Produktive Kreditschöpfung 
  Neues Bretton Woods
  Glass-Steagall
  Physische Wirtschaft
  Kernenergie
  Eurasische Landbrücke
  Transrapid
  Inflation
  Terror - Cui bono?
  Südwestasienkrise
  11. September und danach
  Letzte Woche
  Aktuelle Ausgabe
  Ausgabe Nr. ...
  Heureka!
  Das Beste von Eulenspiegel
  Erziehungs-Reihe
  PC-Spiele & Gewalt 
  Diskussionsforum
  Wirtschaftsgrafiken
  Animierte Grafiken
* * * Internetforum mit Helga Zepp-LaRouche * * *
Neue Solidarität
Nr. 2, 14. Januar 2021

Die NATO ist eine Bedrohung für den Weltfrieden

Von Richard Black

Oberst a.D. Richard H. Black war langjähriger Offizier und ehemaliger Leiter der Strafrechtsabteilung der US-Armee im Pentagon sowie Landessenator im US-Bundesstaat Virginia. Für die Internetkonferenz des Schiller-Instituts am 12./13. Dezember übermittelte er den folgenden Videobeitrag.

Ich freue mich sehr, hier beim Schiller-Institut zu sein, und Sie sollten schon im voraus wissen, daß ich als sehr patriotischer Amerikaner zu dieser Konferenz komme. Ich habe hunderte Male im Kampf mein Leben riskiert. Ich bin also sehr patriotisch, aber ich bin sehr besorgt über die NATO.

Meiner Meinung nach stellt die NATO eine sehr große Bedrohung für den Weltfrieden dar. Tatsächlich ist sie das Herzstück des „Tiefen Staates“. Die NATO wurde 1949 als Verteidigungsbündnis gegen die Sowjetunion gegründet, die über viele Atomwaffen verfügte. Daraufhin bildete die Sowjetunion sechs Jahre später, 1955, den Warschauer Pakt. Es folgten viele Jahre des Kalten Krieges. Glücklicherweise kam es weder zu einem Atomkrieg noch zu einem konventionellen Krieg. Der Kalte Krieg endete 1991, als sich die Sowjetunion auflöste und der Kommunismus diskreditiert wurde. Der Warschauer Pakt löste sich im selben Jahr auf.

Ab 1991 hatte die NATO also keinen praktischen Nutzen mehr, und man hätte sie auflösen sollen. Es wäre sehr wichtig für den Weltfrieden gewesen, sie aufzulösen. Die Aussichten für einen dauerhaften Frieden waren sehr gut. Die Entfernung zwischen Deutschland und Rußland war sehr groß – ein riesiger Puffer gegen jede Art von entweder versehentlichem Raketenstart oder einer feindlichen Invasion. Zu dem Zeitpunkt war also die Wahrscheinlichkeit eines Dritten Weltkriegs extrem gering, und das war eine sehr gute Zeit.

Ein Jahr zuvor, 1990, hatten Präsident George H.W. Bush und die oberste Führung der NATO dem sowjetischen Präsidenten Gorbatschow garantiert, daß sich die NATO keinen Zentimeter nach Osten in Richtung Rußland bewegen würde, wenn er sich nicht in die Wiedervereinigung Deutschlands einmischt, und er akzeptierte diese Vereinbarung und hielt sich getreulich daran. Aber die NATO hatte gelogen, und zwar massiv. Anstatt sich an ihr Versprechen zu halten, rückte die NATO schnell vor, bis sie heute nur noch 20 Meilen von der russischen Grenze entfernt ist. Die NATO ist damit ungefähr so weit vorgerückt wie die Entfernung von Küste zu Küste in den Vereinigten Staaten, von New York City nach San Francisco beträgt.

Anstatt die NATO aufzulösen, wuchs das Bündnis von 16 auf 30 Mitglieder an, und sie taten dies, indem sie Rußland zu unrecht als die Reinkarnation der Sowjetunion hinstellten – was es überhaupt nicht war.

Es ist wichtig zu wissen, daß die Bevölkerung Rußlands nur halb so groß ist wie die der Vereinigten Staaten und seine Wirtschaft nur so groß ist wie die Italiens. Ein gutes Maß für die echte Gefahr durch Rußland ist, daß Deutschland, das industrielle Herz Europas, die Bedrohung durch eine russische Invasion als so entfernt einschätzt, daß sie dort die Anzahl der Panzer von 5000 während des Kalten Krieges bis heute auf 200 reduziert haben – fast nichts.

Nun, Donald Trump warb im Wahlkampf mit einem Rückzug aus der NATO, weil sie überflüssig sei, und er versprach, die Beziehungen sowohl zu Rußland als auch zu Syrien zu normalisieren. Das Problem dabei ist jedoch, daß dies die raison d'être, den eigentlichen Daseinszweck für die Existenz der NATO und des Tiefen Staates zerstört hätte. Und das ist meiner Meinung nach der Hauptgrund dafür, daß Präsident Trump mit einem anhaltenden Putsch konfrontiert ist, der schon begann, noch bevor er gewählt wurde, und der in dem massiven Wahlbetrug, den wir gerade erlebt haben, gipfelte.

Der Russiagate-Schwindel zwang Präsident Trump mit dem Rücken an die Wand. Er war gezwungen, seine Anti-NATO-Rhetorik abzuschwächen und sich statt dessen quasi auf die Forderung zu verlegen, daß die NATO einfach mehr Waffen kaufen soll. Das haben sie getan, und dies verschärfte natürlich das Wettrüsten zwischen NATO und Rußland nur noch weiter.

Die NATO und der Militärisch-Industrielle Komplex, der gesamte „Tiefe Staat“, der Millionen von einflußreichen Bürokraten beschäftigt, hängen in ihrer Existenz von der öffentlichen Wahrnehmung nicht existierender Bedrohungen ab. Da geht es um Millionen von Arbeitsplätzen im Verteidigungssektor. Tatsache ist aber, daß die Vereinigten Staaten, abgesehen von kleineren Grenzscharmützeln mit Mexiko, seit dem Krieg von 1812 noch nie von einer fremden Nation überfallen worden sind. Damals waren wir eine kleine, schwache Nation, und heute sind wir der Monolith der Welt. Das US-Verteidigungsbudget ist so groß, daß es jetzt größer ist als die zehn größten Verteidigungsbudgets anderer Nationen zusammen. Wir haben das Dreifache des Budgets von China, das Fünfzehnfache des Budgets von Rußland und das Vierzigfache des Budgets des Iran. Die US-Marine hat die dreifache Schiffstonnage von Rußland und China, aber deren Seestreitkräfte sind primitiv: Während wir elf massive Flugzeugträgergruppen haben, um globale Macht zu projizieren, haben sowohl China als auch Rußland jeweils nur einen bescheidenen Flugzeugträger.

Landungstruppen, Marineinfanterie sind ein Maß für die Macht einer Nation, andere Länder von der See aus anzugreifen. Die USA haben 15 Mal so viele Seestreitkräfte wie Rußland und acht Mal so viele wie China. Jeder, der sich vorstellt, daß wir vielleicht von einer Invasion bedroht seien, braucht sich nur die Größe des U.S. Marine Corps und die Größe der Seestreitkräfte anzuschauen und wird erkennen, daß das ein Hirngespinst ist.

Mit den USA an der Spitze hat die NATO rücksichtslos provokante Aktionen gegen Rußland unternommen, um die Spannungen absichtlich zu erhöhen. Wir fliegen wiederholt atomwaffenfähige Missionen zu Rußlands Grenze, erst kurz bevor die Maschinen die Grenze Rußlands erreichen, drehen sie ab und fliegen davon. Allein im August war Rußland bei 27 verschiedenen Gelegenheiten gezwungen, Jets loszuschicken, um diese Bomber abzufangen.

Diese Provokationen, sowohl zu Wasser als auch in der Luft, sind so militant und riskant geworden, daß Präsident Putin 2019 die Entscheidung traf, sein bisher geheimes Hyperschall-Atomwaffenprogramm zu enthüllen. Er tat dies nicht, um großes Geschrei zu machen und die Welt zu beeindrucken, sondern um eine mögliche Offensive gegen Rußland zu verhindern. Er hat dann angekündigt, die russische Marine und russische U-Boote mit Hyperschallraketen auszustatten.

Da es praktisch keinen Puffer zwischen der NATO und Rußland gibt, sind diese Raketen, die nicht abgefangen werden können, in der Lage, Washington oder New York von Rußland aus innerhalb einer Stunde zu erreichen – und bei Raketen, die von russischen U-Booten vor der Küste abgefeuert werden, sind es einige Minuten, bis buchstäblich die gesamte Bevölkerung von Washington oder New York auslöscht werden kann. Das ist eine außerordentliche Gefahr für die Amerikaner.

Rußland will keinen Krieg

Eine Sache müssen wir verstehen: Rußland will keinen Krieg. Sie wollen ganz sicher keinen Atomkrieg. Und sie können die USA und die NATO nicht auf konventionellem Wege bekämpfen. Aber die USA haben alle oder fast alle nuklearen Abrüstungsverträge gekündigt. Die wurden über Jahrzehnte mühsam ausgehandelt, und jetzt entwickeln wir Atomwaffen mit geringer Reichweite, deren einziger Zweck es ist, den Atomkrieg zu einer praktischeren Realität zu machen.

Die NATO, die einst Europa verteidigte, führt nun aggressive Kriege im Nahen Osten und wird rekrutiert, um sich gegen China in Position zu bringen und sich an diesem Unternehmen, das sehr wahrscheinlich ist, zu beteiligen. Mit jeder dieser Erweiterungen der NATO rückt das Schreckgespenst eines Atomkrieges näher. Wenn der Dritte Weltkrieg ausbricht, wird eine große Anzahl an Amerikanern sterben, und die NATO wird daran schuld sein. Die Zahl der Toten wird jeden Krieg, der jemals geführt wurde, um ein Vielfaches übertreffen! Er würde die Erde mit Strahlung vergiften. Er würde einen totalen Zusammenbruch des Handels, des Verkehrs und der Nahrungsmittelproduktion verursachen. Es wäre möglicherweise das Ende der gesamten Zivilisation.

Nun, es ist wichtig für Amerikaner, die Geographie der Welt zu verstehen. Die Vereinigten Staaten sind damit gesegnet, daß an beiden Küsten riesige Ozeane liegen, der Pazifik und der Atlantik, die sich über Abertausende von Meilen erstrecken. Wir sind also nicht bedroht. Keine Nation kann in die Vereinigten Staaten einmarschieren, und solange wir nicht andere bedrohen, müssen wir realistisch gesehen nicht die geringste Angst vor einem Krieg haben. Amerikas Bürger gewinnen nichts durch die endlosen Kriege, die wir unter der Schirmherrschaft der NATO und unserer Verbündeten führen. Und es ist wichtig zu verstehen, daß die obersten Regierungsbeamten und globalen Oligarchen in bereitstehenden unterirdischen Städten Schutz suchen werden, wenn der Atompilz hochgeht.

Aber wir anderen werden wegen ihrer Torheit alle verbrennen. Dann haben wir der NATO den Untergang der westlichen Zivilisation zu verdanken.

Ich danke Ihnen vielmals.