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Aus der Neuen Solidarität Nr. 12-13/2003

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Oberfalke Perle gerät in die Schußlinie

Der bekannte amerikanische Journalist Seymour Hersh hat enthüllt, daß der Drückebergerfalke und "Saudifresser" Richard Perle in merkwürdige Geschäftsbeziehungen mit saudischen Finanziers verwickelt ist.

Kaum zu glauben: Der oft als "strategisch brillant" gerühmte Vorsitzende des Verteidigungspolitischen Ausschusses im Pentagon, Richard Perle, scheint so entschlossen, seinen Ruf zu verteidigen, daß er möglicherweise die gesamte Kabale der Kriegspartei mit sich in den Abgrund reißt. Anlaß sind schockierende Enthüllungen, die der bekannte Journalist Seymour Hersh am 17. März in dem Magazin New Yorker veröffentlichte: Perle habe unter Ausnutzung seines Regierungsamtes versucht, von saudischen Geschäftsleuten 100Mio.$ für sein Privatunternehmen Trireme Partners L.P. herauszuschlagen. Der saudische Botschafter in Washington Prinz Bandar rückt dieses Geschäftsgebaren in die Nähe "offener Erpressung".

Ausgangspunkt ist ein "geschäftliches Essen" in Marseille am 3.Januar 2003, an dem Perle, der noch vom Iran-Contra-Skandal her bekannte "Makler-für-fast-alles" Adnan Kashoggi und ein weiterer saudischer Geschäftsmann teilnahmen. Das Treffen wurde von Perles Trireme-Partner Gerald Hillmann, der ebenfalls in Perles Pentagonausschuß sitzt, und einem gewissen Christopher Harriman eingefädelt. Dabei sei es, so Hersh, um Triremes lukrative Geschäfte im Zusammenhang mit der "Heimatverteidigung" in den USA und mit dem anvisierten Nachkriegswiederaufbau im Irak gegangen.

Perle will nun juristisch gegen Seymour Hersh und den New Yorker vorgehen - und zwar ausgerechnet vor einem britischen Gericht, wegen Verleumdung. Perle will offenbar unangenehme Zeugenvernehmungen und Verhöre, die ein kompetentes amerikanisches Gericht zulassen würde, vermeiden. Aber dabei hat er vergessen, daß sein Name in der amerikanischen Öffentlichkeit untrennbar mit der Frage von Krieg und Frieden verbunden ist und diese Öffentlichkeit die Wahrheit wissen will.

Hersh dokumentiert gründlich - und dies schmerzt Perle und seine Förderer in der Regierung offenbar sehr - , daß Perles Rolle als "Saudifresser" innerhalb der Kriegspartei wesentlich für den Versuch waren, Saudi-Geld für seine Firma Trireme zu "akquirieren". Perle selbst habe dafür gesorgt, daß Laurent Murawiec (der von Mitte der 80er Jahre bis 1990 als "Maulwurf" gegen LaRouche gearbeitet hatte) vor dem Verteidigungspolitischen Ausschuß erläutern konnte, warum die USA die saudischen Ölfelder besetzen müßten. Dieses Referat Murawiecs, das Saudi-Arabien zum Feindstaat erklärte, hatte nach einem Bericht in der Washington Post im August 2002 für internationale Aufregung gesorgt. Und nur wenige Wochen danach - genau ein Jahr nach den Anschlägen des 11. September 2001 - wurde die Firma Trireme gegründet, die sich mit der Durchführung von Aufträgen der Landesbehörden von New York im Zusammenhang mit den Anschlägen befaßt.

Als Richard Perle von CNN wegen des Artikels im New Yorker befragt wurde, bezeichnete er Hersh wütend als das, "was im amerikanischen Journalismus am dichtesten an einen Terroristen heranreicht". Hersh hat einen Namen als recherchierender Journalist. Er verfaßte eine sehr kritische Kissinger-Biographie und später das Buch Die Sampson-Option über das israelische Atomwaffenprogramm. Berühmt wurde er durch seine Enthüllungen über das Massaker im vietnamesischen My Lai, bei denen er von amerikanischen Militärs unterstützt wurde, die über die aussichtslose Lage, in die sie von der Politik gebracht wurden, empört waren.

Perles Problem ist, daß Lyndon LaRouche die Opposition gegen einen Irakkrieg innerhalb des US-Militärs und anderer Regierungsinstitutionen katalysiert hat. Der Ober-Drückebergerfalke Perle eskalierte dann mit seiner saudifeindlichen Murawiec-Kapriole den offenen Streit mit LaRouche. Nun könnte Perles Auseinandersetzung mit Hersh sehr schnell viel weitere Kreise ziehen, als man dies von einer Privatklage vor einem britischen Richterkollegium erwarten würde. Murawiecs Frustration darüber zeigte sich in einem Interview mit der New York Sun am 12.März, in dem er Perles "ethische Integrität" rühmte und Hershs Artikel als "völligen Unsinn" bezeichnete.

 

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