* * * Internetforum mit Helga Zepp-LaRouche * * *
Aktuelle Ausgabe Diese Ausgabe Gehe zu ... Kernthemen Suchen Abonnieren Leserforum

Artikel als
=eMail=
weiterleiten

Aus der Neuen Solidarität Nr. 18/2006

Jetzt
Archiv-CD
bestellen!

  Produktive Kreditschöpfung 
  Neues Bretton Woods
  Glass-Steagall
  Physische Wirtschaft
  Kernenergie
  Eurasische Landbrücke
  Transrapid
  Inflation
  Terror - Cui bono?
  Südwestasienkrise
  11. September und danach
  Letzte Woche
  Aktuelle Ausgabe
  Ausgabe Nr. ...
  Heureka!
  Das Beste von Eulenspiegel
  Erziehungs-Reihe
  PC-Spiele & Gewalt 
  Diskussionsforum
  Wirtschaftsgrafiken
  Animierte Grafiken

Aus Wissenschaft & Technik


Lula: Raumfahrt, Wissenschaft und Souveränität sind unschätzbar
Chile und Argentinien sollten gemeinsam KKWs bauen

China und Rußland planen Bau schwimmender Kernkraftwerke

Vatikan unterstützt zivile Nutzung der Kernenergie

Lula: Raumfahrt, Wissenschaft und Souveränität sind unschätzbar

Der brasilianische Präsident Lula da Silva hat am 20. April den gerade von seinem Aufenthalt auf der Internationalen Raumstation (ISS) zurückgekehrten ersten Astronauten des Landes, Oberstleutnant Marcos Pontes, mit dem Nationalen Verdienstorden ausgezeichnet. Bei der Zeremonie in Brasilien vor Mitgliedern des Kabinetts, führenden Vertretern des Militärs und des Raumfahrtprogramms sowie Schülern wies Lula die Kritik zurück, es sei Verschwendung, 10 Mio. Dollar dafür auszugeben, einen Menschen in den Weltraum zu senden, um "unbedeutende" wissenschaftliche Experimente durchzuführen:

"Brasilien macht schnelle Fortschritte darin, seine Souveränität auf allen Gebieten auszuüben, die die Welt verlangt... Ihre Reise in den Weltraum hat eine sehr wichtige historische Bedeutung für Brasilien. Wenn Sie manchmal Kritik lesen, machen Sie sich nichts daraus. Nehmen Sie diese Kritik lieber als Ansporn. Wer weiß, vielleicht sind hier inmitten dieser Kinder unsere Astronauten, die in 30 Jahren von Brasilien selbst aus [in den Weltraum] reisen, mit Technologien, die wir ganz alleine vorbereitet haben."

"Es gibt Leute, die meinen, wir sollten kein Geld dafür ausgeben. Es gibt Leute, die meinen, wir sollten kein Geld für unsere U-Boote ausgeben, und es gibt Leute, die meinen, wir sollten uns nicht mit Uran [Brasiliens Urananreicherungsprogramm] befassen. Wir werden uns mit allem befassen, mit dem sich Brasilien befassen muß, damit sein Volk stolzer sein kann, Brasilianer zu sein, und damit unser Volk vor der Welt noch souveräner sein kann." Wären alle Kinder und alle Brasilianer so stolz, "wie ich es war, als ich Sie in diesem Raumschiff schweben sah, dann ist das, was wir dafür ausgeben mußten, Sie in den Weltraum zu bringen, wenig im Vergleich zu dem, was dies für Brasilien, für das brasilianische Volk, für die Kinder, für die Wissenschaft und für alles bedeutet, was wir von jetzt an tun. Ihre Reise war nur ein Schritt auf dem Weg unseres Landes, den Weltraum und wissenschaftliche und technische Kenntnisse zu erwerben." Zu den von Ponte durchgeführten Experimenten mit Saatgut sagte Lula: "Wir haben dort Samen ausgesät, aber wir haben das nicht nur im Weltraum getan. Wir haben vor allem hier Samen ausgesät."

Chile und Argentinien sollten gemeinsam KKWs bauen

Chile und Argentinien sollten gemeinsam Kernkraftwerke bauen, erklärte der Energieexperte Ricardo de Dicco von der argentinischen Salvador-Universität am 25. April in einem Interview mit der Zeitung La Nacion. Die Energiekrise in Chile wäre abzuwenden gewesen, wenn die damaligen Präsidenten Menem (Argentinien) und Frei (Chile) in den 90er Jahren vereinbart hätten, anstelle von Erdgas Kernenergie zur Grundlage der Integration der beiden Volkswirtschaften zu machen. Angesichts der großen Uranvorkommen in den Anden, wovon sich ein großer Teil in Chile befindet, gebe es keinen Grund, keine Kernkraftwerke zu bauen. Diese sollte Argentinien liefern, das jahrzehntelange Erfahrungen auf diesem Gebiet hat. Die Kernkraft sei billiger und effizienter als irgendeine andere Energiequelle.

Argentinien habe zwei funktionierende Kernkraftwerke und werde bald ein drittes, Atucha II, fertigstellen. Die Regierung Kirchner habe angekündigt, daß sie mehrere weitere Kernkraftwerke bauen wolle. Da Argentiniens derzeitige Energieinfrastruktur leider sehr unzureichend sei, müsse der Staat die Kontrolle über Energieressourcen wie z.B. Öl zurückgewinnen - de Ricco empfiehlt die Enteignung von Repsol-YPF - und die Einnahmen zur Finanzierung des Baus mehrerer Kernkraftwerke verwenden. Es gebe keinen Grund, warum Argentinien nicht im Kontext einer Reindustrialisierung ein halbes Dutzend neue Kernkraftwerke bauen könne.

China und Rußland planen Bau schwimmender Kernkraftwerke

Nach Angaben von Witalij Rjabow, Abteilungsleiter in der Russischen Atomenergiebehörde, hat China Rußland mitgeteilt, daß es bereit ist, in Gemeinschaftsarbeit schwimmende Kernkraftwerke zu bauen. Im Herbst 2005 hatte eine russische Delegation Beijing besucht, um über gemeinsame Kernkraftwerkprojekte zu diskutieren. Aus dieser Delegation verlautete, China erwäge, einen Kredit für den Bau eines solchen schwimmenden Kraftwerks - des weltweit ersten dieser Art - in Nordrußland zu gewähren.

Der Bau eines solchen schwimmenden Kernkraftwerks ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Serienproduktion von Kernkraftwerken und damit zu einer massiven Senkung der Planungs- und Baukosten sowie der Bauzeit. Das Kraftwerk würde auf einer schwimmenden Plattform errichtet und dann "schlüsselfertig" übers Meer an seinen vorgesehenen Standort gebracht. Auf diese Weise können solche Kraftwerke auch dort zum Einsatz kommen, wo der Bau vor Ort - z.B. in abgelegenen oder infrastrukturell unterentwickelten Regionen - schwierig oder unmöglich ist. Wird das Kraftwerk jedoch fertig angeliefert und zum Einsatz gebracht, kann es die Energie liefern, die zur Erschließung und Entwicklung solcher Regionen wie Nordsibirien und ihrer Rohstoffe notwendig ist, und damit alle weiteren Entwicklungsmaßnahmen erleichtern.

Vatikan unterstützt zivile Nutzung der Kernenergie

Der Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden, Kardinal Renato Martino, hat in seiner Abschlußerklärung bei einem Seminar zum 20. Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl die internationale Gemeinschaft dazu aufgerufen, die Entwicklung der Kerntechnik für friedliche Zwecke zu unterstützen. Der Heilige Stuhl sei interessiert daran, "die Erforschung der Nutzung der Kernenergie für zivile Zwecke, die so reich in ihren technischen, kulturellen und politischen Anwendungen ist, fortzusetzen." Die Katastrophe von Tschernobyl habe ungeheure Schäden für die Gesundheit, die Gesellschaft und die Wirtschaft verursacht. Die internationale Gemeinschaft müsse daher "die großzügige Reaktion und Solidarität der Zivilgesellschaft" gegenüber den am härtesten getroffenen Ländern fördern und "ihnen helfen, die zahlreichen sozialen, wirtschaftlichen, gesundheitlichen und ökologischen Konsequenzen der Katastrophe zu überwinden".

Die internationale Gemeinschaft sollte aber "die komplexen Fragen, die mit der Kernenergie für die zivile Nutzung verbunden sind, weiter studieren... Dieses Seminar hat uns gelehrt, daß die Kernenergie nicht, wie es oft geschieht, durch die Brille ideologischer Vorurteile betrachtet werden sollte, sondern mit dem Blick der Intelligenz, der menschlichen Vernunft und Wissenschaft, verbunden mit der weisen Ausübung der Vorsicht bei der Durchführung der integralen und solidarischen Entwicklung des Menschen und der Nationen."

 

Aktuelle Ausgabe Diese Ausgabe Kernthemen Suchen Abonnieren Leserforum