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Neue Solidarität
Nr. 13, 27. März 2013

Früherer Botschafter Reagans verurteilt Raketenabwehrprojekt der NATO

Jack Matlock, früherer Botschafter der USA in der Sowjetunion, hat das geplante europäische Raketenabwehrprojekt der NATO, das in Rußland große Sorge ausgelöst hat, nachdrücklich verurteilt. „Dieses Projekt wird vom militärisch-industriellen Komplex und von ein paar Unbelehrbaren vorangetrieben“, sagte Matlock bei einer Konferenz in Washington.

Dann sprach er über Präsident Reagans Projekt der Strategischen Verteidigungsinitiative (SDI, 1983), zu dessen Zeit Matlock der für Rußland verantwortliche Mann im Nationalen Sicherheitsrat war. Reagans SDI sei ein Vorschlag zur Zusammenarbeit gewesen. „Hätte Gorbatschow gesagt: ,Machen wir es zusammen’, dann hätte Reagan zugestimmt“, sagte Matlock. Wenn man unter den heutigen Umständen eine Raketenabwehr betreiben wolle, warnte er, „dann müssen wir es zusammen mit Rußland und China tun. Wir müssen es gemeinsam tun. Das sollten wir anstreben. Konkurrenz in einer sich globalisierenden Welt ist wenig sinnvoll.“

Später fragte ein EIR-Reporter Matlock nach der die SDI-Debatte innerhalb der Regierung Reagan. Matlock berichtete daraufhin über die Auseinandersetzungen über das Programm und den Zusammenhang mit der atomaren Abrüstung. Es sei eine Legende, daß „die SDI die Sowjetunion zusammenbrechen ließ oder daß es ein Versuch war, einen neuen Rüstungswettlauf anzufangen“, sagte Matlock. „Reagan war bereit, das Kernwaffenarsenal deutlich zu reduzieren, wenn wir die Forschung an den SDI-Systemen vorantreiben könnten. Wenn sich das als erfolgreich erwiesen hätte, wäre er bereit gewesen, es mit den Russen zu teilen. Ich fragte [den früheren sowjetischen Staatschef] Gorbatschow Jahre später, ob man vielleicht irgendwann eine Chance verpaßt hätte, in dieser Frage gemeinsamen Boden zu finden. Gorbatschow gab zu verstehen, daß er das ganze Projekt einfach weghaben wollte.“

Matlock verurteilte auch den Versuch der USA, Rußlands Nachbarstaaten aus der russischen Einflußsphäre herauszubrechen. „Wir müssen von der fixen Idee wegkommen, daß wir das Schicksal der Welt bestimmen. Wir müssen China und Rußland in eine Psychologie der Zusammenarbeit einbinden.“

Matlock sprach bei einer Konferenz der Elliott School of International Affairs mit dem Titel „Rußland als globale Macht: Verschiedene Ansichten aus Rußland“. Unter den Rednern sämtlicher Themenkreise waren etliche Russen, die allesamt große Sorge über den Zustand der amerikanisch-russischen Beziehungen äußerten und beklagten, Präsident Putins Regierung werde systematisch verteufelt.

Auch die Positionen auf amerikanischer Seite waren weniger unterschiedlich, als man hätte erwarten können. Selbst ein alter Erzfeind der Sowjets wie Leon Aron von der Heritage Foundation sagte, er sei nicht dafür, die Brücken zu Rußland auch in den Bereichen abzubrechen, in denen es Übereinstimmung gebe. (Früher hatte Aron geschrieben, die USA sollten beim sogenannten „Neustart“ zur Verbesserung der Beziehungen eine „Pause“ einlegen.) Einer der amerikanischen Konferenzredner, Wayne Merry vom American Foreign Policy Council, deutete an, daß insbesondere das Pentagon sehr daran interessiert sei, das Verhältnis zu Rußland zu verbessern.

eir