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Aus der Neuen Solidarität Nr. 18/2006

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Aufruf des Ad-hoc-Komitees für ein Neues Bretton Woods

Nach den vorangegangenen Aufrufen von 1997 und 2000, in denen inzwischen Tausende namhafter Persönlichkeiten aus aller Welt, darunter ehemalige Regierungschefs, Abgeordnete, Gewerkschafter, Unternehmer, Bürgerrechtler, Kirchenvertreter, Vertreter des Militärs u.v.a. eine Reorganisation des Weltfinanzsystems forderten, hat die Vorsitzende des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, den folgenden neuen Aufruf verfaßt, der vom Schiller-Institut weltweit verbreitet wird. Er soll mit den Namen der Unterzeichner im Internet und verschiedenen Zeitungen veröffentlicht werden.

"Das Täuschungsmanöver der scheidenden Verwaltung von Alan Greenspan, Angaben zur Geldmenge M3 abzuschaffen, zielte eindeutig darauf ab, zu verbergen, daß die Rate der Steigerungsrate der Weltmarktpreise für wichtige Rohstoffe die ganze Welt auf eine ähnliche Bahn der Hyperinflation gebracht hat wie die Weimarer Republik in der zweiten Jahreshälfte 1923. Ein Vergleich der Beschleunigung der Preissteigerung der wichtigsten Rohstoffe mit den Trends in Deutschland 1923 führt zu dem Schluß, daß das weltweite System unter der derzeitigen amerikanischen und europäischen Politik wahrscheinlich nicht viel später als im September 2006 an den Punkt des Zusammenbruchs gelangt, wenn nicht schon früher", so schrieb Lyndon LaRouche in einer Erklärung vom 20. April.

Wenn Lyndon LaRouche eine Prognose abgibt, dann findet sie gewöhnlich bei kompetenten Wirtschafts- und Finanzexperten um die Welt höchste Aufmerksamkeit, denn er ist nachweislich der Ökonom, der in den vergangenen Jahrzehnten mit seinen Analysen recht gehabt hat, während seine Kritiker völlig diskreditiert sind.

Dieses Mal wirkte seine Einschätzung wie ein Paukenschlag im politischen Washington und anderswo. Denn die Parallele der Beschleunigung der Preissteigerungen der wichtigsten Rohstoffe zur Hyperinflation von 1923 ist so offensichtlich, daß die üblichen Mechanismen der Realitätsverdrängung nicht mehr funktionieren.

Die Zentralbanken sind in einer ausweglosen Zwickmühle angekommen: Setzen sie die Politik Greenspans der 19 Jahre andauernden Liquiditätsvermehrung durch Derivatkredite und Spekulation der Hedgefonds, Beteiligungsgesellschaften etc. weiter fort, dann explodieren die Energie- und Rohstoffpreise. Versuchen sie, diese Liquidität wieder abzuschöpfen wie jetzt bei der Abschaffung des Yen-Carry-Trade und Zinserhöhungen, dann beginnen die Blasen zu platzen, wie dies jetzt bereits bei der amerikanischen Immobilienblase geschieht.

Ganz gleich, ob es zu einem hyperinflationären Kollaps des Weltfinanzsystems wie im November 1923 kommt, oder zu einem kettenreaktionsähnlichen Platzen der Blasen im Immobilien-, Aktien- und Anleihenmarkt, zu Bankrotten bei Hedgefonds, Pensionsfonds, Beteiligungsgesellschaften und Banken - die Konsequenzen für die Weltbevölkerung wären katastrophal. Der ärmere Teil der Weltbevölkerung wäre am meisten betroffen, die Mittelklasse würde ihrer gesamten Ersparnisse beraubt. Wenn der Staat seine Aufgaben nicht mehr finanzieren kann, droht die Gesellschaft im Chaos zu versinken. Der Absturz in ein neues finsteres Zeitalter wäre die Folge.

Um den unerträglichen Schaden, den ein unkontrollierter Kollaps des Weltfinanzsystems auslöste, von der Bevölkerung abzuhalten, fordern wir, die Unterzeichner, die sofortige Einberufung einer Notkonferenz, die eine neue globale Finanzarchitektur in der Tradition des von Franklin D. Roosevelts initiierten Bretton- Woods-Systems von 1944 beschließen muß.

Wir, die Unterzeichner, weisen auch darauf hin, daß das italienische Parlament LaRouches Vorschlag aufgegriffen und am 6. April 2005 in einer Entschließung die italienische Regierung aufgefordert hat, "eine internationale Konferenz auf der Ebene der Staatschefs einzuberufen, um ein neues und gerechteres Weltwährungs- und Finanzsystem verbindlich festzulegen".

Die Notwendigkeit für eine solche grundlegende Reorganisation ist heute dringender denn je, aber auch die Möglichkeiten für ihre Verwirklichung sind gewachsen. Und daran ist eine Ironie der Geschichte schuld. Denn als sich 1991 die Sowjetunion aufzulösen begann, beschlossen die Neokonservativen in der Regierung von Präsident George Bush sen., die amerikanische Republik gemäß des "Project for a New American Century" in ein Imperium zu verwandeln. Diese Machtideologie erhob das Postulat, daß nie wieder eine Nation oder eine Gruppe von Nationen die Vormachtstellung der USA in politischer, wirtschaftlicher oder militärischer Hinsicht bedrohen können sollte.

Nun haben aber gerade die Neokonservativen der Regierung Bush/Cheney mit ihrer Politik präventiver Kriege und Regimewechsel dafür gesorgt, daß der Prozeß der Kooperation der Nationen Eurasiens und Lateinamerikas, der normalerweise Jahrzehnte gedauert hätte, sich unter dem Eindruck der amerikanischen unilateralen Politik extrem beschleunigt hat. Eine ganze Reihe von Staatschefs wichtiger Staaten hat deutlich gemacht, daß sie entschlossen sind, das Gemeinwohl ihrer Bevölkerung gegen die Übergriffe der mit der Globalisierung assoziierten Finanzinstitutionen zu verteidigen. Deshalb sind die Chancen, die Frage einer gerechten neuen Weltwirtschaftsordnung auf die Tagesordnung zu setzen, enorm gestiegen.

Es wäre aber eine gefährliche Illusion zu meinen, daß eine erfolgreiche Reorganisation des bankrotten Weltfinanzsystems ohne oder gegen die USA erfolgen könnte. Deshalb sprechen sich die Unterzeichner für eine Zusammenarbeit mit dem wirklichen Amerika in der Tradition der Amerikanischen Revolution und der Unabhängigkeitserklärung aus, die mit Namen wie Alexander Hamilton, John Quincy Adams, Abraham Lincoln, Franklin D. Roosevelt und Martin Luther King verbunden sind, und die heute von Lyndon LaRouche inspiriert wird. Amerika muß Teil der neuen Prinzipiengemeinschaft souveräner Republiken sein, die durch ein gemeinsames Interesse der Menschheit verbunden sind.

Um die Fehlentwicklungen zu korrigieren, die aufgrund des Wertewandels der vergangenen 40 Jahre und vor allem seit der Abschaffung des Systems der festen Wechselkurse durch US-Präsident Richard Nixon 1971 einsetzten und die nach der Auflösung der Sowjetunion mit der ungezügelten Globalisierung zu dem derzeitigen brutalen Raubtierkapitalismus geführt haben, muß man die folgenden Maßnahmen durchzusetzen.

Die Konferenz für ein Neues Bretton Woods möge daher beschließen:

1. Es müssen umgehend feste Wechselkurse vereinbart werden.

2. Derivatspekulation muß durch ein Abkommen zwischen Regierungen verboten werden.

3. Es muß eine umfassende Reorganisation bzw. Streichung der Schulden vorgenommen werden.

4. Es müssen neue Kreditlinien durch staatliche Kreditschöpfung in der Tradition Alexander Hamiltons und des Amerikanischen Systems zur Verfügung gestellt werden, die durch Investitionen in grundlegende Infrastruktur und technologische Erneuerung produktive Vollbeschäftigung ermöglichen.

5. Der Ausbau der Eurasischen Landbrücke als Kernstück des Wiederaufbaus der Weltwirtschaft ist dabei die Vision, die nicht nur ein neues Wirtschaftswunder bringen wird, sondern auch eine Friedensordnung für das 21. Jahrhundert werden kann.

6. Ein neuer "Westfälischer Friedensvertrag" muß auf mindestens 50 Jahre die Erschließung und Entwicklung von Rohstoffen für alle Nationen dieser Erde garantieren.

Wir, die Unterzeichner, sind der Auffassung, daß das System der "Globalisierung" mit seinem brutalen Raubtierkapitalismus wirtschaftlich, finanziell und moralisch gescheitert ist. Stattdessen muß wieder der Mensch in den Mittelpunkt gestellt werden, und die Wirtschaft muß zu allererst dem Gemeinwohl dienen. Die neue Weltwirtschaftsordnung muß die unveräußerlichen Rechte aller Menschen auf diesem Planeten garantieren.

Erstunterzeichner:
Helga Zepp-LaRouche, Bundesvorsitzende der BüSo und des Schiller-Instituts


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