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Der bekannte Historiker und Buchautor Wolfgang Effenberger hat am
28. Dezember einen längeren Aufsatz über die Pläne der US-Regierung zur
Stationierung weitreichender Waffensysteme in Deutschland veröffentlicht, in dem
er anhand von zahlreichen ausführlichen Zitaten einschlägiger Experten
nachdrücklich vor den Folgen dieser Stationierung warnt. Wir skizzieren im
folgenden Kernpunkte seiner Argumentation, den vollständigen Aufsatz mit
Grafiken finden Sie auf Wolfgang Effenbergers Internetseite unter:
https://wolfgangeffenberger.com/zusatz.php?Lang=de&SeiteID=ARTIKEL1&SeiteIDNr=37
Effenberger beginnt:
„Ab 2026 planen die USA (vom ehemaligen Kanzler Olaf Scholz am 10. Juli 2024 abgenickt) die periodische Stationierung weitreichender Waffensysteme in Deutschland, darunter SM-6-Raketen, Tomahawk-Marschflugkörper und die Hyperschallwaffe Dark Eagle. Diese Systeme werden im Rahmen des im November 2021 in Wiesbaden reaktivierten 56. US-Artillerieverbandes (1983 Pershing II- heute 2. Multi-Domain Task Force (MDTF)) eingesetzt und weisen deutlich größere Reichweiten als die derzeitigen landgestützten Systeme in Europa auf.“
Er beschreibt dann diese Waffensysteme genauer:
„SM-6: Ursprünglich eine Flugabwehrrakete mit 370-500 km Reichweite, die gegen Flugzeuge, Marschflugkörper und ballistische Raketen eingesetzt werden kann. Eine Weiterentwicklung als Boden-Boden-Rakete mit bis zu 1.600 km Reichweite und Hyperschallgeschwindigkeit (über Mach 5) wird für 2029 erwartet...
Tomahawk: Marschflugkörper mit der Fähigkeit, in geringer Höhe tief in feindliches Territorium einzudringen und kritische Ziele wie Kommandozentralen, Bunker und Radaranlagen auszuschalten. Historisch existierten nuklearfähige Varianten, diese wurden jedoch spätestens 2013 außer Dienst gestellt...
Dark Eagle (LRHW): Die in Entwicklung befindliche Hyperschallwaffe verfügt über eine Reichweite von bis zu 2.700 km und fliegt mit über fünffacher Schallgeschwindigkeit manövrierbar im Zielanflug...
Diese Systeme ermöglichen Angriffe von Deutschland aus auf strategische Ziele weit im russischen Hinterland, um u.a. russische Kommandozentralen zu treffen.“
Effenberger weist darauf hin, daß die Bundesregierung Washington bereits eine formelle Voranfrage für den Erwerb des Typhon-Startsystems gestellt habe, mit dem sowohl Tomahawk als auch SM-6 verschossen werden können, und den Kauf dieser Systeme für die Bundeswehr plane.
Er zitiert Verteidigungsminister Pistorius, der dabei die Fähigkeit betont habe, „zurückschießen zu können, wenn die Kinschal und Iskander kommen”. Diese Logik, kommentiert Effenberger, „entspricht dem Konzept präemptiver Gegenschlagfähigkeit, das in der militärstrategischen Debatte als destabilisierendes Element gilt, da es den Anreiz für Präventivschläge erhöht“.
Um aufzuzeigen, wie gefährlich diese Entwicklungen sind, verweist Effenberger auf die von Präsident Putin bekanntgegebene Änderung der russischen Prinzipien zum Einsatz von Atomwaffen, „wonach ein Einsatz weitreichender Waffen gegen Rußland durch eine Nicht-Atommacht (wie die Ukraine) eine Gegenaktion mit Kernwaffen erlauben könne, wenn diese Nicht-Atommacht von einer Atommacht unterstützt wird“.
Effenberger zitiert Lühr Henken vom Bundesausschuß Friedensratschlag, der die Stationierung der Hyperschallwaffe Dark Eagle mit dem sogenannten NATO-Nachrüstungsbeschluß vor 45 Jahren vergleicht. Mit Dark Eagle, einem der drei neuen US-Waffentypen, betont Effenberger, nehme die Vernichtungsgefahr in Deutschland dramatisch zu:
„Dark Eagle fliegt mit bis zu 17-facher Schallgeschwindigkeit und nimmt andere Flugbahnen als die Pershing II. Während diese einem berechenbaren 300 km hohen Bogen folgt, reitet der von der Rakete gelöste Gefechtskopf der Dark Eagle gleichsam in nur 60 bis 80 m Höhe in unberechenbaren Wellen und kann mittels Radar erst 500 bis 300 km vor dem präzisen Einschlag erfaßt werden. Sie abzufangen, ist bis heute unmöglich. Sie zielt nicht auf verbunkerte Ziele, benötigt deshalb auch keinen atomaren und keinen gehärteten Sprengkopf...
Bis Moskau braucht sie von Süddeutschland aus etwa 10 Minuten. Weiter bedroht Dark Eagle die Radarfrühwarnanlagen gegen US-Interkontinentalraketen. Rußland wäre als Folge einer Dark-Eagle-Salve blind – und damit erpreßbar. Ähnliches gilt für die Gefährdung der russischen Silos mit Interkontinentalraketen.“
Lühr Henken zufolge handle es sich bei Dark Eagle um eine geostrategische Offensivwaffe, „die das nuklearstrategische Gleichgewicht zu Gunsten der USA untergräbt und die russische nukleare Zweitschlagskapazität massiv bedroht“.
Effenberger verweist auch auf die Zoom-Konferenz des Schiller-Instituts vom 2. Oktober 2024, „Ein weiterer Schritt näher an der nuklearen Apokalypse: Deutschland braucht eine Sicherheitsarchitektur”, an der u.a. der Nuklearwaffenexperte Ted Postol teilgenommen hatte. Er warnt, Rußland werde „alles tun, um nicht der ständigen Bedrohung durch US-Hyperschallwaffen auf deutschen Boden ausgesetzt zu sein. So bleibt eigentlich nur ein Präventivschlag. Wie kann ein deutscher Kanzler zulassen, daß die USA hier in Deutschland das ,Messer am Hals Rußlands‘ installieren? ... Sind die deutschen Politiker tatsächlich naiv genug, die atomare Bedrohung durch ihre Kriegstreiberei auszublenden? Oder hat das Ganze Methode?“
Effenberger schließt: „Nach dem Stand der Entwicklung in den letzten Tagen sollte sich niemand der Illusion hingeben, ein 3. Weltkrieg bzw. ein Atomkrieg sei ausgeschlossen. Damit diese Apokalypse nicht eintritt, muß den Kriegstrommlern unbedingt ihr Spielzeug aus der Hand genommen werden.“
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