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Neue Solidarität
Nr. 13, 27. März 2013

Produziert Nahrungsmittel, nicht Biotreibstoffe!

Dossier zur Nahrungsmittelkrise

In dieser Ausgabe widmen wir uns erneut in mehreren Beiträgen der weltweiten Nahrungsmittelkrise, die sich, wie leider nicht anders zu erwarten, auch in diesem Jahr weiter zu verschärfen droht. Obwohl sich die Hoffnungen auf eine Verbesserung der Wetterlage, mit denen sich die westliche Agrarpolitik beruhigt hatte, nicht erfüllt haben und der nordamerikanische Kontinent erneut von einer schweren Dürre heimgesucht wird, hält die Regierung Obama an ihrer bisherigen Politik fest, einerseits die Landwirte dem Wetter und dem Markt zu überlassen und andererseits die Produktion von Biotreibstoffen und von „Bio-Nahrungsmitteln“ zu forcieren, wie Marcia Merry Baker berichtet. Die Folge ist, daß weitere landwirtschaftliche Betriebe aufgeben müssen und Viehherden abgebaut werden, weil die Futtermittel nicht mehr finanziert werden können oder nicht genug Wasser für sie vorhanden ist.

Georg Neudecker stellt in einem zeithistorischen Aufsatz dar, daß es bei der Biotreibstoff-Produktion eigentlich noch nie in erster Linie darum gegangen ist, einen tatsächlich brauchbaren und konkurrenzfähigen Energieträger zur Verfügung zu stellen, sondern die Produktion von Biotreibstoffen eigentlich immer eher ein Instrument zur Manipulation der Nahrungsmittelmärkte war, um unerwünschte Nahrungsmittelmengen vom Markt herunterzunehmen. Tut man dies jedoch in einer Welt, in der bereits Nahrungsmittelknappheit existiert, wird dies offensichtlich zu einer Welle des Hungers führen.

Tatsächlich muß die Nahrungsmittelerzeugung auf der Welt so schnell wie möglich verdoppelt werden, um den Welthunger dauerhaft zu beseitigen, wie Marcia Merry Baker in ihrem Kommentar klarstellt. In dieser Ausgabe finden Sie auch ein Interview mit Dr. Victor Villalobos vom Interamerikanischen Institut für Zusammenarbeit in der Landwirtschaft (IICA); er berichtet über seine Zusammenarbeit mit dem Nobelpreisträger Dr. Norman Borlaug - dem Vater der „Grünen Revolution“ der fünfziger und sechziger Jahre - sowie über Möglichkeiten, genug Nahrungsmittel für die Menschheit zu erzeugen.

alh