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Neue Solidarität
Nr. 25, 22. Juni 2023

Plastiktüten oder Atomraketen:
Gefahren im richtigen Maßstab begegnen

Dr. Andrej Kortunow, Generaldirektor des Russischen Rates für Internationale Angelegenheiten (RIAC), übermittelte der Onlineveranstaltung des Schiller-Instituts am 10. Juni eine Botschaft, aus der wir im folgenden zitieren.

„Es war vor 60 Jahren, als John F. Kennedy seine historische Rede über die Herausforderung durch Atomwaffen hielt. Nach der Kubakrise stand diese Herausforderung ganz oben auf der Agenda der Weltpolitik. Ist das heute noch der Fall? Kaum. In der internationalen öffentlichen Meinung hat die Gefahr der nuklearen Vernichtung nicht mehr den höchsten Stellenwert, sie wird von anderen wichtigen Problemen und Bedrohungen überschattet. Politiker, Forscher, Journalisten und Blogger auf der ganzen Welt werden von Themen abgelenkt, die dringlicher und weniger kompliziert erscheinen.

Die internationale öffentliche Meinung beschäftigt sich viel mehr mit Plastiktüten als mit Atomraketen. Das Problem der Plastiktüten steht im Programm der großen politischen Parteien. Nationale und internationale Pläne zur Reduzierung der Plastikproduktion werden beschlossen und umgesetzt. Die Preise für Polyethylenbehälter in den Geschäften sind stark gestiegen. Es gibt Kampagnen zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit, um die Entsorgungspraxis in den Haushalten zu verbessern.

Leider sieht man bei den Atomraketen nichts auch nur annähernd Vergleichbares. Im Gegenteil, selbst die sehr bescheidenen Errungenschaften der nuklearen Abrüstung der letzten 50 Jahre lösen sich vor unseren Augen in Luft auf...

Das ist kein triftiger Grund, sich zurückzuziehen und nichts zu tun. Die Zeit für ein neues Modell der nuklearen Rüstungskontrolle wird früher oder später kommen: Die Kosten sind einfach zu hoch, und die Risiken eines aufkommenden ,nuklearen Isolationismus‘ sind ebenfalls hoch. Wir können einer neuen Ära nuklearer Abrüstung näherkommen, wenn wir die Methoden übernehmen, die man zur Bewältigung von Umweltproblemen anwendet – wie z.B. internationale Zusammenarbeit von Experten, Kampagnen zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit, Einbeziehung von Stars der Popkultur, Lobbyarbeit in Parlamenten und vieles mehr. Wenn wir die offensichtlich überholten Mythen und archaischen Stereotypen ablegen, die den Nuklearbereich zu etwas Mystischem und Heiligem machen, wird der Unterschied zwischen Atomraketen und Plastiktüten nicht so groß erscheinen, wie wir vielleicht denken.“