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Aus der Neuen Solidarität Nr. 36/2001:

Rußland auf dem Weg zur Goldreserve-Deckung - Eine Chronologie

Februar 1997: Helga Zepp-LaRouche und die ukrainische Politikerin Natalja Witrenko initiieren den internationalen Aufruf für eine neue Bretton-Woods-Konferenz auf der Grundlage von Lyndon LaRouches Vorschlägen.

1998-99: Nach der russischen Zahlungsunfähigkeit auf die GKO-Anleihen und der Abwertung des Rubel schlagen russische Ökonomen wie R. Kantew und A. Sasonow während der achtmonatigen Regierung Primakow-Masljukow eine internationale Rolle für den Rubel und für Gold vor.

Herbst 2000: Der im Juni gewählte Präsident Wladimir Putin setzt seinen neuen Staatsrat ein; dieser holt auch die Meinung von Ökonomen wie Dr. Sergej Glasjew und Prof. Dmitrij Lwow ein, die vorher nur bei der Opposition Gehör fanden.

6.-7. März 2001: LaRouches Mitarbeiter Jonathan Tennenbaum spricht auf der Konferenz "Die Gefahr einer Krise der Weltreservewährungen" bei Moskau.

3. April 2001: Präsident Putin legt in seiner Rede zur Lage der Nation vor der russischen Bundesversammlung besonderes Gewicht auf die Bedeutung der Wirtschaft für die nationale Sicherheit.

Mai 2001: Das von verschiedenen russischen Finanzexperten verfaßte Buch Der Zusammenbruch des Welt-Dollar-Systems: die kurzfristigen Aussichten erscheint.

4.-6. Mai: Der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses der Staatsduma Sergej Glasjew spricht neben Lyndon LaRouche auf der Konferenz des Schiller-Instituts in Bad Schwalbach.

15. Mai: J. Tennenbaum hält wieder einen Vortrag in Moskau auf einer Konferenz über Finanzpolitik mit hochrangiger Beteiligung, diesmal im Kreml.

18. Juni: Notenbankchef Viktor Geraschtschenko unterzeichnet ein Dekret, mit dem der Gold-Tscherwonets und die Sable-Silbermünzen gesetzliches Zahlungsmittel werden.

21. Juni: Präsident Putin erläßt das Dekret "Über Prozeduren für die Ein- und Ausfuhr von Edelmetallen und Juwelen in die und aus der Russischen Föderation", welches die einzelnen Regulierungen der Staatlichen Normenkammer überläßt, die dem Finanzministerium untersteht. Es sollte am 25. August in Kraft treten.

28.-29. Juni: Als Gast des Duma-Ausschußvorsitzenden Glasjew präsentiert Lyndon LaRouche - zuerst auf einer Pressekonferenz, dann bei Anhörungen in der Duma - seine Politik für ein neues Bretton-Woods-System als Ersatz für das im Sterben liegende System der Ära nach 1971. Auf beiden Veranstaltungen fordern Glasjew und Dmitrij Mitjajew die Diversifizierung der russischen Gold- und Devisenreserven, um weniger auf den Dollar angewiesen zu sein.

29. Juni: Auf derselben Duma-Anhörung prognostiziert die Ökonomin Prof. Tatjana Korjagina die "Explosion" der US-Wirtschaft und des dollargestützten Finanzsystems. Sie nennt den 19. August als wahrscheinlichen Wendepunkt in dem Kollapsprozeß und erklärt, der Dollar könne bald so wertlos sein, daß man damit die Wände tapezieren könne.

4.-5. Juli: In den russischen Medien wird verstärkt über die Implikationen der Einführung des Tschernowets diskutiert, der am 3. Juli gesetzliches Zahlungsmittel wurde. Nesawissimaja Gaseta berichtet unter der Überschrift "Zentralbank greift den Dollar mit dem Tscherwonets an", strana.ru nennt ihn "Rußlands Alternative zum Dollar".

12. Juli: T. Korjagina erläutert in einem Interview in der Prawda ihre Vorhersage und sagt u.a.: "Ich beobachte sorgfältig die Maßnahmen des Präsidenten und der Notenbank. Hinsichtlich der Maßnahmen zur Krisenvorbereitung handeln sie richtig. Möglicherweise wird der Rubel nach dem 19. August eine ziemlich gute Währung."

17. Juli: S. Glasjew erklärt in einem Interview in der Prawda: "Wir brauchen eine flexible Währungspolitik, die eine erweiterte Verwendung des Rubels ermöglicht... Ohne den Dollarkrach abzuwarten, sollte man jetzt der Europäischen Union vorschlagen, den Handel auf unsere nationalen Währungen umzustellen: Die Europäer nehmen unsere Rubel, um damit unsere Exporte zu bezahlen, und wir nehmen ihre Euros, um damit unsere Importe zu bezahlen. Das macht den Rubel automatisch zu einer Reservewährung auf eurasischer Ebene. Gleiches gilt für den Handel mit China und Indien: Man sollte den Dollar aufgeben und auf die nationalen Währungen umstellen."

17. Juli: Malaysia gibt bekannt, daß es eine Goldmünze prägt; es ist das zwölfte Land, das dies tut.

15. August: Wedomosti berichtet, daß Rußland eines der größten Goldvorkommen der Welt in Suchoj Log zur Entwicklung und Ausbeutung ausschreiben will.

20. August: Expert meldet, daß die Bank von Rußland ihre Goldreserven in den letzten neun Monaten um 48t erhöht hat. Der "langfristige Trend, daß der Anteil des Goldes an den Gold- und Devisenreserven fällt", habe sich damit umgekehrt.

23.-27. August: Eine neue Welle von Artikeln über den Gold-Tscherwonets in der russischen Presse.

25. August: Unerwartet wird in Rußland ein Ein- und Ausfuhrverbot für Edelmetalle und Edelsteine verhängt; offiziell heißt es zur Begründung, die von Putin angeordneten neuen Maßnahmen seien noch nicht ausreichend vorbereitet.

27. August: Iswestija meldet einen Anstieg der in Rubel ausgegebenen Kredite im russischen Bankenwesen im Rahmen der gezielten "Entdollarisierung".

 

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