* * * Internetforum mit Helga Zepp-LaRouche * * *
Aktuelle Ausgabe Diese Ausgabe Gehe zu ... Kernthemen Suchen Abonnieren Leserforum

Artikel als
=eMail=
weiterleiten

Aus der Neuen Solidarität Nr. 13/2004

Jetzt
Archiv-CD
bestellen!

  Produktive Kreditschöpfung 
  Neues Bretton Woods
  Glass-Steagall
  Physische Wirtschaft
  Kernenergie
  Eurasische Landbrücke
  Transrapid
  Inflation
  Terror - Cui bono?
  Südwestasienkrise
  11. September und danach
  Letzte Woche
  Aktuelle Ausgabe
  Ausgabe Nr. ...
  Heureka!
  Das Beste von Eulenspiegel
  Erziehungs-Reihe
  PC-Spiele & Gewalt 
  Diskussionsforum
  Wirtschaftsgrafiken
  Animierte Grafiken

Aus Wirtschaft und Finanzen


Der größte Immobiliencrash aller Zeiten steht bevor
Angela Merkel zu Gast bei Lazard

Kann die Währungsunion auseinanderfallen?

Der größte Immobiliencrash aller Zeiten steht bevor

Seit dem Platzen der Internetblase im Frühjahr 2000 wurden an den globalen Aktienmärkten zwischenzeitlich rund 16 Billionen Dollar an Papierwerten vernichtet. Die Zentralbanken, und nicht zuletzt die amerikanische Federal Reserve, reagierten darauf mit einer beispiellosen Absenkung ihrer Leitzinsen. Zum einen wurden auf diese Weise die Geschäftsbanken mit riesigen Mengen an preiswerter Liquidität überschwemmt. Dabei wurden neue Finanzwerteblasen geschaffen, die zumindest auf dem Papier den Bankrott des Gesamtsystems verschleierten. Zum anderen trugen die niedrigen Zinsen dazu bei, Millionen private Haushalte in den USA und anderswo in eine immer höhere Verschuldung durch Konsum- und Häuserkauf hineinzulocken. Aber wie lange können die Zentralbanken ihre Leitzinsen künstlich niederhalten? Was wird aus den neuen Blasen, und vor allem dem Häusermarkt, sobald die Zinsen steigen?

Bereits Anfang März hat die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in ihrem Quartalsbericht unmißverständlich vor der bedrohlichen Lage auf dem Häuser- und Hypothekenmarkt gewarnt. Am 13. März präsentierte der Londoner Economist seine neueste Studie zu diesem Thema. Das Ergebnis: "Die Häuserpreise befinden sich im Verhältnis zu den Durchschnittseinkommen auf rekordhohem Niveau in Amerika, Australien, Großbritannien, Irland, den Niederlanden und Spanien. Die Preise britischer, irischer und holländischer Immobilien liegen nun - im Verhältnis zum Jahreseinkommen - 50% über ihrem 30jährigen Mittel." Nach dem gleichen Maßstab seien die Häuser in den USA um 23%, in Australien um 33% und in Spanien gar um 68% überbewertet. Basierend auf der Economist-Studie sprach der Edinburgher Scotsman daraufhin von der kommenden "Globalen Kernschmelze" auf den Immobilienmärkten. Immerhin handelt es sich hier um einen Anlagewert von rund 50 Billionen Dollar, fast doppelt so viel wie der Wert aller weltweit umlaufenden Aktien.

Angela Merkel zu Gast bei Lazard

Die vor 146 Jahren in New Orleans gegründete Bank Lazard, nicht zuletzt in den 30er Jahren ein wichtiges Instrument des weltweiten Synarchismus, baut seit einigen Jahren ihr Geschäft in Deutschland aus. Im März 1999 wurde die deutsche Lazard Asset Management GmbH ins Leben gerufen, welche dann binnen drei Jahren rund 3,6 Mrd. Euro an Anlagegeldern von wohlhabenden Deutschen eingesammelt und damit auf den internationalen Finanzmärkten operiert hat.

Der eigentliche Schwerpunkt von Lazard in Deutschland liegt allerdings auf einem anderen Gebiet: die tatkräftige Unterstützung aller Anstrengungen zur Privatisierung hiesiger Sparkassen und anderer öffentlicher Finanzinstitute.

Nachdem die Geschäftsbanken bei der Europäischen Kommission eine Klage gegen die staatlichen Garantien für deutschen Sparkassen und Landesbanken eingereicht hatten, verfaßte Lazard im September 2000 eine ausführliche Stellungnahme unter dem Titel Bankenlandschaft ohne Sparkassen? Die Wettbewerbsbeschwerde gegen Anstaltslast und Gewährsträgerhaftung. Lazard dokumentierte darin u.a. die Privatisierungen von Sparkassen in anderen westlichen Ländern und bot, unter dezentem Hinweis auf die eigenen langjährigen Erfahrungen im Ausland, seine Mithilfe bei der anstehenden Reform des deutschen Bankensektors an. Im August 2002 verfaßte Lazard erneut ein Papier zu diesem Themenkreis unter dem Titel Stellung der Sparkassen in Europa. Worauf es Lazard hierbei vor allem ankommt, zeigte der Kampf um die Privatisierung der Stralsunder Sparkasse. Nicht irgendeiner deutschen Großbank, sondern ausgerechnet Lazard in London fiel die Aufgabe zu, die geplante, aber dann gescheiterte Privatisierung und Übernahme der Stralsunder Sparkasse abzuwickeln.

Alle zwei Jahre lädt die deutsche Lazard Asset Management GmbH ihre vermögenden Kunden zu einem viertägigen "Seminar" im österreichischen Arlberg ein, zuletzt vom 29. Januar bis 1. Februar 2004. Das Programm reicht von ausgiebigem "Skivergnügen" und "nächtlicher Schlittenfahrt" mit "Ausklang des Abends an der Hotelbar" bis zu Vorträgen von Lazard-Experten über die aktuellen Entwicklungen auf den Finanzmärkten.

Jedes Jahr wird dabei auch auf renommierte Gastredner zurückgegriffen, "die im alpinen Ambiente ihre Sicht der Dinge darlegen". Und wen traf die Wahl im Jahre 2004? Niemand anderen als Dr. Angela Merkel, Bundesvorsitzende der CDU. Leider war die CDU-Zentrale nicht in der Lage, anfragenden Journalisten ein Manuskript ihrer Rede vom 31. Januar 2004 zu senden, denn sie habe frei gesprochen. Möglicherweise hätte dies interessante Aufschlüsse über Merkels Ansichten zur künftigen Rolle von Sparkassen und anderen Institutionen geliefert, die heute noch ausdrücklich dem Gemeinwohl verpflichtet sind. Oder war Merkel nur wegen der nächtlichen Schlittenfahrt gekommen?

Kann die Währungsunion auseinanderfallen?

Das Undenkbare ist denkbar geworden, sagt Joachim Fels von Morgan Stanley in Frankfurt. In einer Kolumne für die Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 15. März sorgt sich Fels um die zunehmenden "politischen Spannungen und Trennungslinien in Europa", d.h. die Streitereien um den Irakkrieg, die europäische Verfassung, den Stabilitätspakt und die Verteilungskämpfe zwischen reicheren und ärmeren EU-Mitgliedsländern. Wenn im Mai zehn neue EU-Mitglieder hinzukämen, dürften die Spannungen weiter ansteigen. "Längerfristig läßt sich vor diesem Hintergrund selbst ein Auseinanderbrechen der EU oder des Euro nicht völlig ausschließen", schreibt der US-Investmentbanker. Sollte ein Land aus der Währungsunion ausscheiden, wäre dies möglicherweise eine teure Angelegenheit. Denn die wieder eingeführte Landeswährung würde vermutlich erst einmal gegenüber dem Euro einbrechen, während die Altschulden des Landes aber weiter in Euro zu bedienen wären.

Wichtiger ist aber Fels' folgender Hinweis: "Die technischen und praktischen Hürden für die Wiedereinführung einer neuen nationalen Währung sind jedenfalls relativ niedrig. Jedes Land hat ja weiterhin seine eigene Notenbank, sein eigenes Zahlungssystem und den größten Teil der nationalen Währungsreserven. Selbst die Euro-Münzen und -Banknoten lassen sich ohne große Mühe den ausgebenden nationalen Notenbanken zuordnen und könnten deshalb als nationales gesetzliches Zahlungsmittel verwendet werden. Fazit: Das veränderte politische Umfeld in Europa läßt auch das Undenkbare denkbar erscheinen."

 

Aktuelle Ausgabe Diese Ausgabe Kernthemen Suchen Abonnieren Leserforum