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Aus der Neuen Solidarität Nr. 28/2006

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Neues zur Krise der Autoindustrie

LaRouche-Aktionskomitee mobilisiert den US-Kongreß. In diesem Jahr hatten die Abgeordneten in der Sitzungspause des US-Kongresses zum Nationalfeiertag am 4. Juli keinen Urlaub von der Politik. Das LaRouche-Aktionskomitee (LPAC) verstärkte in ihren Heimatstaaten den Druck auf die Abgeordneten beider Parteien, Notmaßnahmen zur Rettung und Umrüstung der Autoindustrie zu ergreifen. Angeführt wird die Mobilisierung von der LaRouche-Jugendbewegung (LYM) mit Straßenkampagnen, Anrufaktionen und Rundreisen, u.a. in Texas und den Staaten des Ohiotals. Dadurch wird nicht nur die Demokratische Partei aktiviert, sondern es werden auch viele traditionelle Republikaner mobilisiert, die keine Cheney-Gefolgsleute sind.

Im Mai veröffentlichte LPAC ein 26seitiges Heft Gesetz zur wirtschaftlichen Erholung 2006, von dem bisher eine halbe Million Exemplare verteilt wurden. Ergänzt wird es durch eine DVD, auf der LaRouches Initiative zur Umrüstung der Autoindustrie im einzelnen dargestellt ist. Davon wurden bisher 50 000 Exemplare verbreitet. Diese DVD Retool Auto to Rebuild the Nation ist - in englischer Sprache - gegen eine Spende auch bei der Bürgerrechtsbewegung Solidarität (info@bueso.de) erhältlich.

Mehrere Dutzend Landtagsabgeordnete, Bürgermeister und Gewerkschaftsführer unterzeichneten eine Erklärung, die den Kongreß zum Handeln auffordert. Gleichzeitig erscheinen täglich neue Meldungen über Werksschließungen, es kann also niemand die Krise leugnen oder verharmlosen. Die Aktivitäten von LYM und LPAC zielen darauf ab, Maßnahmen des Kongresses noch vor der Sommerpause im August zu erzwingen.

70 000 Autoarbeiter abgefunden. In den USA werden schockierende Realitäten vor Ort geschaffen: Bis Ende des Jahres werden rund 70 000 Montagearbeiter bei GM, Delphi, Ford und Visteon mit Abfindungen in Frührente gehen. Im April hatten Mitarbeiter LaRouches ausgerechnet, daß die angekündigte Schließung von 67 größeren Werken in Nordamerika 75 000 Arbeitsplätze kosten würde. Tatsächlich stammt die große Mehrheit der Arbeiter, denen die Abfindung angeboten wird, aus diesen Werken. Wenn Kongreß und Regierung nicht rasch eingreifen, werden die globalisierten Autokonzerne bald alles zerstört haben - nicht wie angekündigt bis 2008, sondern schon in wenigen Monaten! Hier die erschreckenden Details:

Die Elektronikabteilung des Konzerns, Delphi Packard, kündigte Ende Juni an, von den 3800 Stellen in den vier verbliebenen Elektroteilewerken in Ohio fast 2800 abzubauen. GM soll für die Abfindungen bisher 3,8 Mrd. Dollar ausgegeben haben, die in den Bilanzen für das 2. und 3. Quartal als Verlust auftauchen. Nach Abschluß der zweiten Abfindungswelle bei Delphi betragen die Gesamtkosten 4-5 Mrd. Dollar.

Damit erkaufte sich der Konzern faktisch die Zustimmung der UAW zu den Werksschließungen, die gegen die Tarifverträge mit der UAW verstoßen, und hielt so die UAW-Führung aus dem Kampf für die Erhaltung der Werke heraus. Nun tut Ford das gleiche. Die Wall Street war begeistert über die Behauptung von GM, ab sofort jährlich mehr als 3 Mrd. Dollar an Löhnen einzusparen. Tatsächlich schrumpft GM jedoch so stark (28% in einem Quartal!), daß seine Schulden weiter steigen. Auch die Qualität der Fahrzeuge wird sich verschlechtern, wenn das Unternehmen und seine Zulieferer schlechtbezahlte Ersatzkräfte einstellen.

Hedgefonds übernehmen General Motors. Der Löwenanteil der Aktien des US-Autokonzerns General Motors gehört inzwischen schon "Heuschreckenfonds". Am 3. Juli trafen sich die Aufsichtsräte von Nissan und Renault und verhandelten über den Vorschlag des berüchtigten Spekulanten Kirk Kerkorian, Carlos Ghosn zum GM-Chef zu machen. Beide Unternehmen signalisierten Unterstützung für den Vorschlag, warten jedoch auf eine "Einladung" von GM. Letztendlich wird die Frage jedoch von den Aktionären entschieden.

Ein Blick auf die Liste der größten Aktionäre zeigt, daß Hedgefonds inzwischen den Konzern beherrschen. Großaktionäre sind State Street Corp. (11%), Capital Research & Management Corp. (10,6%) sowie Kerkorians Tracinda Management (9,9%).

Weitere Hedgefonds mit beträchtlichem Besitz an GM-Aktien sind die Blackstone Group, Valley Forge Fund, Marshall Funds, Oppenheim Discovery Fund, AIM Equity Funds, AXA Enterprise Funds (Versicherungskonzern AXA) und Brazos Mutual Funds.

 

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