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Aus der Neuen Solidarität Nr. 17/2006

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Wichtiges kurzgefaßt

Wirtschaft für Ausstieg aus dem Atomausstieg. Wie die Rheinische Post am 15. März meldete, forderte E.ON-Vorstandschef Wulf Bernotat eine Laufzeitverlängerung der deutschen KKW. Die Anlagen sollten so lange laufen, wie es technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist. Richtschnur sollten die in den USA und Schweden üblichen Laufzeiten von 60 Jahren sein. Nach einer Umfrage der DIHK (Deutsche Industrie- und Handelskammer) halten mehr als 70 % von 1 100 befragten Firmen einen Ausstieg aus der Kernenergie nicht für sinnvoll und sprechen sich mindestens für eine Laufzeitverlängerung aus. Außerdem müsse der unter Trittin verzögerte Streit um die Erkundung von Gorleben als radioaktives Endlager "endlich zum Abschluß" kommen. Besser wäre es allerdings, wenn man auch zum Konzept der Wiederaufbereitung der Kernbrennstoffe zurückkehren würde, um die Menge langstrahlender nuklearer Abfälle um zwei Größeneinheiten zu verringern.

SPD läßt Debatte über längere Laufzeiten der KKW zu. Entgegen früheren Ankündigungen läßt die SPD doch wenigstens die Debatte über längere Laufzeiten der KKW zu. Das Thema wurde auf dem Energiegipfel am 3. April im Kanzleramt angesprochen, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach dem Treffen und machte dabei deutlich, daß das Thema Kernenergie in den nächsten Monaten weiter erörtert wird. Merkel kündigte die Einsetzung von drei Arbeitsgruppen an, deren Ergebnisse auf einem weiteren Treffen im September analysiert werden sollen. Im Jahr 2007 soll ein energiepolitisches Gesamtkonzept vorliegen. Wie der Tagesspiegel am 4. April meldete, wandte sich auch Altkanzler Helmut Schmidt (SPD) auf einer Klausurtagung der SPD gegen den Atomausstieg.

Kernkraft weltweit im Vormarsch. Weltweit sind 30 neue KKW im Bau, weitere 39 sind finanziell abgesichert und genehmigt, 160 befinden sich im Planungsstadium: Finnland und Frankreich bauen je einen 1 600 MW-Reaktor, England plant 6-8 neue KKW, in den USA laufen derzeit die Genehmigungsverfahren für 13 neue KKW, die Türkei hat ihre Pläne für 2-3 neue Anlagen wieder aufgenommen. Für die Länder ist die lange Nutzungsdauer von 60 Jahren wichtig und Kernenergie eine Alternative zum Erdgas. Deshalb haben sich fast alle europäischen Länder von Überlegungen, aus der Kernenergienutzung auszusteigen, verabschiedet - bis auf die noch immer "Atom-Feindstaaten" Deutschland und Österreich.

Australien und China haben einen Grundsatzvertrag über Uranlieferung geschlossen, um den wachsenden Bedarf Chinas zu decken. China rechnet mit dem Bau von 50 neuen KKW in den nächsten 20 Jahren. Im Vertrag hat sich China verpflichtet, das Uran nur für zivile Zwecke zu verwenden.

Pakistan plant bis zum Jahr 2030 den Bau von Kernkraftwerken mit einer Leistung von 8 800 MW. Da der Westen (USA und Europa) Pakistans Bitte um Zusammenarbeit im Bereich ziviler Nutzung der Kernenergie trotz eines entsprechenden Abkommens zwischen den USA und Indien vor wenigen Wochen abgelehnt hat, wendete sich Pakistan nun an China. Beim Staatsbesuch von Präsident Musharraf in Peking im Juni soll ein Abkommen über den Bau von Kernkraftwerken mit 2 000 MW Leistung unterschrieben werden.

Universität von Texas baut ersten Forschungs-HTR. Die Universität von Texas am Permischen Becken wird als Lehr- und Testmeiler den ersten Kernreaktor der vierten Generation bauen - einen modularen Heliumreaktor, der eine Gasturbine antreibt (GT-MHR). Darüber wurde am 22. Februar ein Vertrag mit General Atomic abgeschlossen. Der GT-MHR ist ein gasgekühlter Hochtemperaturreaktor (HTR), der einen Direktkonversionszyklus benutzt und dadurch um 50 % effizienter arbeitet als konventionelle Kraftwerke, die über Dampfturbinen Elektrizität erzeugen.

Im GT-MHR wird die Hochtemperatur durch Atomspaltung erreicht, und das Heliumgas, das auch als Kühlmittel dient, treibt die stromerzeugende Turbine an. Der GT-MHR ähnelt dem modularen Kugelhaufenreaktor (PBMR) südafrikanischer Herkunft. Aber im Unterschied zu den tennisballgroßen Brennstoffkugeln im PBMR wird der Brennstoff im GT-MHR in Stangen aufgereiht und prismatisch angeordnet. Beide Reaktortypen haben die gleichen passiven Sicherheitssysteme, durch die die Meiler im Falle eines Problems automatisch heruntergefahren werden.

Geht alles planmäßig vonstatten, wird dieser HTR in sechs Jahren einsatzbereit sein. Es wird dann 2012 ein Wärmekraftreaktor mit einer Leistung von 10 bis 25 MW sein, abhängig vom vorgeschlagenen Design.

Kanada wird an das russische Erdgasnetz angehängt. Rußland und Kanada (Petro-Canadic) bauen an der Einspeisestelle für russisches Erdgas der künftigen "Schröder-Pipeline" auch eine Anlage zur Erdgasverflüssigung. Das Flüssig-Erdgas ist ab 2010 für die kanadischen Provinzen Quebec und Ontario vorgesehen. Möglicherweise sorgt man für die Zeit vor, wenn die Lieferungen nach Europa wegen weiterer Industriedemontage entfallen.

Am Tiefwasserhafen Wilhelmshaven plant E.ON über ihre Beteiligung an der Deutschen Flüssiggas Terminal Gesellschaft (DFTG) den Bau eines Terminals für flüssiges Erdgas (LNG = Liquified Natural Gas). Wegen dieser 600 Mio. Euro-Investition diskutiert man den Bau eines weiteren Kraftwerkes am Standort - allerdings eines Kohlekraftwerks.

Solarstrom vergeudete Milliarden. Dies stellt eine Studie führender Umwelt- und Wirtschaftsforschungsinstitute im Auftrag des Bundesumweltministeriums fest. Danach kann Solarstrom in den kommenden Jahren nicht nennenswert zur Energieversorgung beitragen. Solarstromproduzenten würden von 2005 bis 2020 nach geltendem Recht rund 28 Mrd. Euro aus der EEG-Umlage erhalten - und dafür, bei unzuverlässiger Lieferung, nur 1,5 % des deutschen Strombedarfes im Jahr 2020 decken. Der Solarstrom ist mit rund 50 cts/kWh zehnmal so teuer, wie der Strom aus neu gebauten, nicht abgeschriebenen Gaskraftwerken. Außerdem finanziert der deutsche Stromverbraucher mit der hohen Einspeisevergütung vor allem den Aufbau von Solarfabriken im Fernen Osten. 2004 und 2005 wurden mehr als 50 % der verbauten Solarstromanlagen in Deutschland von ausländischen Firmen geliefert. Besonders multinationale Hersteller in China und Japan produzieren wegen der hohen Fördersätze in Deutschland hauptsächlich für den deutschen Markt.

Windmühlenbauer verzichtete auf Offshore-Anlagen. Enercon-Geschäftsführer Aloys Wobben verkündete: Der Windmühlenbauer sei zu dem Entschluß gekommen, sich aus der Planung und dem Bau von Windkraftanlagen auf See oder in Küstennähe zurückzuziehen. Der Bau solcher Anlagen sei zu kostspielig und die Ertragsaussichten trotz der EEG-Subventionierung zu gering. Seine Firma werde ausschließlich Anlagen auf dem Land bauen. "Für Offshore haben wir keine Zeit."

 

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