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Aus der Neuen Solidarität Nr. 26/2003

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Glosse: Zweierlei Zukunft

Der große Kontrast zwischen zwei Veranstaltungen in Sachsen zeigt, was möglich wäre, wenn nur der "Zeitgeist" nicht wäre! In Görlitz besuchte am Pfingstmontag der Astronaut Charles M. Duke, der 1972 mit der NASA-Mission Apollo 16 auf dem Mond gelandet war, die Lutherkirche. Die Kirche faßt tausend Menschen und war voll besetzt. Am Dienstag diskutierte dann die Sächsische Zeitung zusammen mit der Gesellschaft für Wissens- und Technologietransfer der Technischen Universität Dresden mbH die Zukunft der Biotechnologie.

Charles Duke berichtete, wie er sich für die Raumfahrt begeisterte, nachdem Präsident Kennedy am 25. Mai 1961 seine berühmte Rede gehalten hatte. Insbesondere wies er darauf hin, daß Kennedys Raumfahrtprogramm nicht zuletzt eine Reaktion auf die damalige Wirtschaftskrise war. Vor dem Kongreß sprach Kennedy über die schwere Belastung der damaligen Zahlungsbilanz, und in der Rede an die Nation im Januar 1961 redete er über den beunruhigenden Zustand der damaligen US-Wirtschaft, die sich in einer Rezession befände, die nur mit der großen Depression der 30er Jahre vergleichbar wäre. J.F. Kennedy und sein gesamter Wirtschaftsrat bewiesen aber, daß sie in der Tradition des amerikanischen Systems die Krise mit dem Aufbruch in das Raumfahrtzeitalter überwinden konnten. Das Apollo-Programm mobilisierte die menschliche Kreativität, und die löste die wirtschaftlichen Probleme.

Auf der Veranstaltung der Sächsischen Zeitung hingegen sprach man über "Chip im Hirn und DNA im Computer". Zwar wurde die Themenstellung der Podiumsdiskussion als Provokation abgetan, und Dr. Martin Jenkner von Infineon bestätigte, daß man noch Lichtjahre davon entfernt sei, herauszubekommen, wie ein Gedanke im menschlichen Gehirn entstehe. Trotzdem meinte Prof. Erwin Stoschek, der an der TU Dresden einen Lehrstuhl für künstliche Intelligenz innehat, der Computer habe vielleicht schon das menschliche Gehirn überholt.

Ein Computer "denkt" jedoch nicht kreativ, sondern logisch. Wenn der Mensch ihm nicht die richtigen Fragen stellt, findet er - und sei es noch so schnell und noch so genau - nur falsche Antworten. Das hätte man diskutieren können. Warum man es nicht tat, zeigt vielleicht eine Episode, die vor der Veranstaltung stattfand. Eine Vertreterin der BüSo nutzte die Gelegenheit, das neue BüSo-Extra zur Lösung der Weltwirtschaftskrise zu verteilen. Die Verantwortlichen baten jedoch, die Verteilaktion zu unterlassen, mit der Begründung, das Extra habe unmittelbar nichts mit der Veranstaltung zu tun. Zwar fehle der unmittelbare Bezug, gestand eine BüSo-Aktivistin, da sie aber davon ausgehe, daß Menschen denken können... "Schön wäre es!" war die Antwort des betreffenden Herrn. Also das Denken den Computern überlassen, weil sie den größeren Kopf haben? Oder der Sächsischen Zeitung?

Die BüSo geht aber weiterhin davon aus, daß Menschen denken können, und sie wird auch weiterhin aufzeigen, daß die wirtschaftlichen Probleme überwunden werden können - wenn die Politik dafür sorgt, daß diese Kreativität zum Wohl der Menschen freigesetzt wird.

Birgitta Gründler

 

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