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* * * Internetforum mit Helga Zepp-LaRouche * * *
Neue Solidarität
Nr. 16, 22. April 2021

Stoppt den Völkermord in Syrien und Jemen!
Wir brauchen dringend ein neues Paradigma!

„Dringender Aufruf, den Völkermord in Syrien und Jemen zu stoppen: Der moralische Zusammenbruch des westlichen Systems schreit nach einem neuen Paradigma“ – Unter dieser Überschrift verbreitet das Schiller-Institut eine Reaktion seiner Gründerin, Helga Zepp-LaRouche, auf einen dramatischen Appell des Apostolischen Nuntius in Syrien, Kardinal Mario Zenari. Zenari machte die Welt auf die akute humanitäre Notlage aufmerksam, in die Syrien nach neun Jahren Krieg durch die mörderischen „Sanktionen“ gestürzt wird, die vom US-Außenministerium verhängt und unverantwortlicherweise von mehreren anderen Regierungen, allen voran der britischen, unterstützt werden. Wenn jetzt entschlossene Schritte zur Beendigung der sog. „Caesar-Sanktionen“ gegen Syrien ergriffen werden, dann wird das nicht nur dazu beitragen, den Massenhunger und die Armut, in denen das Land versinkt, zu beenden, sondern es wird auch dem Rest der Menschheit zugute kommen. Es ist an der Zeit, wie der Kardinal sagt, einen Weg des „Friedens durch Entwicklung“ einzuschlagen und die moralische Gleichgültigkeit, durch die immer mehr Katastrophen dieses Ausmaßes auf der ganzen Welt drohen, rundheraus zurückzuweisen.

Im wöchentlichen Internetforum des Schiller-Instituts1 forderte Zepp-LaRouche am 14. April, daß die Welt den Syrern zu Hilfe kommt. Wie Kardinal Zenari feststellte, leben mehr als 90 Prozent der Syrer unterhalb der Grenze zur extremen Armut, und viele sind in Gefahr, zu verhungern. Das Jahrzehnt des Krieges, die ungerechten Sanktionen und die COVID- Pandemie haben einen absolut unerträglichen Zustand des Leidens für das syrische Volk geschaffen.2

Ähnlich schrecklich geht es im Jemen zu. Die quälende Realität des Hungers wird in dem eindringlichen Dokumentarfilm Hunger Ward vom Leiter des Welternährungsprogramms, David Beasley, geschildert, der im Krankenhaus Kinder vor seinen Augen sterben sah, denen er nicht helfen konnte.3

Es sei absolut nichts „Humanitäres“ daran, so Zepp-LaRouche, wenn man Kinder verhungern läßt und Krankenhäuser schließt, und dies auf der Grundlage falscher Behauptungen, die von britischen und amerikanischen Regimewechsel-Befürwortern innerhalb und außerhalb der Regierungen ausgeheckt wurden. „Das muß aufhören, und die Caesar-Sanktionen müssen aufgehoben werden. Und alle Mitglieder des US-Kongresses, die diese Sanktionen nicht aufheben, machen sich mitschuldig an jedem Tod, der in der Region geschieht.“

Zepp-LaRouche fuhr fort: „Wir haben den Punkt erreicht, an dem entweder die Welt aufwacht und wir anfangen, Abhilfe zu schaffen, oder wir werden nicht überleben, weil wir als menschliche Gattung moralisch versagt haben. Ich rufe Sie auf: Arbeiten Sie mit dem Schiller-Institut zusammen! Arbeiten Sie mit seinem Komitee für die Coincidentia Oppositorum zusammen, das sich für Hilfsprogramme und Wiederaufbau einsetzt. Ich appelliere an Sie: Nehmen Sie Kontakt zum Schiller-Institut auf und folgen Sie dem Aufruf von Kardinal Zenari.“

Zenari: Ohne wirtschaftlichen Aufbau ist Frieden in Syrien nicht möglich!

In seinem Appell vom 23. März hatte Kardinal Zenari, der seit Beginn des Syrienkrieges Vertreter des Vatikans in Syrien ist, dringend zu internationaler Unterstützung für den Wiederaufbau des Landes aufgerufen. Die Zeit laufe davon. „Frieden, ich wiederhole es, wird es in Syrien ohne Wiederaufbau und ohne wirtschaftlichen Aufschwung nicht geben“, sagte Zenari. „Aber wie lange werden die Syrer noch warten müssen? Die Zeit läuft ab. Viele Menschen haben die Hoffnung verloren. Es werden dringende und durchgreifende Lösungen benötigt. Zenari sprach bei einer virtuellen Veranstaltung, die von der katholischen Hilfsorganisation Caritas Internationalis organisiert wurde, via Zoom aus Damaskus.2

Kardinal Zenari kam 2008 als apostolischer Nuntius nach Syrien und wurde 2016 von Papst Franziskus zum Kardinal ernannt, als Zeichen der Verbundenheit des Papstes mit Syrien, wie Kardinal Pietro Parolin damals gegenüber Catholic News Agency (CNA) erklärte.

Papst Franziskus erinnerte an den zehnten Jahrestag des Kriegsbeginns in Syrien, indem er am Ende seines Angelus-Gebets am 14. März für ein Ende des Krieges und ein erneuertes Engagement der internationalen Gemeinschaft für den Wiederaufbau betete.

In seinem Appell betonte Kardinal Zenari, der „gegenwärtige politische Stillstand“ zwischen den syrischen Konfliktparteien müsse durch „gemeinsame und gegenseitige Schritte der syrischen Regierung und Opposition sowie der wichtigsten internationalen Akteure schrittweise überwunden werden“.
Zenari verwies auf die katastrophale soziale Lage im Land: „Während der Friedensprozeß momentan in einer völligen Sackgasse steckt, breitet sich im Gegensatz dazu die Armut sehr schnell aus.“ Etwa 90% der syrischen Bevölkerung lebe unterhalb der Armutsgrenze, nach UN-Angaben der höchste Prozentsatz der Welt. Als Gründe für die Verschlimmerung der durch zehn Jahre Krieg bereits verursachten Armut nannte er die libanesische Finanzkrise, die Folgen der COVID-19-Pandemie, interne Korruption und ausländische Sanktionen.

Der Kardinal beschrieb die Situation: „Das Syrische Pfund hat viel von seinem Wert gegenüber dem US-Dollar verloren. Die Preise für Lebensmittel sind deutlich gestiegen. In den Bäckereien stehen die Menschen Schlange, um das wenige subventionierte Brot, das es gibt, zu bekommen. Das gleiche gilt für Benzin im ganzen Land… Die Menschen nennen diese schwierige Zeit einen ‚Wirtschaftskrieg‘, schlimmer als derjenige der vergangenen Jahre.“

Laut Schätzungen der Weltbank hat das Land während des Krieges Infrastrukturschäden in Höhe von mindestens 197 Milliarden Dollar erlitten.


Anmerkungen

1. https://schillerinstitute.com/blog/2021/04/14/video-cardinal-zenari-time-is-running-out-to-end-the-sanctions-against-syria/

2. https://www.exaudi.org/feature-cardinal-zenari-urgent-radical-solutions-needed-for-syria/

3. https://schillerinstitute.com/blog/2021/04/10/wfps-beasley-promotes-hunger-ward-documentary-on-malnutrition-in-yemen/