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Aus der Neuen Solidarität Nr. 15-16/2006

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Rütli-Oberschule: Jugendliche brauchen eine Zukunftsperspektive

Die Vorfälle an der Rütli-Oberschule in Neukölln sind ein Novum in der Schulgeschichte Deutschlands; sie zeigen, wie krank unsere Gesellschaft ist. Die Lehrer haben vor den Zuständen, die es ihnen nicht mehr erlauben, überhaupt noch in den Klassen unterrichten zu können, kapituliert. In einem Brief an die Schulbehörde berichten sie, daß der Unterricht an dieser Hauptschule "durch totale Ablehnung des Unterrichtsstoffs und menschenverachtendes Auftreten" geprägt sei. "Lehrkräfte werden gar nicht wahrgenommen, Gegenstände fliegen zielgerichtet gegen Lehrkräfte durch die Klassen." Diese Zustände sind zum einen eine Folge der Verhältnisse außerhalb der Schule - Arbeitslosigkeit, Armut, Hoffnungslosigkeit und wachsender Kriminalität. "Welchen Sinn macht es, daß in einer Schule alle Schüler/innen gesammelt werden, die weder von den Eltern noch von der Wirtschaft Perspektiven aufgezeigt bekommen, um ihr Leben sinnvoll gestalten zu können? In den meisten Familien sind unsere Schüler/innen die einzigen, die morgens aufstehen," heißt es in dem Brief weiter.

Dazu kommt die planvolle Zerstörung der Bildungsinhalte seit den 70er Jahren, die aus umfassender Bildung und der Erziehung der Persönlichkeit berufsorientiertes Verhaltenstraining machte. Die Schulen wurden zum ideologischen Kampfplatz, und sie sind es immer noch. Die politischen Parteien formieren lediglich ihre alten Schlachtordnungen neu. Die einen wollen die Hauptschule abschaffen und die Probleme verlagern, die anderen wollen Härte zeigen und durchgreifen. Doch auch noch so viele Sozialarbeiter, Schulpsychologen und Konfliktmanager oder Polizisten werden die Probleme nicht lösen. Es gibt nur eine Antwort: Gebt den Jugendlichen eine Zukunftsperspektive, indem neue, produktive Arbeitsplätze geschaffen werden! Gleichzeitig brauchen wir eine neue Bildungsreform nach den Grundsätzen Wilhelm von Humboldts.

Rosa Tennenbaum, BüSo-Kandidatin für das Berliner Abgeordnetenhaus