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Neue Solidarität
Nr. 11-12, 12. März 2026

Oberbayrisches Volksblatt bringt sein Leserforum auf „Blattlinie“

Daß die etablierten Medien sich bemühen, alle Informationen von ihren Zuschauern, Hörern oder Lesern fernzuhalten, die den offiziellen Narrativen widersprechen, sind wir inzwischen gewohnt, ebenso die automatisch geposteten und oft peinlich das Thema verfehlenden Warnhinweise angeblicher „Faktenchecker“ in den Sozialen Medien.

Da war es – jedenfalls in der Vergangenheit – oft ein Lichtblick, wenn Zeitungen Leserbriefe abdruckten, die auf die Widersprüche in den „offiziellen Linien“ hinwiesen. Wir haben in der Neuen Solidarität gelegentlich und auch als Anregung für andere Leser derartige Beiträge unseres Lesers und regelmäßigen Leserbriefschreibers Gerald Strickner aus Rosenheim veröffentlicht, die in der Leserbriefkolumne des Oberbayrischen Volksblatts abgedruckt worden waren.

Seit kurzem scheinen aber auch dort derartige Beiträge unerwünscht zu sein, denn Strickners Zuschriften wurden von der Leserbrief-Redaktion in letzter Zeit mehrfach mit wenig überzeugenden Argumenten zurückgewiesen. Zwei Beispiele:

* * *

Leserbrief Strickner vom Dezember 2025 zu zwei Leserbriefen von Dr. Stefan Maria Hitzel (Nur die Kernkraft verspricht eine Rettung) und Markus Stadler (AKW-Sprengung; lückenhafte Atomkraft-Rechnung):

Kernkraft: eine millionenfache Energieflußdichte

Ich kann Herrn Dr. Stephan Maria Hitzel nur loben, daß er erkannt hat, nur mit der Kernkraft kann Deutschland seine Wirtschaftskrise lösen. Wer die Realwirtschaft als Maßstab für Fortschritt anerkennt, weiß, daß nur mit der Kernenergie Deutschlands Wirtschaft überleben kann, da sie die Produktivität unserer Wirtschaft erhöht und nicht wie bei den Erneuerbaren senkt. Denn Kernenergie hat eine millionenfach höhere Energieflußdichte als die Erneuerbaren. Das bedeutet, um eine TWh Strom zu erzeugen, braucht man bei der Windenergie etwa 10000 Tonnen und bei der Solarenergie über 16000 Tonnen Material für den Bau der Anlagen. Ein Druckwasserreaktor braucht dagegen nur 1000 Tonnen. Dies ganz abgesehen von der Verschandelung der Landschaft. Es wird auch kaum Atommüll entstehen, falls wir den Strom mit Schnellen Reaktoren erzeugen, die Atommüll verbrennen können. Der BN 800 läuft in Rußland bereits seit 2014. Außerdem wird immer wieder die Radioaktivität verteufelt, so daß nicht mehr erkannt wird, welche wichtige Bedeutung ihr in der Medizin zukommt. Gerade für die Behandlung gegen die Schilddrüsenvergrößerung, sowie auch gegen bestimmte Tumorarten verspricht sie gute Heilung. An der Copa Cabana in Brasilien lassen sich viele Leute bis zu einer dreiviertel Stunde in den Sand eingraben, weil der radioaktive Sand gute Heilwirkung gegen rheumatische Beschwerden hervorruft. Der Sand dort hat höhere Werte als nach dem Unfall von Tschernobyl in Europa.

* * *

Das Oberbayrische Volksblatt verweigerte den Abdruck des Leserbriefs mit der folgenden Begründung:

Sehr geehrter Herr Strickner,

vielen Dank für das freundliche Telefonat und Ihre damit verbundene Rückfrage. Der Leserbrief enthält nach unserer Einschätzung:

Nach sorgfältiger Prüfung sind wir zu dem Schluß gekommen, von einer Veröffentlichung Ihres Leserbriefs abzusehen, da er wissenschaftlich irreführende und potentiell gefährliche Verharmlosungen enthält.

Mit freundlichen Grüßen...

* * *

Von Strickner über diese Auseinandersetzung informiert, übermittelte Dr. Stephan Maria Hitzel, der Verfasser des Leserbriefs, auf den Strickner mit seinem Leserbrief reagiert hatte, den folgenden Kommentar, den wir hier mit freundlicher Genehmigung des Verfassers widergeben:

Sehr geehrter Herr Strickner,
gerade von einer Rompilgerfahrt zurück fand ich Ihre Anfrage bzgl. der Leserbriefsache in Sachen Kernenergie.

Abgesehen vom Vergleich der Kernenergieversorgung mit der Verwendung von radioaktiven Materialien im Gesundheitswesen kann man Ihren Leserbrief mit den anderen Punkten nicht ernsthaft kritisieren. Abgesehen von Wort „kaum“ bzgl. abgebrannter Kernbrennstäbe (sogenannter „Atommüll“) ist die OVB-Kritik übertrieben bzw. einseitig fehlgeleitet.

Der Materialvergleich ist zwar ungewöhnlich in Materialtonnen erläutert, beschreibt jedoch genau den Kern der Überschrift bzgl. Energieflußdichte.

Bekanntlich weht der Wind wann das Wetter es will – mal intensiv, mal gar nicht. Ähnlich verhält es sich mit der Solarenergie, denn die Sonne ist ebenfalls nicht beeinflußbar. Die Energieflußdichte ist bei Wind wie Solar sehr niedrig. Genaue Zahlen müßte man nachschauen.

Windenergie wie Solarenergie muß über große Flächen mit vielen Anlagen gesammelt werden. Obendrein wird eine vielfache Redundanz benötigt, um windarme bzw. windreiche, sonnenarme bzw. sonnenreiche Zeiten und Gegenden auszugleichen.

Hiermit ergibt sich ein drastisch erhöhter Investitionsbedarf, den Sie nun mal in Materialtonnen beschreiben. Hier Materialvergleiche zu fordern ist Unsinn, da Sie den Gesamtaufwand beschreiben wollen, der sich aus einer großen Vielzahl von Materialien ergibt. Es wird oft vergessen, daß vermeintlich „einfache“ Anlagen einfache, billige Gesamtsysteme bedeuteten. Da man in Kernbrennstäben hohe Energiedichten erreicht, können die entsprechenden Anlagen kompakt, bedarfsgerecht und obendrein ohne übertriebene Systemredundanzen ausgeführt werden.

Da ein Leserbrief den Anspruch einer wissenschaftlich-technischen Anforderung nicht genügen muß, ist Ihre Beschreibung ausreichend.
Die „Tschernobyl-Verharmlosung“ des OVB geht völlig ins Leere, da die dortigen Graphit-Reaktoren zur effizienten Energiegewinnung weitgehend ungeeignet eine völlig veraltete Technik darstellen, die aus sowjetischen Zeiten zur Gewinnung von Kernwaffenmaterial im Sekundärbetrieb genutzt wurde. Druck- und Siedewasserreaktoren sind hierzu gar nicht in der Lage. Keine westeuropäischen Kernkraftwerke wurden derart geplant oder betrieben.
Damit können wir festhalten:

Gruß Stephan Maria Hitzel

* * *

Auch der Abdruck der folgenden Zuschrift Strickners zur US-Intervention in Venezuela wurde vom Oberbayrischen Volksblatt verweigert:

Zum Thema ,Venezuela stellt sich gegen Trump‘

Das Problem mit Donald Trump ist, daß er seinen Wählern versprochen hatte, die endlosen Kriege der USA zu beenden. Er wollte nicht weiter Weltpolizist spielen. Doch nun macht er genau dies. Ist er nun ein Lügner wie bei unserem Kanzler mit der Schuldenbremse, oder fehlt es ihm an historischem Verständnis? Das letztere ist wohl der Fall. Er kennt nicht die anti-imperiale Geschichte der USA, die ja gegen das Britische Empire eine erfolgreiche, bürgerliche Revolution geführt hatten. Dieses Jahr ist der 250. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung und Trump sollte sich nur einmal die Präambel der eigenen U.S.-Verfassung durchlesen. Dort steht, daß jeder Mensch das Recht auf Leben, Freiheit und Streben nach Glückseligkeit hat. Dort steht auch nicht, daß die USA das auserwählte Volk sind und sich nicht an internationales Recht halten müssen.

Es scheint, daß er wie 2016 dank der Medien und der Operationen der von London beherrschten Five Eyes von seinem anti-Kriegskurs abgekommen ist. Er rettet auch nicht mit seinen Zöllen die amerikanische Wirtschaft. Dazu müßte er in die Infrastruktur in den USA und nicht in die Rüstung investieren. Die wird wie auch in Deutschland weiter verrotten. Anstatt auf seine neokonservativen Berater zu hören, sollte er auf die Ratschläge von seinen früheren Freunden in Europa hören. So warnen der österreichische FPÖ-Vorsitzende Herbert Kickl, der ungarische Präsident Viktor Orban, der slowakische Präsident Robert Fico, sowie der russ. Präsident Wladimir Putin und der chin. Präsident Xi Jinping vor den Machenschaften und Manipulationstechniken des britischen Empires und fordern eine neue Sicherheitsarchitektur für Europa, die die Interessen aller Länder berücksichtigt.“

* * *

Das Oberbayrische Volkblatt antwortete hierauf mit einer neuerlichen Ablehnung, die sie folgendermaßen begründete:

Sehr geehrter Herr Strickner,

vielen Dank für Ihr Interesse und die Zusendung Ihres Leserbriefs. Nach Prüfung Ihres Beitrags haben wir uns gegen eine Veröffentlichung entschieden. Ihr Text entspricht in mehreren Punkten nicht den redaktionellen Richtlinien unserer Zeitung.

Die Hauptgründe sind:

Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis...

* * *

Es ist unklar, wie man aus Strickners Zuschrift eine „einseitige, propagandistische Darstellung und Relativierung des russischen Angriffskriegs“ herauslesen kann, von dem an keiner Stelle des Leserbriefs in irgendeiner Weise die Rede war. Es ist dem Oberbayrischen Volksblatt unbenommen, Putin oder Xi als autoritäre Führer und Diktatoren zu betrachten und darzustellen. Aber dieser Leserbrief betrifft das Verhalten des gegenwärtigen US-Präsidenten, da war es unangebracht, den knappen Platz des Leserforums durch Wiederholung gebetsmühlenartiger Floskeln über andere Regierungen zu verschwenden. Tatsache ist, daß Präsident Trump jedenfalls in der Vergangenheit versucht hat, zu den Präsidenten Putin und Xi gute und sogar freundschaftliche Beziehungen herzustellen.

Und welche „grundlegenden historischen Fakten“ hat Strickner falsch dargestellt? Die Redakteurin hätte sich wohl der Mühe unterziehen sollen, die zitierte Unabhängigkeitserklärung zu konsultieren, die Strickner vollkommen richtig zitiert hat. Und die Tatsache, daß sich die Amerikanische Revolution gegen das Britische Empire richtete, sollte und dürfte der Redaktion ebenfalls bekannt sein.

Kurz: Die Begründungen für die Ablehnung eines Abdrucks (auf den natürlich kein Rechtsanspruch besteht), scheinen an den Haaren herbeigezogen. Offenbar geht es hier darum, nun auch – wie in den Sozialen Medien – eine Art der Zensur gegen unerwünschte Meinungsäußerungen auszuüben, die ja laut Grundgesetz gar nicht stattfindet. Oder doch? Jedenfalls sollte sich die Redaktion nicht darüber wundern, wenn die Leser ihr Blatt ohne ein freies Leserforum, in dem auch andere Meinungen zu Wort kommen, langweiliger finden werden als bisher.

Alexander Hartmann,
Chefredakteur Neue Solidarität

Ein großes Dankeschön an unsere Leser

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Ihre Hilfe zeigt uns, daß Sie unsere ein­zig­artige Fähigkeit schätzen, strategisch zu denken und sozusagen „im Voraus“ die entscheidenden Dynamiken des Welt­geschehens zu erkennen. Freuen wir uns über die Fortschritte, die unsere Ideen gemacht haben, und freuen wir uns auf weitere Fortschritte in den kommenden Monaten!

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