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Aus der Neuen Solidarität Nr. 43/2004

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Was geht mich die US-Wahl an?

LaRouche-Jugendbewegung. Kasia Kruczkowski geht der Frage nach, was Menschen davon abhält, sich politisch zu engagieren.

Ich habe lange in dem Glauben gelebt, daß ich nicht den geringsten Einfluß auf die Entwicklung der Geschichte und schon gar nicht auf politischer Ebene haben kann. Genau das ist aber der Knackpunkt. Gerade weil die meisten Menschen genau so denken und handeln - nämlich gar nicht - , haben sie letztendlich auch keinen Einfluß darauf.

Aus dieser Untertanenmentalität, die sich schon in den 30er Jahren in der Bevölkerung ausbreitete, gilt es nun auszubrechen. Notwendig ist dazu die Erkenntnis, daß wir Macht besitzen. Und damit meine ich nicht den mystischen oder finanziellen Machtbegriff, sondern die Macht der Vernunft und des schöpferischen Geistes. Jeder Mensch ist zur Vernunft fähig, und genau das macht den Unterschied zwischen uns und den Tieren aus. Das ist es, was die LaRouche-Jugendbewegung immer wieder den Menschen auf der Straße durch Gesang, sokratischen Dialog, Stücke aus klassischen Dramen oder große wissen-schaf(fen)tliche Aufgaben (z.B. die Verdopplung des Quadrates) bewußt machen will. Ob das in Deutschland ist, in Frankreich, in Australien, in den USA oder sonstwo auf der Welt - wir sind international wie die Herausforderung an die Menschheit, die alle Weltbürger betrifft.

So können wir uns auch nicht aus der amerikanischen Präsidentschaftswahl ausklinken, weil der Ausgang dieser Wahl unsere Zukunft bestimmt. Mit einer weiteren Bush/Cheney-Präsidentschaft käme eine Welle neuer Kriege auf uns zu, angefangen mit Iran, Syrien, Nordkorea und vielen anderen angeblichen "Schurkenstaaten", wie sie im militärstrategischen Bericht NSS-2001 definiert sind (nach dessen Definition die USA eigentlich gegen sich selbst Präemptivkrieg führen müßten).

Genausowenig wie diese Administration eine Wende in der Außenpolitik herbeiführt, wird sie dies in der Wirtschaftspolitik tun. Wie auch die europäischen Regierungen vertritt sie mit der Privatisierung die "Spar dich tot"-Variante des Freihandels. Und wie bei den beiden Weltkriegen ist es kein Zufall, daß große Kriege mit großen Wirtschaftskrisen zusammenfallen.

Und so unterstützt Lyndon LaRouche die Kampagne für Kerry, um einen New Deal in der Tradition eines Franklin D. Roosevelt, um die notwendige Reorganisation des Weltfinanzsystems durchzuführen und die Weltwirtschaft wieder aufzubauen. Und daß Europa hier eine Rolle spielen muß, steht außer Zweifel.

Gerade die Montagsdemonstrationen in Europa (Deutschland, Frankreich, Niederlande, Österreich, Polen) müssen zu einer größeren Massenbewegung werden, die ihre Ablehnung der Kriegs- und der Sparpolitik deutlich macht und vereint eine Politik fordert, die uns aus dieser Krise bringt.

Lassen Sie sich nicht von den Negativmeldungen gewisser Kreise und Medien entmutigen! Denn wir haben eine großartige Aufgabe in dieser bedeutsamen Zeit, die Menschen braucht, welche die Geschichte positiv beeinflussen, indem sie den Kulturoptimismus wiederbeleben und die Verantwortung für die nachkommenden Generationen ernstnehmen. Hat sich ein Martin Luther King einschüchtern lassen von den rassistischen Zuständen in Amerika? Hat sich ein Friedrich Schiller durch die blutrünstige Zeit der Französischen Revolution davon abhalten lassen, sich mit der Schönheit der Seele zu befassen? Hat sich ein Friedrich List durch die feudale Oligarchie von der Idee eines dem Gemeinwohl dienenden Nationalstaates abbringen lassen?

Ganz im Gegenteil! Diese Menschen hatten etwas gemeinsam, und das war die Liebe zur Menschheit. Das ist auch der Leitgedanke der Jugendbewegung, die gerade in der Zeit, in der Egoismus und Gleichgültigkeit herrschen, versucht, die Menschen damit wieder zu Menschen zu machen. Denn wenn erst einmal in den Gesprächen, die wir täglich mit der Bevölkerung führen, der Funken der Begeisterung für die Menschheit überspringt, kann diese Kraft der Nächstenliebe nichts aufhalten. Die Alternative wäre Verharren in Passivität und Resignation, wovor schon Martin Luther King warnte: "Unsere Generation wird eines Tages nicht nur die ätzenden Worte und schlimmen Taten der schlechten Menschen zu bereuen haben, sondern auch das furchtbare Schweigen der Guten."

Kasia Kruczkowski

 

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