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Aus der Neuen Solidarität Nr. 31-32/2006

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"Warum verhält sich der Kongreß
wie eine Herde schreiender Esel?"

Von Lyndon LaRouche

Bei LaRouches jüngstem Internetforum am 20. Juli 2006 ging es um den Krieg im Libanon und das vor dem Kollaps stehende Weltfinanzsystem, vor allem aber um die Frage, warum die Demokraten im Senat und Repräsentantenhaus gegen das Neocon-Regime keinen wirksamen Widerstand leisten. Wir zitieren ausführlich aus LaRouches einleitender Rede und bringen Auszüge aus der Debatte mit Vertretern der Demokratischen Partei.


Die "Goldene De-Generation"
Am Scheideweg

Was ist mit den US-Demokraten los? Warum kämpfen sie nicht mehr gegen das neokonservative Katastrophenduo im Weißen Haus, gegen den neuen Krieg im Libanon oder gegen die Zerstörung des amerikanischen Maschinenbaus, wie ein Franklin Roosevelt es getan hätte? Darum ging es bei dem Internetforum am 20. Juli, und Lyndon LaRouche nahm kein Blatt vor den Mund. Symptomatisch für das Versagen der Demokraten sei die beschämende, am Tag zuvor einstimmig verabschiedete Senatsresolution, mit der "Israels Kampf gegen den Terror" im Libanon kritiklos unterstützt wurde. LaRouche geißelte dies als "Amoklauf der Dekadenz eines Neville Chamberlain im Kongreß".

LaRouches strategische Lageeinschätzung, sein Memorandum "Die strategische Bedeutung des Anschlags gegen Indien", veröffentlichten wir bereits in der Neuen Solidarität 30/2006. Am 20. Juli stellte er an den Anfang seiner Rede die Eskalation der Lage im Nahen Osten, die nur im Zusammenhang mit dem Verfall des Weltwirtschafts- und finanzsystems zu begreifen sei. LaRouche gab eine Äußerung eines israelischen Freundes und in- und außerhalb Israels bekannten Strategen wieder: Aus der Sicht der Interessen Israels könne die derzeitige israelische Aggression im Nahen Osten "nicht mehr lange fortgesetzt werden - es sei denn, diese Aggression sei ein von anderer Seite betriebener strategischer Schachzug, womit auf den unmittelbar bevorstehenden, generellen Wirtschaftskollaps des Weltwirtschafts- und -währungssystems reagiert wird."

Diesen Zusammenhang erläuterte er dann so: "Tatsächlich befinden sich das globale Wirtschafts- und -finanzsystem, und gleichzeitig auch ein großer Teil des politischen Systems, in einem Prozeß des Zusammenbruchs. Und aus diesem Grunde - weil es einen Zusammenhang gibt zwischen den Vorgängen in Südwestasien, dem Terroranschlag in Indien, der sich kurz vor dem G-8-Gipfel in St. Petersburg, Rußland, ereignete - befinden wir uns am Rande einer Lage wie im August 1914 oder 1939. Aber wir haben es nicht mit einem Krieg wie dem Ersten oder Zweiten Weltkrieg zu tun, sondern mit etwas Schlimmeren, nicht weniger Gefährlichen. Wir sprechen hier über die Gefahr einer generellen Desintegration der globalen Zivilisation. Und all das hängt mit der gegenwärtigen Wirtschaftslage zusammen.

Da dies so ist, und die entsprechenden Fakten den führenden kreisen des US-Kongresses und insbesondere des US-Senats präsentiert wurden, stellt sich die Frage: Warum verhält sich der Kongreß wie eine Herde schreiender Esel? Ein schreiender Esel qualifiziert sich keineswegs zum Demokraten, das scheinen sie aber zu glauben.

Das ist so, weil sie Babyboomer sind... Ich spreche heute abend als ein fast 84jähriger mit einer entsprechenden Lebenserfahrung, die vermutlich reicher ist als bei den meisten Menschen meiner Altersgruppe, weil ich in meiner Jugend in einer bestimmten Weise engagiert habe."

Die "Babyboomer" jedoch seien maßgeblich geprägt durch die Regierung Harry Trumans, der entschlossen war, alles zunichte zu machen, wofür der Name Franklin D. Roosevelt stand:

"Wir haben den Planeten vor Hitler und dem gerettet, was er bedeutete. Dabei haben auch andere mitgewirkt, aber ohne unseren Präsidenten Roosevelt und ohne unsere Unterstützung dieser Bemühungen hätte es danach keine Zeit des Wachstums und relativen Friedens gegeben. Vielmehr hätten wir unter der Herrschaft der Nazis oder ihrer Nachfolger gelebt. Aber dann hat Truman die Vereinigten Staaten verraten."

Trumans Verbrechen

Ausführlich, und als wäre es erst gestern gewesen, versetzte LaRouche seine Zuhörer in das Jahr 1945: "Noch vor Kriegsende hatte Japans Kaiser Hirohito Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten über einen Friedensvertrag oder einen Waffenstillstand vorgeschlagen. Dies geschah über diplomatische Kanäle zum Auswärtigen Amt des Vatikan, und zwar einer besonderen Abteilung, die Monsignor Montini, der spätere Papst Paul VI., leitete. Die Bedingungen für eine Kapitulation wurden mit den Vereinigten Staaten ausgehandelt, als Roosevelt noch lebte."

Doch dann wurde Truman Präsident. "Warum haben die Vereinigten Staaten sich nicht an die Vereinbarung mit dem Kaiser von Japan über einen Waffenstillstand gehalten, die den Krieg beendet hätte? Weil Truman sagte: ,Nein, wir halten uns nicht an die Vereinbarung.' Und warum tat er das? Weil Truman, der mit Leuten in Großbritannien und anderswo zusammenarbeitet, wußte, daß wir Atomwaffen hatten - Truman erfuhr das erst, als er Präsident wurde. Wir hatten zwei Prototypen von Kernwaffen, eine Uranbombe und eine Plutoniumbombe, Versuchsgeräte, noch keine Serienprodukte. Und wir haben die eine auf Hiroshima und die andere auf Nagasaki abgeworfen - zivile Städte mit einer zivilen Bevölkerung. Warum?

Der Gegner, Japan, war bereits geschlagen. Der japanische Staatschef war bereit zu kapitulieren. Wir verschoben die Kapitulation, um Atombomben auf zwei japanische Städte zu werfen. Warum haben wir das getan?

Weil Trumans Politik genau das Gegenteil der Politik Roosevelts war! Roosevelts Politik war, wie er selbst während des Krieges gegenüber Churchill und anderen erklärte: ,Wenn dieser Krieg zuende ist, Winston, dann wird auf dem Planeten nicht mehr euer Britisches System, sondern das Amerikanische System regieren. Und das bedeutet, daß die Kolonialvölker befreit werden! Wir werden ihnen helfen, sich zu entwickeln.' Das hat er wiederholt gesagt, u.a. bei einem Besuch in Marokko, wo er seinen Plan für Afrika im einzelnen darstellte.

Was hat Truman getan? Nun, Indochina war befreit worden. Vom wem? Von OSS-Leuten und von Ho Tschi-minh, der mit den Vereinigten Staaten zusammenarbeitete. Doch auf Ersuchen der Briten ließ Truman zu, daß japanische Kriegsgefangene in Indochina aus den Gefangenenlagern freigelassen wurden und ihre Waffen zurückerhielten, um Indochina wieder zurückzuerobern! Dabei war Indochina von Kräften befreit worden, die mit dem OSS verbündet waren. Das gleiche haben wir in Indonesien getan, das ebenfalls für seine Befreiung gekämpft hatte. Die Holländer und ihre Verbündeten metzelten dort den Widerstand gegen die Rekolonisierung nieder. Rekolonisierung - das war Trumans Politik.

Truman legte sich auf eine Politik fest, die von Bertrand Russell ausgearbeitet worden war. Bertrand Russell war vermutlich der boshafteste Mensch des 20. Jahrhunderts. Er war es, der sich die Politik des präventiven Einsatzes von Atombomben ausdachte, um die Sowjetunion und andere Nationen zur Aufgabe ihrer nationalen Souveränität - d.h. zur Globalisierung - und zur Unterwerfung unter eine Weltregierung zu veranlassen.

Das war Trumans Plan! Rekolonisieren, plündern, unterdrücken, lügen, töten! Jeden zu verraten, den er zu verraten wagte. Und das hat er getan.

Die "Goldene De-Generation"

Wir haben noch etwas anderes getan. Wir bildeten eine Reihe von Organisationen, abgeblich, um den ,Kommunismus' zu bekämpfen. Angeblich. Aber was haben wir wirklich getan? Sie zielten auf die Schicht der Bevölkerung, die zwischen 1945 und 1957 geboren wurde, und zwar die Kinder jener Familien, die vermutlich an die Universitäten gehen und später die Gesellschaft führen, die obere Schicht der Gesellschaft bilden würden, wenn sie erwachsen waren - nicht die gesamte Gesellschaft, sondern die Schicht der reichsten 20% der Familien, die künftigen oberen 20%, die man später als 68er kannte. Leute, die 1968 auf die Straße gingen und sich auszogen, um ihren nackten Ernst zu beweisen. Sie taten so allerhand, und sie rauchten so allerhand, und sie kamen überein daß Leute, die im Blaumann für ihren Unterhalt arbeiteten, nichts taugten, daß Farmer nichts taugten, daß Wissenschaftler nichts taugten, daß Technologie nichts taugte, und daß wissenschaftlicher und technologischer Fortschritt nichts taugte. Und daß es lausig wäre, arbeiten zu müssen. Das waren die Babyboomer."

Diese sogenannte "Goldene Generation", die man treffender als "Goldene De-Generation" bezeichnen sollte, die Schicht der heute 50-67Jährigen "Babyboomer", habe eine Kultur hervorgebracht, die man u.a. auf den Nenner bringen könne: "Wir kämpfen nicht - wir töten, aber wir kämpfen nicht".

Letztlich sei diese Haltung der Grund, warum die Politik eines Felix Rohatyn so kampflos hingenommen werde: "Das Problem ist, daß Felix wirklich bösartig ist. Er ist nicht bösartig in dem Sinn, daß er eine Torte gestohlen hat. Er ist bösartig in dem Sinn, daß er den Weg des einfürallemal Bösen bewußt eingeschlagen hat. Denn er hat sich der Zerstörung der Menschheit gewidmet. Und er repräsentiert eine Gruppe von Leuten genau wie die Leute, die damals hinter Hitler standen!"

Rohatyn repräsentiere "einen Prozeß, eine Bewegung, die seit damals in der Tradition Venedigs existierte und entschlossen ist und sich dafür einsetzt, eine sogenannte globalisierte ,Neue Weltordnung' zu schaffen! Eine globalisierte Weltordnung, in der ein großer Teil der Gesellschaft zerstört wird, in der die meisten Nationalstaaten vom Planeten verschwinden, in der die Bevölkerung innerhalb relativ kurzer Zeit auf, sagen wir, eine dreiviertel Milliarde oder weniger zurückgeht und in der die Welt von einem Syndikat von Bankiers regiert wird."

In diese Richtung weise auch die Privatisierung des Militärs, und Cheneys Firma Halliburton sei das Paradebeispiel dafür. "Privatisierte Kriegführung: Rohatyn und George Shultz, Cheneys Kreise und Rumsfeld - sie sind alle dafür. Sie wollen die Kontrolle der Regierung über das Militär beseitigen, die militärischen Funktionen privaten Armeen übergeben, und diese privaten Armeen, die von den Syndikaten der finanziellen Mächte kontrolliert werden, sollen die Welt mit Gewalt regieren! Das wurde Mitte der 40er Jahre schon einmal vorgeschlagen, man nannte es internationale Waffen-SS: Die Bankiers hinter dem Nazisystem wollten die Wehrmacht durch eine internationale Waffen-SS, ersetzen. Michael Ledeen macht heute noch solche Vorschläge.

Das ist es, womit wir es zu tun haben. Das ist der Feind der Zivilisation, der besiegt werden muß."

Nein, nicht Israel habe den gegenwärtigen Krieg angefangen, sondern Cheney und Bush! "Cheney hat sich das nicht ausgedacht, sie sind die Instrumente, derer man sich bedient, um ihn in Gang zu setzen. Die israelischen Generäle, die israelische Führung, jedenfalls die erfahrenen Leute wissen, daß das israelische Vorgehen Blödsinn ist! Die Hisbollah wird man nicht in kurzer Zeit vertreiben können. Wir haben es mit einem irregulären Krieg in der gesamten Region zu tun."

Der Libanon-Krieg sei eine tödliche Falle für Israel. Schlimm genug, daß die fundamentalistischen Armageddon-Christen ihn unterstützten, zum Schaden Israels.

Am Scheideweg

Am Ende seiner Rede kam LaRouche erneut auf den desolaten Zustand des Weltfinanzsystems zu sprechen: "Wir sind an einer Wasserscheide angelangt. Wir sind an einem Punkt, wo ungefähr bis September - nicht genau, denn Prognosen sind keine Prophezeihungen, man sagt nicht, daß etwas auf mechanische Weise eintreten wird - aber wir können, so, wie die Dinge jetzt liegen, davon ausgehen, daß das System ungefähr im September zusammenbrechen wird... Das hören wir in Rußland, in Europa... all diese Finanzkreise sagen: ,So kann es nicht weitergehen. Das System wird zusammenbrechen.'" Und das wisse auch der Feind, jene mächtigeren Kreise hinter Bush/Cheney.

"Auch Felix Rohatyn weiß das. Sie wissen, daß man davon ausgehen muß, daß das System ungefähr dann zusammenbrechen wird. Sie wollen durch das Chaos die Kontrolle über die Welt gewinnen, bevor der Krach kommt. Sie wollen sicherstellen, daß kein Franklin Roosevelt oder etwas ähnliches interveniert, wie Roosevelt im März 1933 intervenierte, um auf den allgemeinen Zusammenbruch des Weltsystems mit Initiativen der Vereinigten Staaten zu reagieren, die die Welt vor der Hölle bewahren würden.

Und darum geht es. Das ist das Problem, von dem mein israelischer Freund sprach. Wenn der Zusammenbruch des Systems bald erfolgt und die Vereinigten Staaten Israel in einen Krieg treiben, den die israelischen Führer - jedenfalls die vernünftigen - für ein Wahnsinnsprojekt halten ist, dann wird es beinahe unvermeidlich so kommen. Wir müssen das verhindern.

Aber wir werden es nur verhindern, indem wir deutlich machen, worum es geht. Es ist keine "israelische" Angelegenheit. Es ist eine Angelegenheit Felix Rohatyns und der Leute hinter dem dummen Bush und Cheney, die Rohatyn repräsentiert. Sie sind es, die diesen Krieg betreiben. Sie treiben Israel in eine Selbstmordaktion! Zum Ruhme Cheneys und Felix Rohatyns. Das müssen wir verhindern.

Und deshalb brauchen wir Leute im Kongreß un außerhalb, die den Mut haben, ihre Sophisterei aufzugeben und sich den Tatsachen über die Wirtschaft und das System zu stellen, und bereit sind zu tun, was jetzt notwendig ist.

Ich weiß, wie mit der Finanzkrise umzugehen ist. Ich weiß genau, was zu tun ist. Und ich bin bereit, sicherzustellen, daß es geschieht. Ich brauche ihre Erlaubnis, es zu tun."

Lesen Sie hierzu bitte auch:
Mitschnitt des Internet-Forums - Internetseite der LaRouche-Kampagne
Warum versagen die Demokraten? - Neue Solidarität Nr. 31-32/2006
Die strategische Bedeutung des Anschlags gegen Indien - Neue Solidarität Nr. 30/2006

 

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