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Neue Solidarität
Nr. 26, 25. Juni 2020

Macht Afrika zum wirtschaftlichen Kraftwerk, zum Wohl der ganzen Menschheit

Von Ramasimong Phillip Tsokolibane,
Leiter von LaRouche South Africa

© Schiller-Institut
Ramasimong Phillip Tsokolibane

Afrika ist ein riesiger Kontinent, mehr als dreimal so groß wie die Vereinigten Staaten von Amerika. Wenn dieser Kontinent mit seinen gewaltigen natürlichen Ressourcen und seiner jungen Bevölkerung sein volles Potenzial ausschöpfen könnte, dann kann er zu einem wirtschaftlichen Kraftzentrum werden und dazu beitragen, den menschlichen Fortschritt auf unserem Planeten und darüber hinaus voranzutreiben. Was uns fehlt, ist Hilfe bei der Ausschöpfung dieses Potenzials für Afrika und die gesamte Menschheit.

Wir bitten darum, nicht weil wir jetzt zum größten Teil arm sind, unterdrückt werden und durch dieses Virus vom Völkermord bedroht sind, sondern weil es unser Geburtsrecht ist, unser unveräußerliches Recht als Menschen auf die freie Entfaltung unserer kreativen Potentiale und auf Volkswirtschaften, die dies ermöglichen.

Afrika ist Opfer einer globalen Ordnung des Wuchers geworden, die unser Volk erst zu Sklaven machte und dann eine sklavische Kolonialordnung aufzwang, die uns als Sklaven dieser Ordnung behielt. Und als dann die Kolonialreiche durch die Macht des großen amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt gezwungen wurden, uns nominelle politische Freiheit zu gewähren, sorgten die alten Imperialisten und allen voran das Britische Empire dafür, daß der Kontinent in einem Zustand wirtschaftlicher Unterentwicklung gehalten und vom globalistischen Schuldensystem der Londoner City und Wall Street mit ihren Schlägern und Vollstreckern des Internationalen Währungsfonds (IWF) versklavt wurde.

Doch trotz all der Maßnahmen gegen Afrika gab und gibt es Bereiche, in denen eine echte Entwicklung und Aussichten auf noch größere Erfolge zu verzeichnen waren, zuletzt unterstützt durch die Bemühungen des chinesischen Präsidenten Xi Jinping und seine Gürtel- und Straßen-Initiative.

Damit der Entwicklungsplan umgesetzt werden kann, muß mein Land, Südafrika, eine zentrale Rolle spielen. Wir haben die einzige voll ausgebaute Wirtschaft auf dem Kontinent und sind eines der leider sehr wenigen Länder dieser Art auf diesem Planeten.

Auch unser Kontinent hatte seine visionären Staatsmänner, die für ihre Visionen der Entwicklung Afrikas gekämpft haben und oft dafür gestorben sind. Dazu gehörten Gamal Abdel Nasser in Ägypten, Kwame Nkrumah in Ghana, der Vater der Blockfreien-Bewegung, Cheikh Anta Diop im Senegal, Thomas Sankara in Burkina Faso und John Garang im Südsudan, der in den Vereinigten Staaten moderne mechanisierte landwirtschaftliche Entwicklung studierte.

Aber die lauteste und konsequenteste Stimme außerhalb Afrikas, die nach wirtschaftlicher Entwicklung rief und für ein Programm und Mittel kämpfte, um dies zu erreichen, war der verstorbene Anführer unserer Bewegung, Lyndon LaRouche. Er wie auch seine Frau Helga sind die wahren Freunde aller Afrikaner, nicht nur wegen ihres Widerstands gegen alle Formen der Ausbeutung und des Imperialismus, sondern weil sie „wider den Stachel löcken“ (Apostelgeschichte 9,5) für das Recht jedes Afrikaners und jedes Menschen, ihr wahres kreatives menschliches Potential zu verwirklichen.

Für die LaRouches wird der Fortschritt nicht nur in Kilometern gebauter Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnstrecken gemessen, sondern auch daran, was eine solche Entwicklung für zukünftige Leben bedeutet, indem sie ihr menschliches Potenzial ausschöpft. Ein Menschenleben läßt sich niemals in einer Dollarsumme messen.

Was muß also gerade jetzt getan werden, um Afrika und den Afrikanern zu helfen?

Zunächst müssen wir diese zusammenbrechende globalistische, monetaristische Ordnung überwerfen und durch eine gerechte, neue Weltwirtschaftsordnung ersetzen. Dies erfordert die Stabilität eines auf Goldreserven basierenden Systems fester Wechselkurse, wie wir es unter dem alten Bretton-Woods-System hatten, was aber durch die Existenz des IWF mit seiner Souveränität zerstörenden Macht sabotiert wurde.

Stattdessen brauchen wir ein System, das sich um eine Internationale Entwicklungsbank dreht, die große Mengen an zinsgünstigen Krediten ausgibt, die für Entwicklungsprogramme in Afrika und anderswo bestimmt sind.

Zweitens müssen wir das bestehende Finanzsystem und seine Schulden einer Reorganisation unterziehen, was auf ein Konkursverfahren hinausläuft. Währenddessen brauchen wir ein vollständiges Schuldenmoratorium, wie es Frau LaRouche immer wieder gefordert hat: Keine Zahlungen an die Banken in diesem sterbenden System!

Drittens werden wir Hilfe bei der Bekämpfung der Pandemie brauchen. Diese muß in Form von Soforthilfe kommen, mit dem Bau der benötigten Krankenhausbetten und der damit verbundenen Infrastruktur.

Viertens unterstütze ich nachdrücklich Helgas Forderung nach dem Aufbau eines globalen Gesundheits-Sicherungssystems, dessen Schaffung eine der obersten globalen Prioritäten sein muß und das von der neuen Internationalen Entwicklungsbank finanziert werden sollte.

Um dies zu erreichen, müssen wir alle unsere Denkweise über uns selbst und unsere Beziehungen zueinander ändern. LaRouche hat gesagt, wir müssen wirklich glauben und nach dem handeln, was uns Christus in der Bergpredigt lehrt: Wir können nur überleben, wenn wir uns wirklich daran erinnern, daß wir der Hüter unseres Bruders sind. Jeder von uns hat etwas Einzigartiges, das zum Fortschritt der Menschheit beitragen kann.

Viele unserer Nationen, darunter auch meine eigene, haben hochentwickelte und aktive Raumfahrtprogramme. Der Tag ist gekommen, an dem wir sagen müssen: „Warum sollte kein Afrikaner zu den ersten Menschen auf dem Mars gehören?“

Darüber hinaus müssen wir den Feind, den wir bekämpfen, verstehen, wie böse er ist. Und Herr LaRouche sagte, indem er Epheser 6, Vers 12 zitierte, daß wir nicht gegen Fleisch und Blut kämpfen, sondern gegen ein böses System. Unsere Aufgabe muß es sein, immer dafür zu kämpfen, rechtschaffen und wahrhaftig zu sein.

Ich danke Ihnen allen.