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Aus der Neuen Solidarität Nr. 44-45/2004

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Irak und Schottlands "Höllenbräute"

"Höllenbräute" - die deutschen Landser in den Gräben des Ersten Weltkrieges gaben ihnen diesen Namen. Voll Angst und Schrecken starrten sie auf die laut schreiend angreifenden feindlichen Soldaten in ihren wehenden "Röcken". Schottische Soldaten tragen seit jener Zeit im Kampfeinsatz keine Kilts mehr, aber dieser Name "Höllenbräute" blieb.

Schottland war immer stolz auf das Ansehen seiner Soldaten in der Welt, aber in der jüngsten Zeit hat sich das Bild in der Öffentlichkeit gewandelt und die Regimenter haben Schwierigkeiten, freiwillige Rekruten zu finden (Großbritannien hat ein Berufsheer). Nicht, daß ein grundsätzlicher Mangel an Interesse bestünde, es sind die dauernden Kriege und ganz besonders der jetzige Krieg, der abschreckt. Als Konsequenz daraus will die Regierung Blair die schottischen Regimenter auf ein einziges reduzieren.

Die Schwierigkeiten betreffen auch eines der berühmtesten dieser schottischen Regimenter, Black Watch, das zur Zeit im Irak stationiert ist und dessen Dienstzeit dort gerade ein weiteres Mal verlängert wird. Dies und der weitverbreitete Eindruck, daß die britischen Soldaten benutzt werden sollen, um den Druck auf die Amerikaner in Bagdad zu mindern und so George W. Bush bei der Wiederwahl zu helfen, läßt fast schon allgemeinen Volkszorn hochkommen. Die Mutter und Schwester eines Soldaten, der vor einigen Wochen im Irak fiel, sprachen am 17. Oktober auf einer riesigen Demonstration gegen den Krieg auf dem Londoner Trafalgar Square und erhielten dafür, daß sie Bush und Blair verurteilten, tosenden Beifall.

Im Unterhaus stand Blair mit seiner Entscheidung, Soldaten des Black Watch in das berüchtigte Sunnitendreieck des Irak zu schicken, um US-Truppen zu helfen, ganz allein da. Selbst Abgeordnete, die für den Krieg sind, wandten sich dagegen. Zuerst behauptete Verteidigungsminister Geoff Hoon beharrlich, es sei noch nicht endgültig entschieden. Aber dann bestätigte er indirekt das Gegenteil, als er sagte, England "hätte in seiner Pflicht als Verbündeter versagt", wenn es die Forderung der Vereinigten Staaten nach Hilfe abgelehnt hätte.

Mehrere Quellen aus den Streitkräften bestätigten, es sei "beschlossene Sache", daß die 650 Mann des Black Watch nach Iskandaria bei Bagdad, 300 Meilen nördlich der britischen Zone bei Basra, verlegt werden.

Der Verdacht, daß britische Soldaten für eine Wiederwahl George W. Bushs ihr Leben riskieren sollen, hat auch die normalerweise loyalen Hinterbänkler gegen die Regierung aufgebracht.

Der Labour-Abgeordnete Andrew MacKinley, ein felsenfester Befürworter des Krieges, sagte vor dem Unterhaus, die vorgeschlagene Truppenverlegung gehe selbst ihm zu weit. Er bat Hoon eindringlich, sich das noch einmal zu überlegen: "Es gibt kein einziges Fraktionsmitglied der Labour Party, das diese Verlegung unterstützt." Fast alle Zeitungen schreiben, wenn Soldaten des Black Watch fallen sollten, dann wären sie "für Bush gestorben". Und sie sagen übereinstimmend voraus, daß das wohl Blairs Ende wäre.

Alan Clayton

 

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