach Afrika und die Entwicklung des Globalen Südens –, ist das Angriffsziel in der gefährlichen Situation, die wir heute haben.
Wie hier bereits erwähnt wurde, verlaufen durch die Straße von Hormus, südlich des Iran, 20% des weltweiten Ölhandels und 30% des Düngemittelhandels. Das hat jetzt schon, nach nur etwas mehr als einem Monat Krieg, einen Prozeß der Zerstörung der physischen Wirtschaftskraft weltweit in Gang gesetzt, der dramatische Auswirkungen hat.
Wir könnten den ganzen Nachmittag damit verbringen, die Einzelheiten zu erörtern, aber hier ist ein Beispiel: Die Zahl der Menschen, die akut hungern, wird laut jüngsten Aussagen des Welternährungsprogramms voraussichtlich von heute 319 Millionen um 45 Millionen auf 364 Millionen ansteigen. Akuter Hunger ist ein Zustand akuter extremer Nahrungsmittelknappheit, der auf die Dauer die Voraussetzungen für Hungersnöte und in der Folge davon für Völkermord schafft. Das ist bereits die Prognose einer Erhöhung um 14%, basierend auf nur einem Monat Krieg.
Afrika ist einer der am stärksten betroffenen Teile der Welt, unter anderem weil Ostafrika und andere afrikanische Länder zu den größten Importeuren von Düngemitteln aus der Region der Straße von Hormus gehören. Heute leben beispielsweise im Sudan 26 Millionen Menschen in akuter Hungersnot, und der Sudan importiert 54% seines Düngers von dort. Er importiert generell sehr viel und ich bin mir sicher, daß er keinen Ersatz hat, aber man kann sich die Folgen vorstellen. Der Mangel an Dünger bedeutet schlichtweg, daß die Fähigkeit zur Nahrungsmittelproduktion eingeschränkt wird.
Eine ähnliche Bemerkung stammt vom Chefökonomen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, der FAO, Herrn [Maximo] Torero, der sagte: Das ist es, was nach einem Monat passiert ist, damit können wir umgehen. Die Welt kann das bewältigen, wir können uns anpassen, vorausgesetzt, es hört jetzt auf. Aber wenn es drei Monate andauert, kommt ein Prozeß in Gang, der unaufhaltsam ist, jedenfalls nicht ohne enorme, dramatische Schäden.
Ich denke, worauf Herr Torero hinweist, steht im Zentrum sowohl des Problems als auch der Lösung. Denn die physische Wirtschaft funktioniert, wie Lyndon LaRouche sehr detailliert aufgezeigt und bewiesen hat, als ein lebendiger Prozeß. Und wenn man sich in einem Prozeß der Expansion und des Wachstums befindet, indem man wissenschaftliche und technologische Entdeckungen vorantreibt, lassen sich vorübergehende Beschränkungen bestehender Rohstoffe überwinden. Denn bestimmte nötige Rohstoffe für existierende technologische Verfahren werden irgendwann erschöpft sein, aber unsere Fähigkeit zu schöpferischen wissenschaftlichen und kulturellen Entdeckungen ermöglicht es uns, auf nichtlineare Weise neue Technologien und neue Wege des Wachstums zu erfinden.
Wie LaRouche gezeigt hat, schafft das die Fähigkeit zu einer Erhöhung der „potentiellen relativen Bevölkerungsdichte“ der Menschheit, wie er es nannte. Das ist die Fähigkeit einer Gesellschaft, einer Wirtschaft, auf demselben Territorium eine ständig wachsende Bevölkerung bei wachsendem Lebensstandard und steigender Lebenserwartung zu versorgen und wachsen zu lassen.
Mit anderen Worten, die Bevölkerungsdichte steigt, und das hängt von nichtlinearem Wachstum und technologischem Fortschritt ab. Und das kann man nicht einfach umkehren und erwarten, daß alles wieder in Ordnung ist. Man kann nicht einfach einen lebenden Prozeß abtöten und dann sagen: „Ach nein, laßt uns das rückgängig machen, machen wir ihn wieder lebendig.“ Ostern ist keine Rechtfertigung dafür, eine Wirtschaft zu zerstören und zu glauben, man könne sie wiederbeleben.
Das, womit hier gespielt wird, ist also ein ganz grundlegendes Gesetz des physikalischen Universums, das wir durch das, was wir in dieser Situation ausgelöst haben und zulassen, in Gang gesetzt haben.
Schauen Sie sich die Situation bei Nord Stream an. Es geht nicht nur darum, daß ein paar Gaspipelines gesprengt wurden. Was passierte ist, daß die Energiekosten absichtlich dramatisch in die Höhe getrieben wurden, ganz besonders in dem Land, das der Motor des industriellen Wachstums für Europa war, Deutschland. Und nun haben wir eine Situation, in der dieser Motor nicht bloß langsamer geworden ist: Es kommt zu einer Implosion. In Deutschland ist eine Entropie im Gange – und das im Herzen der europäischen Wirtschaft. Das sollte eine Lehre sein, wie solche Prozesse ablaufen.
In diesem Zusammenhang möchte ich mich noch einmal auf Lyndon LaRouche beziehen, um uns zu helfen, zu verstehen, was hier wirklich vor sich geht. Es ist ein Zitat. Ich habe zwei Folien mit einem Zitat von Lyndon LaRouche aus einem Dokument, das er im Mai 1985 verfaßte, mit dem Titel „Die Rolle der Wirtschaftswissenschaft bei der Vorhersage von Pandemien“. Denken Sie darüber nach, während ich es Ihnen vorlese oder Sie es selbst lesen. LaRouche sagte:
„Anstatt einfach anzunehmen, daß der Mensch [die Bevölkerungsdichte] innerhalb eines konstanten Niveaus der ihn umgebenden Biosphäre zusammenbricht, sollte man davon ausgehen, daß die Biosphäre an sich von einem Zusammenbruch des menschlichen Bevölkerungspotentials direkt betroffen ist; und daß es die Biosphäre ist, die sich an die Auswirkungen des Rückgangs ihres Potentials anpassen muß, den der Zusammenbruch des darin enthaltenen menschlichen Potentials verursacht.
In dieser Variante werden unter bestimmten Arten von Schocks für die Biosphäre, die durch eine extreme Konzentration des Rückgangs des Bevölkerungspotentials verursacht werden, automatisch Pandemien und Sylvatika [Infektionskrankheiten von Wildtieren] bei Menschen und Tieren tendenziell wieder aufleben und sich weiterentwickeln.“
Und LaRouche fährt fort: „Die Bevölkerung stirbt nicht einfach nur an den Folgen von Unterernährung, sondern sie erzeugt eine Pandemie, mit der die Biosphäre sich an ihren eigenen reduzierten Zustand anpaßt. Und diese Pandemie greift dann die Konzentration an Potentialrückgang an, die die Senkung des Potentials für die Biosphäre als Ganzes verursacht hat.“
Nebenbei bemerkt gehörte dies zu LaRouches Prognosen im Jahr 1985 über das, was später als COVID-Pandemie auftreten sollte. LaRouche wußte nicht, daß es COVID sein würde, aber er sagte voraus, daß wir zwangsläufig Pandemien hervorrufen würden, wenn wir diesen entropischen Zusammenbruch der Noosphäre und der Biosphäre nicht umkehren. Und genau das ist geschehen.
LaRouches abschließender Gedanke zu diesem Punkt:
„Wenn die ‚Überwachung‘ [der Wirtschaftspolitik] durch den IWF nicht rückgängig gemacht wird, wird die ganze Welt, Westeuropa und Nordamerika eingeschlossen, zunehmend reif für Auswirkungen wie jene, die in den mittleren Jahrzehnten des 14. Jahrhunderts die Bevölkerung Europas dezimierten.“
Gemeint ist der „Schwarze Tod“, die Beulenpest-Pandemie. Und noch einmal: Das war LaRouches Prognose, was das Ergebnis der Fortsetzung dieser Politik wäre.
Abb. 2: Entwicklung des Volumens der globalen Finanzaggregate 1980-2025.
Abb. 3: LaRouches „Typische Kollapsfunktion“ zeigt die Wechselwirkung
zwischen dem Absturz der physischen Produktion (blau), dem Anwachsen der
umlaufenden Geldmenge (grün) und dem Anwachsen und letztendlichen Kollaps der
Finanztitel (rot).
Abb. 4: Im Haushalt der US-Regierung (in Billionen US-Dollar) wächst der
Anteil der Rüstungsausgaben und der Schuldendienste dramatisch an.
Abb. 5: Die Militärausgaben der USA und der EU sollen im Vergleich zu 2021
bis 2027 jeweils um die Hälfte steigen.
Aber wie ich bereits sagte, ist das noch nicht das gesamte Ausmaß der Krise. Es ist sogar viel schlimmer. Wir sind nicht nur dabei, einen solchen realwirtschaftlichen Zusammenbruch auszulösen, der überschneidet sich auch mit einem selbstverschuldeten Zusammenbruch des Finanzsystems.
Abbildung 2 zeigt die weltweiten Finanzaggregate – das sind all die verschiedenen Finanzinstrumente –, die ein Volumen von 2,4 Billiarden Dollar erreichen, hauptsächlich in Form von Derivaten. Es gibt absolut keine Möglichkeit, aus dieser Blase die Luft abzulassen – egal was man tut, egal wie viele Menschen man umbringt, egal ob diese malthusianische Politik die Weltbevölkerung auf eine Milliarde reduziert, was ja die Absicht ist. Erst recht nicht unter Bedingungen, unter denen man die Realwirtschaft zerstört.
Um nun die Schnittstelle dieser beiden Funktionen zu erklären – es sind nicht zwei getrennte Funktionen, sondern eine miteinander verflochtene –, möchte ich Ihre Aufmerksamkeit auf LaRouches berühmteste pädagogische Erklärung der Funktionsweise der Weltwirtschaft lenken, nämlich seine „Typische Kollapsfunktion“ (Abbildung 3).
Auf der einen Seite gibt es, wie in der unteren Kurve (blau) dargestellt, einen Zusammenbruch der Realwirtschaft, wie er derzeit stattfindet. Es gibt ein exponentielles Wachstum der Finanzaggregate (rot), wie wir sie gerade betrachtet haben. Und dann gibt es die grüne Kurve, die Gesamtgeldmenge, also die Ausgabe von immer mehr Pseudogeld, Kryptowährung, Stablecoins und allem möglichen Unsinn, der keine Deckung hat und der schneller wachsen muß als die Finanzaggregate selbst.
Und das alles wird natürlich letztendlich nicht funktionieren. Es wird platzen. Genau das ist 2008 passiert, aber das ist nichts im Vergleich zu dem, was wir bald erleben werden. Denn was wir gerade durchmachen, ist etwas noch Schlimmeres, nämlich die rasante Umwandlung der Volkswirtschaften des transatlantischen Raums in das, was man als „Schachtsche Ökonomie“ bezeichnen kann. Sie ist benannt nach Hjalmar Schacht, der auf Befehl der Briten Hitlers Wirtschaftszar war, Zentralbankchef und so weiter. Der gab Pseudogeld heraus, um eine massive Aufrüstung anzukurbeln – eine Rettung der Spekulationsblase durch Hochfahren der Militärproduktion, die sich bekanntlich nach Osten, aber dann auch nach Westen richtete.
Genau das gleiche geschieht derzeit mit dem Militärhaushalt der Vereinigten Staaten. Sie haben gerade gehört, wie Präsident Trump mit seiner gewohnt prahlerischen Wortwahl erklärte, der Militärhaushalt für das nächste Jahr, 2027, werde auf 1,5 Billionen steigen. Abbildung 4 zeigt, wie hoch dieser in den Jahren 2021, 2025 und 2027 war bzw. sein soll, das ist der dunkelrote Teil, der militärische Anteil des Haushalts.
Dem habe ich noch, in rosa, Ausgaben für Zinszahlungen hinzugefügt. Der Grund ist, daß der Militärhaushalt faktisch dazu dient, die Wall Street und die Londoner City zu stützen; denn die Hauptbesitzer von Lockheed Martin und den anderen großen Rüstungskonzernen sind, wie wir belegt haben, die großen Finanzinstitute wie BlackRock, State Street usw.
Dieser Teil des Haushalts, der 2021 nur 18% und jetzt 27% ausmachte, wird 2027 bei steigenden Zinsen und einem um 40-50% in die Höhe schießenden Militärhaushalt 36% des US-Staatshaushalts verschlingen. Das ist unglaublich, denn das kann nur in eine Richtung gehen: ein zunehmendes Auffressen des Haushalts, ein Wachstum des Krebsgeschwürs, ein Zusammenbruch der Realwirtschaft und mehr Kriege.
Und schauen Sie sich Europa an – genau das gleiche passiert in Europa. Das ist der Vorschlag, wie sich der Militärhaushalt entwickeln wird (Abbildung 5), mit den Vereinigten Staaten am unteren Ende, die auf 1,5 Billionen Dollar steigen. Aber auch der EU-Haushalt soll auf etwa 700 Milliarden Dollar steigen. Ich habe den Euro-Gegenwert in Dollar umgerechnet.
Das betrifft also nicht nur die Vereinigten Staaten, es betrifft den gesamten bankrotten transatlantischen Sektor. Und man könnte durchaus argumentieren, daß es nicht die Kriege sind, die diese Militärhaushalte schaffen, sondern daß es umgekehrt der finanzielle und realwirtschaftliche Zusammenbruchsprozeß ist, d.h. die Haushalte, der die Kriege erzeugt.
Das sagt uns etwas darüber, welches Lösungskonzept diese Situation erfordert. Und ich möchte zum Schluß das Thema aufgreifen und mich auf das konzentrieren, womit das erste Panel begonnen hat, nämlich das, was Helga [Zepp-LaRouche] als Erweiterten Oasenplan beschrieben hat.
Abbildung 5 ist eine Karte der Weltlandbrücke, die wir schon bei vielen Gelegenheiten gezeigt haben. Ich habe in Rot eine Route von Indien nach Europa und nach Rußland markiert, die derzeit weitgehend unterbrochen ist, wegen der Zerstörung von Nord Stream und auch weil das Rote Meer heutzutage nicht besonders sicher zu befahren ist. Und links in Grün habe ich die Zukunft eingezeichnet – die Richtung, in die Länder wie der Iran, die BRICS-Staaten, Rußland, China usw. blicken müssen, weil sie keine andere Wahl haben: nach Süden und nach Osten.
Abb. 6: Karte der Weltlandbrücke mit dem Internationalen Nord-Süd-Transport-Korridor (INSTC) und dem Wirtschaftskorridor China-Pakistan
(CPEC) (grün).
Ich habe zwei Routen hervorgehoben. Das eine ist der Internationale Nord-Süd-Transportkorridor (INSTC). Er erstreckt sich von Mumbai an der Westküste Indiens auf dem Seeweg zum Hafen von Tschahbahar im Iran; und der Vorschlag sieht vor, durch den Iran auf der Schiene weiterzufahren. Es gibt einen 15 km langen Abschnitt, der noch nicht fertiggestellt ist. Dann geht es weiter nach Rußland bis nach Moskau und St. Petersburg. Das ist für Indien, für den Iran und für Rußland äußerst wichtig. Es ist ein Korridor der Entwicklung.
Der andere, den ich hier eingezeichnet habe, ist im wesentlichen der China-Pakistan-Wirtschaftskorridor (CPEC), der ein wesentlicher Bestandteil der Gürtel- und Straßen-Initiative ist. Er verläuft von China nach Süden zum pakistanischen Hafen Gwadar, praktisch direkt neben dem Hafen Tschahbahar, und ist von dort mit Shanghai verbunden, dann von Shanghai aus über die maritimen Korridore zur Küste Südamerikas usw.
Ich behandle beide zusammen, weil dies ein Konfliktgebiet ist, nicht nur im Krieg gegen den Iran. Es ist ein Gebiet mit zahlreichen Konflikten, rund um Afghanistan, Indien, China, Pakistan, die umstrittenen Gebiete etc. Die einzige Lösung ist, daß alle diese Länder auf die Zukunftsperspektiven der Welt blicken und sich für eine Zusammenarbeit entscheiden, wie sie als gemeinsames Handeln in dieser Richtung naheliegt, anstatt weiter in die Richtung zu gehen, in die sich die Welt sonst bewegt, nämlich hin zu einem Atomkrieg und einem entropischen Zusammenbruch der Biosphäre und der Noosphäre.
Wir müssen die einzigartige Fähigkeit ermöglichen, aktivieren und verallgemeinern, die ein anti-entropisches physisches Wirtschaftswachstum hervorbringt, denn das ist die wahre Natur und Würde des Menschen. Vielen Dank.
Liebe Leserinnen und Leser, dank Ihrer freundlichen Resonanz auf unseren Aufruf zur finanziellen Unterstützung ist es uns gelungen, das Jahr finanziell zu überstehen, auch wenn wir leider im vergangenen Sommer dazu gezwungen waren, die Erscheinungsweise der Neuen Solidarität von bisher acht Seiten wöchentlich auf zwölf Seiten alle zwei Wochen umzustellen.
Ihre Hilfe zeigt uns, daß Sie unsere einzigartige Fähigkeit schätzen, strategisch zu denken und sozusagen „im Voraus“ die entscheidenden Dynamiken des Weltgeschehens zu erkennen. Freuen wir uns über die Fortschritte, die unsere Ideen gemacht haben, und freuen wir uns auf weitere Fortschritte in den kommenden Monaten!
Nutzen Sie unsere Zeitung als ein Instrument, dies zu erreichen! Helfen Sie uns, neue Leser zu finden, und empfehlen Sie unsere Zeitung weiter. Für die aktuellen Meldungen empfehlen wir als Ergänzung unsere täglich erscheinenden E.I.R. Nachrichten, die den Abonnenten per E-Mail zugestellt werden. Neukunden können sie 10 Tage lang kostenlos und unverbindlich testen, siehe https://www.eir.de/abo/dadabo/.
Man kann Abonnements auch verschenken. Manche unserer Leser haben Mehrfach-Abonnements, damit Sie die Zeitung an Interessierte weitergeben können. Und natürlich können Sie uns auch weiterhin mit Förderabonnements und Förderbeiträgen helfen.
Kontaktieren Sie uns direkt,
um eine Rechnung anzufordern (Telefon: ++49 +61173650),
oder senden Sie Ihren Beitrag per Banküberweisung an:
E.I.R. GmbH, Verwendungszweck: Unterstützung für die Neue Solidarität
Postbank Frankfurt IBAN: DE93 5001 0060 0330 0216 07
Paypal: buchhaltung@eir.de