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Aus der Neuen Solidarität Nr. 7/2003

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Heureka! Ein neuer Wissenschaftsteil der Neuen Solidarität

"Heureka!" Dieser Ausruf drückt die Freude aus, die der selbstbewußte Mensch bei schöpferischen Entdeckungen erfährt. Es ist die Freude über den schöpferischen "Götterfunken", den Schiller in seiner Ode an die Freude besang, und Beethoven in seiner (dieses Gedicht gleichsam vertonenden) Neunten Symphonie. Der Legende nach soll der große Denker und Forscher Archimedes (ca. 287-212 v.Chr.) in Syrakus vor über 2000 Jahren den Ausruf "Heureka!" als erster getan haben.

Seither steht dieses Wort für den Zusammenhang zwischen der schöpferischen Denkfähigkeit des Menschen und der anti-entropischen Entwicklung und Entfaltung des Universums. Nur solches Denken macht Naturgesetze möglich, und nur ein solches Universum, für das die Griechen das Wort "Kosmos" prägten, ist überhaupt erkennbar. Wird dieser Zusammenhang gekappt (etwa durch die Reduktion auf induktives Denken oder deduktives Schließen oder auf eine Kombination von beidem), so wird eine wirkliche Wissenschaft von der Natur unmöglich.

"Heureka" ist deshalb der Titel eines wichtigen Aufsatzes, in dem 1848 der amerikanische Politiker und Dichter E.A.Poe diesen Zusammenhang "von dem Physischen, Metaphysischen und Mathematischen" sowie "von seinem Wesen, seinem Ursprung, seiner Schöpfung, seinem gegenwärtigen Zustand und seinem künftigem Geschick" mit poetischer Strenge darlegte. Er widmete diesen Aufsatz dem deutschen Naturforscher Alexander von Humboldt, denn, so sagt Poe, "die größte Annäherung an solch ein Werk" werde "im Kosmos Alexander von Humboldts gemacht".

In den letzten hundert Jahren Zeit setzte sich jedoch das moderne Dogma von der Trennung zwischen Geisteswissenschaft und Naturwissenschaft durch. Beide Teilwissenschaften sind für sich genommen keine Wissenschaft, in den so grausam zerschnittenen Dingen ist kein "Heureka" mehr möglich, sondern nur noch Begriffsartistik, stochastische Beschreibung und Stochern im empirischen Gedankennebel.

Wenn wir unserem Wissenschaftsteil den Namen "Heureka" geben, dann stehen wir in der Pflicht: Wir müssen dem Anspruch gerecht werden, den diese genialen Denker der Vergangenheit an uns stellen. Hoffentlich gelingt uns das, versuchen werden wir es jedenfalls. Wenn man darüber nachdenkt, wie wir das am besten tun können, dann zeichnen sich sofort drei Schwerpunkte ab.

Erstens wird es nötig sein, den riesigen Berg an Unwahrheiten und Lügen beiseite zu räumen, den die Medien über einige Bereiche der Forschung und Technik ausgekübelt haben. Ein typisches Beispiel ist die Kerntechnik, welche die Medien seit Jahrzehnten zum Inbegriff des "Pakts mit dem Teufel" gemacht haben. Dabei hat der Mißbrauch der Meinungsfreiheit, gepaart mit Unverstand, bösem Willen und der Praxis gewissenlosen Abschreibens eine "öffentliche Meinung" erzeugt, die der Mehrzahl der Staatsbürger ein mündiges Urteil über Fragen der Kerntechnik unmöglich macht. Das gilt es zu beheben. Deshalb werden die Leser im Wissenschaftsteil der Neuen Solidarität die Gelegenheit erhalten, über Kerntechnik und andere Techniken und Forschungsvorhaben, wie bemannte Raumfahrt, Gentechnik, Nanotechnik usw. Fakten zu erfahren, mit denen sie die gängige "veröffentlichte Meinung" korrigieren können.

Zweitens werden wir über interessante und wichtige Entwicklungen aus dem Bereich der Forschung und Entwicklung berichten. Wir können zwar keinen umfassenden Überblick liefern, dazu sind heute kaum Fachzeitschriften, die sich selbst meistens auf gewisse Bereiche der Forschung konzentrieren, in der Lage. Aber was wir tun können und tun werden, ist das Aufzeigen wichtiger Erkenntnisse und deren Einordnung in die Entwicklung von Technologie und Ökonomie. Dabei werden wir das Gebiet der "physischen Ökonomie", wie es Lyndon LaRouche aufbauend auf Leibniz, Hamilton und List entwickelt hat, erläutern, konkretisieren und möglichst weiterentwickeln.

Drittens werden wir versuchen, unsere Leser dazu anzuregen, selbst einen Geschmack von "Heureka" zu erhalten, indem wir ihnen das Zustandekommen der großen Entdeckungen und Hypothesen in der Geschichte der menschlichen Wissenschaft vor Augen stellen. Gerade in den sog. Naturwissenschaften besteht das Problem des Lehrbuchwissens. Die Lehrbücher verschweigen den Kampf um Ideen und Hypothesen und liefern langweilige Fakten und Formeln, die man auswendig lernen soll. Das ist keine Wissenschaft, da solches Lehrbuchwissen im Gehirn der Schüler keine Erkenntnis schafft.

Was bedeutet es zum Beispiel, wenn der Schöpfer der Mannigfaltigkeitslehre Georg Cantor schreibt, mit seinem Konzept der Mannigfaltigkeit wolle er das Konzept der "Platonischen Idee" mathematisch exakt greifbar machen? Und was bedeutet es, wenn Bertrand A.W.Russell eine verbissene Kampagne führt, womit er den Geist von Cantors Mannigfaltigkeit aus der orthodoxen Wissenschaft verbannt und durch das klapprige Gestell einer "Menge" ersetzt, das zum Vehikel der "neuen Mathematik" wurde, mit der mittlerweile ganzen Generationen von Schülern das Gehirn gewaschen wurde?

Von den drei erwähnten Schwerpunkten ausgehend, werden wir versuchen, die Wissenschaft so darzustellen, wie das Johannes Kepler in seinem epochalen Werk Neue Astronomie getan hat. In der Einleitung sagt Kepler, daß man bei den Erzählungen der großen Seefahrer und Entdecker auch über "deren Irrfahrten unterrichtet sein möchte", und daß er genau dies in seinem Werk befolge, indem er nämlich seine Gedankenpfade samt aller "Hindernisse und Dornen" dem Leser zumute. Das sei in der Wissenschaft notwendig, denn "die Wege, auf denen die Menschen zur Erkenntnis gelangen", seien "ebenso bewunderungswürdig wie die Natur der Dinge selber."

Wenn wir treue Schüler solcher genialen Denker werden, wenn wir trotz "Hindernissen und Dornen" fleißig ihrem Gedankenpfad folgen, dann werden wir garantiert auch etwas von dieser Freude des "Heureka!" erfahren dürfen.

rts

 

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