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Neue Solidarität
Nr. 16-17, 18. April 2019

Während die deutsche Wirtschaft stagniert,
hofft Duisburg auf die Neue Seidenstraße

Die jüngsten Zahlen zur deutschen Wirtschaft – der größten in Europa – sehen nicht vielversprechend aus. Nur einige Indikatoren: die Auslandsaufträge für die Industrie sinken seit mehreren Monaten in Folge; der Wirtschaftsbeirat der Regierung mußte seine Prognose für 2019 von 1,9% auf 0,8 % Wachstum nach unten korrigieren; und in Großstädten über 100.000 Einwohnern nimmt die Armut zu, besonders in Nordrhein-Westfalen (NRW), wo alle wichtigen Städte betroffen sind.

Dabei war gerade NRW, mit seinen 18 Millionen Einwohnern, traditionell die Heimat der deutschen Schwerindustrie, bis die politische und industrielle Elite den Fehler machte, den Dienstleistungssektor zu bevorzugen und die Vorteile des Produktionssektors zu ignorieren. Diese Strategie hatte unverhältnismäßig hohe chronische Arbeitslosigkeit, kommunale Verschuldung und verfallende Infrastruktur in dem Bundesland zur Folge.

Die eine Ausnahme, die zeigt, welche Orientierung für die deutsche Wirtschaft gebraucht wird, ist Duisburg mit seinem Hafen Duisport am Rhein, dem größten Binnenhafen Europas. Seit dem Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Duisburg im Frühling 2014 wurden die Stadt und ihr Hafen zum wichtigsten europäischen Ziel von Güterzügen aus Chengdu, dem mächtigen neuen chinesischen Produktions- und Logistikzentrum. Dies ist größtenteils dem persönlichen Engagement von Duisport-Direktor Erich Staake zu verdanken, der das Potential der Neuen Seidenstraße erkannt hat und entsprechend investiert.

So investiert Duisport z.B. in das riesige Logistikzentrum Korgas an der kasachisch-chinesischen Grenze, um die Fahrzeit für Containerzüge von Chengdu von heute 14 auf 10 Tage zu verkürzen. Staake geht davon aus, daß dann der Anreiz für deutsche Unternehmen, den Schienenweg für ihr Chinageschäft zu verwenden, um das fünffache steigen wird. Bereits jetzt fertigt Duisport pro Woche 35 Züge aus Chengdu ab.

Obwohl sich Duisburg noch immer nicht vom Verlust seiner früheren Rolle als Zentrum der deutschen Stahlerzeugung erholt hat und die Armutsrate 18% beträgt, bietet der Hafen dank seiner Investitionen Arbeit für etwa 45.000 Menschen. Ein komplettes Areal, auf dem früher das Stahlwerk Rheinhausen stand, wird zum Zentrum wirtschaftlicher Aktivitäten im Zusammenhang mit der Neuen Seidenstraße, mit Zweigstellen von etwa hundert chinesischen Unternehmen vor Ort. Duisburg wird dank der Lage des Hafens am Rhein, Deutschlands größtem Fluß, sowie des direkten Anschlusses an das deutsche und europäische Schienennetz (obwohl die Verbindung zum südeuropäischen Bahnnetz durch die Alpen noch modernisiert werden muß) zum bevorzugten Endpunkt von Chinas Landweg der Seidenstraße. Weitere chinesische Unternehmen planen, Niederlassungen in der Stadt zu gründen.

Diese Perspektive steht auch prominent auf der politischen Tagesordnung von Duisburgs Bürgermeister Sören Link, der die Stadt voller Stolz die „Seidenstraßenstadt“ nennt.

eir