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Aus der Neuen Solidarität Nr. 12-13/2003

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Wenn man eine Dattelpalme schüttelt...

Dialog der Kulturen. Helga Zepp-LaRouche sprach am 7. März in der Münchner Hauptmoschee zum Thema "Frieden durch eine neue gerechte Weltwirtschaftsordnung".

Die "Islamische Gemeinschaft in Deutschland e.V.", einer der vier großen islamischen Zusammenschlüsse in Deutschland, hatte die Vorsitzende des Schiller-Instituts Helga Zepp-LaRouche am 7. März in die Hauptmoschee im Münchener Stadtteil Freimann eingeladen, um im Rahmen der zweiwöchigen Veranstaltungsreihe "Tee in der Moschee" zum Thema "Frieden durch eine neue gerechte Weltwirtschaftsordnung" zu sprechen. Der Vortrag wurde den Gläubigen beim Freitagsgebet angekündigt und eine Teilnahme ans Herz gelegt.

Bereits im letzten Sommer hatte Amelia Boynton Robinson an gleicher Stelle über ihren Kampf für die Bürgerrechte in den 60er Jahre unter Martin Luther King und heute unter Lyndon LaRouche berichtet. Ähnlich wie damals war auch diesmal der Versammlungsraum mit knapp hundert Zuhörern gut gefüllt.

Ein Vertreter der Moschee stellte Helga Zepp-Larouche kurz vor. Er betonte vor allem das Engagement von ihr und ihrem Ehemann Lyndon LaRouche für großangelegte Entwicklungsprojekte in der Dritten Welt. Besonders erwähnte er, daß Lyndon LaRouche auch einer der Kandidaten für die Präsidentenwahlen 2004 in den USA bei der Demokratischen Partei sei, dessen Kampagne man hier in Europa aufmerksam verfolge.

Helga Zepp-LaRouche bedankte sich für die Einladung und informierte zu Beginn über die Aktivitäten Lyndon LaRouches und seiner internationalen Organisation seit Mitte des letzten Jahres, einen drohenden Irakkrieg doch noch zu verhindern. U.a. in den USA wurden mehrere Millionen Flugblätter verteilt, welche die Hauptkriegstreiber innerhalb der Bush-Administration wie Vizepräsident Cheney, Verteidigungsminister Rumsfeld, dem stellv. Verteidigungsminister Wolfowitz und dem Berater des Verteidigungsministeriums Richard Perle beim Namen nannte.

Was damals niemand für möglich hielt, sei nun eingetreten: "Eine echte Revolution ist im Gange. Die Demonstrationen von hundert Millionen Menschen weltweit - einer Supermacht der Straße - haben zusammen mit der als Reaktion auf den Konfrontationskurs der USA entstandenen Achse Paris-Berlin-Moskau-Peking dieses Wunder vollbracht."

Den "Utopisten" in den USA gehe es bei diesem Krieg nicht nur um das Öl des Nahen Ostens, sondern um eine Veränderung der USA von einer Republik zu einem Imperium in der Nachfolge von Rom und London. Diese imperiale Tendenz spiele seit Anfang des 20. Jahrhunderts in der Geschichte der USA eine Rolle und habe nach dem Fall des Kommunismus die Chance für die Realisierung ihres Traumes von einem "Amerikanischen Imperium" in greifbarer Nähe gesehen.

Die imperialen Utopisten orientierten sich an Bertrand Russell und H.G. Wells, die sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts für den Einsatz von Nuklearwaffen ausgesprochen hätten, um dadurch die Nationen der Welt so zu terrorisieren, daß sie bereit seien, ihre Souveränität aufzugeben und sich der einzigen Supermacht USA unterzuordnen.

Der Einfluß dieser Utopisten sei unter Franklin D. Roosevelt und J.F. Kennedy zurückgedrängt worden, aber seit dem 11. September 2001 sei die Bühne für sie wieder bereitet. Bereits unter Bush senior habe man versucht, diese Politik umzusetzen, aber erst nach dem 11. September sei dessen Sohn dazu bereit, ihren imperialen Plänen zu folgen. So, wie sich das klassische Athen nach dem Sieg über die Perser zu einen neuen Imperium entwickelte und an der materiellen und moralischen Überdehnung zerbrach, so erwarte auch die Vereinigten Staaten heute ein ähnliches Schicksal, falls es zum Krieg kommt.

Frau Zepp-LaRouche erklärte, die eskalierende Finanz- und Wirtschaftskrise treibe die Dynamik Richtung Krieg an. Ohne eine Lösung dieses Problems könne man die Kriegsdynamik nicht stoppen. Auch Deutschland sei ein Opfer der Wirtschaftskrise, und die neu entstandene Achse Paris-Berlin-Moskau-Peking biete für unsere wirtschaftliche Zukunft die einzige Chance, durch den Aufbau der "Eurasischen Landbrücke" den Export auszuweiten und die reale Wirtschaft anzukurbeln. Die Landbrücke sei nicht etwa bloß ein schöner Traum, an ihr wird bereits gebaut - und dem Engagement Deutschlands seien keine Grenzen gesetzt. Falls es gelinge, den Irakkrieg zu verhindern, stehe dieser Entwicklungsbrücke über den ganzen Doppelkontinent nichts mehr im Wege. Auch die Reform des bankrotten Weltfinanzsystems sei dann möglich.

Für den Nahen Osten biete sich dann auch die Chance auf Frieden durch die Zusammenarbeit zwischen Israel und seinen Nachbarn an dem von LaRouche schon in den 70er Jahren vorgeschlagenen "Oasenplan". Hierbei geht es um die gemeinsame Anstrengung aller Länder im Nahen Osten, durch Meerwasserentsalzung die Wüsten zum Grünen zu bringen.

Zum Abschluß ihrer Rede betonte Helga Zepp-LaRouche: Diese positive Zukunftsperspektive mit einem "Dialog der Kulturen" statt Huntingtons "Krieg der Kulturen" muß kein Traum bleiben. Politik und Wirtschaft müßten wieder in Einklang mit der Schöpfungsordnung gebracht werden, dann könne die Menschheit endlich - von ihren Kinderkrankheiten geheilt - erwachsen werden. Die LaRouche-Jugendbewegung habe sich dieser Aufgabe verschrieben und wolle eine neue weltweite Renaissance schaffen.

Die Rede inspirierte die Zuhörer zu vielen Fragen, so daß der Versammlungsleiter die nachfolgende Diskussion unterbrechen mußte, um das Abendgebet verspätet einzuhalten. Man wollte z.B. wissen, worin der Unterschied von LaRouches Wirtschaftsvorstellungen sowohl zum Kommunismus als auch dem Kapitalismus liege. Ein Zuhörer sah die Gefahr, daß durch die Eurasische Landbrücke die Welt wieder in Arme und Reiche getrennt würde. Er bezweifele außerdem, daß es in den USA eine positive Strömung gebe.

Diese Bemerkung gab Helga Zepp-LaRouche die Gelegenheit, den Unterschied zwischen der republikanischen Tradition der USA unter Lincoln, F.D. Roosevelt und LaRouche einerseits und der Tory-Fraktion von Teddy Roosevelt, Nixon oder Bush junior näher zu erläutern.

Ein deutscher Zuhörer appellierte an die Anwesenden, sich nicht von den Medien gegeneinander aufhetzen zu lassen. Moslems und Christen könnten in Deutschland friedlich zusammenleben. Ein anderer Zuhörer griff die Besorgnis um die Macht der Medien auf, und bemängelte, daß diese nicht über die wichtigen Vorschläge Lyndon LaRouches berichten. Eine Dame machte sich besondere Sorgen um die Aktivitäten der Geheimdienste. Die Ergebnisse der letzten Wahl in Israel, nach der Scharon in der neuen Regierung nun nicht mehr auf der extrem rechten Seite, sondern in der Mitte steht, sah ein anderer Zuhörer als weiteres großes Problem. Schließlich mußte die Diskussion dann doch vom Veranstalter beendet werden.

Der Vertreter des Imam verglich zum Abschluß Helga Zepp-LaRouches Beiträge mit den Vorzügen einer Dattelpalme: "Wenn man an einer Dattelpalme schüttelt, ist man auch immer wieder überrascht, was da Neues herunterfällt." Er drückte den Wunsch aus, Helga Zepp-LaRouche in naher Zukunft in München wieder zu begrüßen, um den begonnenen Dialog fortsetzen zu können.

Werner Zuse

 

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