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Aus der Neuen Solidarität Nr. 19/2003

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Wichtiges kurzgefaßt


Dollar im Sinkflug
Alarm in Tokio

Dollar im Sinkflug

Eine Serie neuer Zahlen zur Entwicklung der amerikanischen Wirtschaft hat den Kursverfall des US-Dollars gegenüber allen anderen Währungen in der letzten Aprilwoche weiter beschleunigt. Die Unternehmen bauen weiter massiv Arbeitsplätze ab, das Produktivitätswachstum ist enttäuschend und die Autoverkäufe brechen auf breiter Front ein, obwohl die führenden US-Automobilbauer beim Verkauf jedes neuen Autos inzwischen knapp 4000 Dollar an Rabatten und zinsgünstigen Finanzierungen drauflegen. Im April fiel der Dollar im Vergleich zum Euro bereits im neunten Monat hintereinander. Am 1.Mai wurde mit 1,12 Dollar pro Euro ein neues Vierjahrestief bei der amerikanischen Währung erreicht. Am gleichen Tag stieg der Goldpreis auf 343 Dollar pro Feinunze, fast 10 Dollar mehr als nur zwei Tage zuvor.

Neben trüben Wirtschaftsaussichten, sehr niedrigen Renditen für Regierungsanleihen und einem außer Kontrolle geratenem Außenhandelsdefizit gibt es seit einiger Zeit einen neuen Faktor, der den Dollar unter Druck setzt: der unglaublich rasante Niedergang der Staatsfinanzen in den USA aufgrund fallender Steuereinnahmen bei zugleich explodierenden Verteidigungsausgaben.

Am 28.April gab das US-Finanzministerium zu, man habe sich gründlich verkalkuliert. Eigentlich sollten im zweiten Quartal 2003 rund 25Mrd.Dollar an Regierungsschulden zurückgezahlt werden. Statt dessen müssen aber nun 79Mrd. Dollar an zusätzlichen Schulden aufgenommen werden. Im ersten Quartal 2003 hatte die Regierung bereits 111Mrd. Dollar neue Schulden gemacht, so viel wie niemals zuvor.

Offiziell geht die Regierung immer noch davon aus, die Neuverschuldung im Gesamtjahr unter 250Mrd.Dollar zu halten. Aber dies ist nichts als Wunschdenken. Die US-Investmentbank Goldman Sachs erwartet dagegen ein Regierungsdefizit in Höhe von 425Mrd.Dollar, das höchste aller Zeiten.

Alarm in Tokio

Auch zwölf Jahre nach dem Platzen der Aktien- und Immobilienblase in Japan geht es an der Tokioter Börse nur bergab. Am Montag, den 28.April, stürzte der japanische Aktienindex Nikkei wieder einmal auf ein neues 20-Jahrestief. Für die im Grunde längst bankrotten Großbanken Japans hat dies abermals verheerende Konsequenzen. Allein die Kursverluste in den zwölf Monaten bis zum 31.März haben bei der Mizuho Financial Group, der nach Einlagen größten Bank der Welt, zu einem Jahresverlust von 19,8Mrd. Dollar geführt. Es handelt sich um den höchsten Verlust irgendeines Unternehmens in der japanischen Geschichte. Die absurde Lage der japanischen Großbanken wird durch den Umstand unterstrichen, daß der Jahresverlust von Mizuho beinahe viermal so groß ist wie der auf 5,2Mrd. Dollar zusammengeschmolzene Marktwert des Finanzinstituts. Unmittelbar nach dieser Meldung fielen die Kurse von Mizuho am 28.April auf ein neues Allzeittief.

Ohne funktionierendes Bankensystem liegt die Realwirtschaft ebenfalls am Boden. Die Industrieproduktion in Japan ist im März erneut gefallen. Die Auftragseingänge im Bausektor gingen gegenüber dem Vorjahr um 9,3% zurück. Bereits seit 43 Monaten in Folge sind die Preise rückläufig, die Ausleihungen der Banken seit 63 Monaten. Nachdem die Regierung schon Hunderte von Milliarden Dollar zur Rettung der Banken und zur Stimulierung der Wirtschaft ausgegeben hat und zugleich die Bank von Japan die kurzfristigen Zinsen fast vollständig abgeschafft hat, wächst mit jedem Tag der Druck auf die Zentralbank, die Geldschleusen noch weiter zu öffen, nötigenfalls durch die Anwendung historisch beispielloser Mechanismen.

Einstweilen will es die Bank von Japan bei den üblichen Liquiditätsspritzen belassen. Am 30.April verkündete der neue Zentralbankchef Toshihiko Fukui, man habe zur Abwendung einer "möglichen Krise" beschlossen, die freien Reserven der Banken bei der Zentralbank noch einmal um 5 Billionen Yen auf 27 Billionen Yen anzuheben. Dies bedeutet, daß den Banken sozusagen per Federstrich zusätzlich 41Mrd.Dollar an Liquidität zugeteilt werden. Aber solange sich die Verantwortlichen in Japan weigern, das Problem an der Wurzel zu packen, das heißt ein Bankrottverfahren für das gesamte Bankensystem mit seinen Billionen Dollar schweren Bergen an faulen Schulden durchzuführen, bleibt die Wirkung der Liquiditätsspritzen so klein wie der Leitzins der Bank von Japan: Null.

 

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