Produktive Kreditschöpfung 
  Neues Bretton Woods
  Glass-Steagall
  Physische Wirtschaft
  Kernenergie
  Eurasische Landbrücke
  Transrapid
  Inflation
  Terror - Cui bono?
  Südwestasienkrise
  11. September und danach
  Letzte Woche
  Aktuelle Ausgabe
  Ausgabe Nr. ...
  Heureka!
  Das Beste von Eulenspiegel
  Erziehungs-Reihe
  PC-Spiele & Gewalt 
  Diskussionsforum
  Wirtschaftsgrafiken
  Animierte Grafiken
* * * Internetforum mit Helga Zepp-LaRouche * * *
Neue Solidarität
Nr. 34, 26. August 2021

„Ich mußte etwas tun, also tat ich es“

Von Lyndon LaRouche

Die Konferenz wurde mit dem folgenden Videoausschnitt aus einer Rede eröffnet, die Lyndon LaRouche 2001 gehalten hatte.

Als wir in der Mitte der 60er Jahre anlangten, stand ich mehr und mehr alleine da, es war niemand da, der führen konnte, nicht wirklich. Die Leute nannten sich Führung, aber sie waren alle unecht. Und ich fand mich auf mich allein gestellt.

Ich sagte mir einfach, ich muß etwas tun. Ich muß was tun! Also tat ich es. Und einige der Menschen hier im Raum haben Erfahrung mit dem, was ich tat. Und ich hatte Recht.

Vor allem war ich ein guter Wirtschaftswissenschaftler, ein sehr guter, wahrscheinlich der beste, zumindest was die Leistung angeht. Wenn Sie sich die Vergangenheit ansehen, was ich prognostiziert und gelehrt habe, war ich besser als jeder aus dieser Zeit, den ich heute kenne, der noch lebt. Selbst heute bin ich noch der Beste.

Also ging ich mit meinen Fähigkeiten und meinem Wissen einfach auf den Campus und fing spontan an, junge Leute zu unterrichten, wo immer ich sie finden konnte.

Irgendwann kam der Moment, an dem ich weitere Prognosen erstellte, und ich hatte Recht. Ich habe nie eine Prognose gemacht, die nicht genau so eingetreten ist, wie ich sie gemacht habe. Niemals. Ich beschäftige mich schon seit mehr als 40 Jahren mit Prognosen. Ich habe dabei nie einen Fehler gemacht.

Ich war aber auch vorsichtig. Ich machte keine Prognosen, wenn ich mir nicht sicher war, ob es stimmt. „Machen Sie eine Prognose zu dem und dem“ – ich antworte: „Nein, nein, nein. Ich gebe Ihnen nur das, was ich habe. Wissen Sie, ich schüttele diese Dinge nicht aus dem Ärmel.“

Ich bin kein Spielautomat, wo man einen Vierteldollar hineinsteckt, und es kommt eine Prognose heraus, daß 1971 ein Kollaps kommt – was in den späten 60er Jahren passieren würde, eine Serie von Währungskrisen, die zu einem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems in seiner gegenwärtigen Form führen werden, wenn man nicht bestimmte Änderungen vornimmt.

Genau so kam es dann: 1967 die britische Pfundkrise, im Januar, Februar, März, 1968 die Dollarkrise, 1970 die Penn Central-Pleite und dann die Krise von 1971, der Zusammenbruch des gesamten Währungssystems. 1975 eine neue Welle davon.

Dann kam die Carter-Administration, die jegliche Regulierung zerstörte, um nicht zu sagen, sie zerstörte die gesamte Infrastruktur, auf der dieses Land basierte. Und wir leiden noch heute unter einem Zusammenbruch der Infrastruktur, der seit 30 Jahren im Gange ist.

Die Vereinigten Staaten haben negative Investitionen in die grundlegende wirtschaftliche Infrastruktur, in das Verkehrswesen, in die Stadtentwicklung, in die Stromerzeugung und -verteilung, in die medizinische Versorgung. Abgesehen davon haben wir uns als Nation mehr als 30 Jahre lang auch kulturell und in jeder anderen Hinsicht selbst zerstört.

Ich fand mich auf mich allein gestellt. Ich habe 1976 in einem Wahlkampf vor Carter gewarnt, und ich hatte Recht. Ich warnte vor dem, was Carter repräsentierte, und vor dem, was Bush im Wahlkampf 1979-80 repräsentierte. Ich hatte Recht. Ich habe vor dem gewarnt, was mit der neuen Generation der Reagan-Regierung kommen würde, im Präsidentschaftswahlkampf 1984, der die Geschichte des Landes und der Welt veränderte, und ich hatte Recht.

1988 sagte ich den unmittelbar darauf folgenden Zusammenbruch des sowjetischen Systems voraus und skizzierte, was dagegen getan werden mußte. Und ich hatte Recht.

Aber, wie Sie wissen, ich stand weitgehend allein da, umgeben von ein paar Freunden und ein paar treuen Seelen, die mir zustimmten.

Also, wofür lebst du? Lebst du wie ein Tier? Dann gehst du mit einem Seufzer.

Oder lebst du wie ein Mensch, weil du weißt, daß du etwas tust? Du entwickelst in dir etwas, was an künftige Generationen weitergegeben wird, um die Menschheit in Zukunft besser zu machen. Dann bist du nicht länger ein kleiner Mensch, der in seiner kleinen Gemeinde lebt, mit einem kleinen Verstand, mit kleinen Ambitionen und kleinen Interessen. Man wird plötzlich ein sehr großer Mensch, denn man trägt in sich den Verstand einiger der größten Menschen der Geschichte und die eigene Replikation dessen, was sie ursprünglich entdeckt haben.

Man tut all das mit Stolz. Die Leute sagen: Er hatte Recht. Es war eine großartige Entdeckung. Wir müssen sie zum Wohle der Menschheit nutzen. Man sagt sich: Ich muß etwas tun, damit die Zukunft für die, die nach uns kommen, besser wird. Dann kann ich mit einem Lächeln im Gesicht sterben, weil ich recht gelebt habe. Ich habe in Frieden mit den größten Menschen der Vergangenheit gelebt. Schon jetzt können einige von Ihnen und ich in Frieden mit der Freude und den Menschen der Zukunft leben. In diesem Prozeß werde ich ewig leben.

Das ist es, was es heißt, ein Mensch zu sein. Und wenn man so denkt und andere Menschen so betrachtet, dann hat man kein Problem mehr. Man hat vielleicht Probleme, aber das macht Spaß, denn wenn Probleme einen dazu zwingen, Probleme anzupacken und zu lösen – ob als Einzelner oder im Kontakt mit Anderen –, dann macht das Spaß.