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Neue Solidarität
Nr. 17, 25. April 2012

Führende australische Militärs warnen vor Konfrontation mit China

Die künstliche Hysterie um den nordkoreanischen Raketenstart zeigt deutlich die Absicht des anglo-amerikanischen Establishments, weltweit mehrere Krisen gleichzeitig auf die Spitze zu treiben. Hier ist es das angebliche Atomwaffenprogramm des Iran, dort eine „humanitäre“ Militärintervention auf Seiten der von außen geförderten Rebellen in Syrien oder eben die Behauptung, Nordkorea sei eine militärische Bedrohung für Japan oder gar die USA oder Westeuropa, was noch absurder ist.

In dem Kontext ist der Ehrgeiz der Nordkoreaner, einen eigenen Satelliten zu starten, der am 13. April mit einem Fehlstart endete, für die US-Regierung nur ein weiterer Vorwand, eine Raketenabwehr in der Asien-Pazifik-Region einzurichten. Dabei hatte Pjöngjang Experten aus aller Welt eingeladen, die Rakete zu inspizieren und sich davon zu überzeugen, daß sie keinem militärischen Zweck diente.

Das eigentliche Ziel der westlichen Provokationen ist China, in zweiter Linie auch Rußland, das jedoch mehr durch die im Bau befindliche Raketenabwehr der NATO in Europa bedroht wird.

Die Gefahren dieser westlichen Politik erkennt man auch in Australien, wo die Regierung eine massive Aufrüstung betreibt.

Der frühere Chef der australischen Armee (2002-08), Gen. Peter Leahy, warnte in einem prominenten Kommentar am 12. April in The Australian, die Entscheidung für eine US-Marinebasis in Darwin werde nur weiteren Druck für engere Militärkooperation mit den USA in der Asien-Pazifik-Region nach sich ziehen. Leahy schreibt: „Das sind Entscheidungen mit weitreichenden Konsequenzen. Damit wird Australien potentiell in eine Folge von Handlungen verstrickt, die zu wachsender Spannung und sogar zu einem Konflikt mit China führen können. Ein Krieg ist unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Australien muß vorsichtig sein, daß es nicht eine Zukunft unvermeidlich macht, die es am meisten fürchten sollte.“

Am Tag zuvor hatte Chinas staatliche englischsprachige Tageszeitung China Daily die bislang klarste Warnung über die gegenwärtige australische Politik geäußert. Australien schließe sich der amerikanischen Politik der Eindämmung Chinas an und gefährde damit die wichtigen Wirtschaftsbeziehungen. (China ist der größte Käufer australischer Rohstoffe, u.a. Eisenerz und Uran.) „Ein altes chinesisches Sprichwort lautet: Wer gleichzeitig auf zwei Wegen reisen will, wird nirgendwo ankommen“, so die amtliche Zeitung. „Canberra läuft Gefahr, die Wahrheit des chinesischen Sprichworts zu erfahren, daß man demjenigen, der nicht genügend vertraut, auch nicht vertraut.“

In Interviews zu seinem Artikel sagte Leahy, Militärs dächten immer über die Konsequenzen politischer Entscheidungen nach, weil sie diejenigen seien, die in den Tod geschickt werden. Er sei von führenden Militärkreisen kontaktiert worden, die ihre Unterstützung für seine Äußerungen versichert hätten.

Ein weiterer früherer australischer Armeechef, Gen. John Sanderson, mahnte öffentlich, Australien müsse auf angemessene und respektvolle Beziehungen mit seinen Nachbarn abzielen. „Wir leben hier. Und sollte sich irgend etwas an der Beziehung zu den Amerikanern so entwickeln, daß unsere Möglichkeit, auf dieser Beziehung aufzubauen, Schaden nimmt, dann brauchen wir eine viel tiefergehende strategische Debatte.“

Die australische LaRouche-Bewegung, Citizens Electoral Council (CEC), macht im ganzen Land auf die aktuelle Weltkriegsgefahr aufmerksam.

eir