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Die neue Verpflichtungserklärung, zu der die Europäische Finanzstabilitäts-Fazilität (EFSF) Griechenland genötigt hatte und die am 8. Februar vom griechischen Parlament verabschiedet wurde, würde - wenn sie tatsächlich umgesetzt wird - sicherstellen, daß die Nation schon sehr bald vollkommen dem unersättlichen Hunger des internationalen Finanzsystems geopfert wird. Ihre Bestimmungen sehen vor, daß weitere 3,3 Mrd. Euro an Kürzungen - zusätzlich zu denen, die dem Land schon früher aufgezwungen wurden - vorgenommen werden. Es schreibt vor, welche Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst gestrichen werden sollen, und wie die Privatisierung fast des gesamten staatlichen Besitzes durchzuführen ist, es fordert Lohnsenkungen im privaten Sektor, auch beim Mindestlohn, die Beseitigung der Kollektivvertragsrechte der Gewerkschaften, und vieles andere mehr. Diese diktatorischen Maßnahmen werden, wenn man ihnen kein Ende setzt, das Ende der griechischen Nation bedeuten. Es ist daher kein Wunder, wenn die Tyrannei der Troika in Griechenland mit der Besetzung des Landes im Zweiten Weltkrieg verglichen wird.
Zwei hochrespektierte griechische Intellektuelle, die im Zweiten Weltkrieg dem Widerstand angehörten - der heute 87jährige weltbekannte Komponist Mikis Theodorakis und der Schriftsteller Manolis Glezos, der im September 90 Jahre alt werden wird, gehen nun daran, ihre Landsleute erneut zu mobilisieren, wie schon vor 70 Jahren gegen die Nazis, um das Land gegen das „Imperium des Geldes“ zu verteidigen. Als die beiden am 13. Februar bei der Demonstration vor dem Parlament in Athen von der Polizei mit Tränengas beschossen wurden, erklärte Theodorakis: „Ich werde hineingehen, um denjenigen in die Augen zu schauen, die bereit sind, Griechenlands Todesurteil zu unterschreiben.“
Wir bringen im folgenden ausführliche Auszüge aus den Erklärungen von Theodorakis und Glezos.
alh