Aktuelle Ausgabe Diese Ausgabe Gehe zu ... Kernthemen Suchen Abonnieren Leserforum

Artikel als
=eMail=
weiterleiten

Aus der Neuen Solidarität Nr. 31-32/2006

Jetzt
Archiv-CD
bestellen!

  Physische Wirtschaft
  Produktive Kreditschöpfung 
  Neues Bretton Woods
  Eurasische Landbrücke
  Transrapid
  Kernenergie
  Die Kriegsfraktion
  Südwestasienkrise
  11. September und danach
  Terror - Cui bono?
  Letzte Woche
  Aktuelle Ausgabe
  Ausgabe Nr. ...
  Heureka!
  Das Beste von Eulenspiegel
  Erziehungs-Reihe
  PC-Spiele & Gewalt 
  Diskussionsforum
  Wirtschaftsgrafiken
  Animierte Grafiken

Warum versagen die Demokraten?

An LaRouches Vortrag schloß sich wie üblich eine längere Diskussion an, in der sich auch hochrangige Demokraten zu Wort meldeten. Wir dokumentieren die wichtigsten Beiträge.


New York als Beispiel der Demontage
Was lähmt die Demokraten?

Warum wird Truman so verehrt?

Keine Parteipolitik!

Die Wiederkehr des DLC

Ein Universitätsprofessor, der bis vor kurzem in Washington arbeitete, fragte:

LaRouche: Es gibt ein Buch, das von einem Herren in Massachusetts verfaßt wurde, Bekenntnisse eines Economic Hit-Man, der Rohatyns Politik genau beschreibt und als die Politik von Leuten wie George Shultz bezeichnet.

Die Frage ist: Was verstehen wir unter Infrastruktur? Rohatyn nutzt Leute aus, die eigentlich die Prinzipien der Wirtschaft nicht kennen. Sie wissen vielleicht dies und das über Wirtschaft, aber nicht, wie eine Volkswirtschaft als System arbeitet. Durch die typische Ausbildung in Volkswirtschaft denken die Leute - selbst solche, deren Arbeit in der Wirtschaftswissenschaft ich schätze - in Begriffen der statistischen Mechanik monetärer Vorgänge und dem, was damit zusammenhängt. Sie betrachten sie nicht als dynamisches System, und soziale Abläufe sind dynamische Systeme, wie lebende Systeme.

Deshalb kann man im Fall der "Economic Hit-Men" den Wert eines Vorhabens nicht nach dessen Vorzügen oder Nachteilen an sich beurteilen. Viele der betreffenden Projekte beruhten auf guten Ideen zur Infrastruktur, aber so wie die Sache strukturiert war, wurde die Idee, einen Staudamm oder ähnliches zu bauen, nur dazu benutzt, das Land in Schulden zu stürzen, um es so zu zerstören, zu ruinieren und zu übernehmen. So hat man es mit verschiedenen Ländern in Süd- und Mittelamerika, Asien usw. gemacht. Und das ist typisch. Deshalb muß man darüber nachdenken, wie der gesamte Prozeß abläuft...

New York als Beispiel der Demontage

Ein demokratischer Senator schlug vor, das Infrastrukturdefizit durch ein Notgesetz zu beheben:

LaRouche: Ich wäre nicht gegen ein solches Notgesetz, aber es wird langfristig nicht funktionieren, wenn man nicht noch mehr tut...

New York waren einmal der führende Industriestaat und die führende Industriestadt der USA, und das wurde in der Nachkriegszeit zerstört...

Man sah den Zusammenbruch auf verschiedene Weise. Erstens hat man es versäumt, die städtische Infrastruktur zu erneuern. Zweitens wurde der industrielle Charakter der Region zerstört. Und die Steuerstruktur war völlig korrupt, weil Finanzinteressen in der Stadt einen Riesenschwindel veranstalteten. Wir haben uns die Geschichte der Eigentumsverhältnisse, Landbesitz und Hypotheken in New York City angesehen. Die New Yorker Immobilien waren eine gewaltige Blase, ein riesiger Schwindel, und die Menschen, die in New York lebten, mußten ihn bezahlen. Die Schwindler wurden nicht besteuert. Sie haben die notwendigen Reparaturen und Erneuerungen unterlassen. Die Erneuerung der Industrie, die man hätte machen sollen, wurde nicht gemacht.

Deshalb erklärte ich, bevor Rohatyn die ganze Sache übernahm, in einer Anhörung vor dem New Yorker Stadtrat: "Ihr müßt aufwachen. Diese Stadt wird gegen euch revoltieren. Ihr macht Versprechungen und haltet sie nicht. Die Bedingungen verschlechtern sich und ihr korrigiert sie nicht. Ihr sagt, eure Politik beruht auf Plänen und Vorschlägen, die zum Besseren führen, aber ihr verwirklicht sie nicht. Also erleben die Leute in New York nur Versprechen, die nicht gehalten werden. Deshalb werdet ihr sehr bald in eine Krise geraten."

Und die Krise kam. Aber statt sie zu lösen, taten sie das Schlechteste, was man überhaupt tun konnte: Sie taten, was Rohatyn sagte. Genau das Gegenteil hätten sie tun müssen. Was Victor Gotbaum und andere im "BIG MAC" taten, war ein reiner Schwindel! Die Menschen in New York wurden betrogen, der Staat New York wurde betrogen, der Stadtrat von New York wurde betrogen von Felix Rohatyn und seinen Hintermännern...

Also: Wenn Sie ein Notgesetz durchbringen können, tun Sie das, denn die Reparaturen sind notwendig. Aber Reparaturen sind ein eher kurzfristiges Problem. Man muß sehen, wie man auf Dauer die Reparaturen bezahlt. Dazu muß man das richtige System aufbauen... Die 68er Generation hat die Wirtschaft der USA zerstört. Die nachindustrielle Ideologie und deren Anwendung und finanzielle Schwindel haben sie zerstört. Wir müssen sie wieder aufbauen, wie sie früher war - oder besser.

Dazu braucht man einen Investitionsplan über 30 bis 50 Jahre, der die verschiedenen Faktoren ausgleicht. Verschiedene Faktoren von Ausgaben dienen dazu, die Bevölkerung zu versorgen und den Bedarf zu decken, aber gleichzeitig werden sie auch das Einkommen schaffen, das privaten Verbrauch und Ausgaben und öffentlichen Verbrauch möglich macht. Wir werden die Mittel haben, das erwirtschaftete Einkommen, das uns in die Lage versetzt, diese Projekte fortzusetzen. Falsch ist es, einfach nur etwas zu bewilligen: "Ich werde in eurer Stadt diese schöne Sache bauen." Und wer zahlt? "Wir geben euch einen Kredit." Aber wer wird den Kredit zurückzahlen, wer bezahlt die Zinsen? Wo ist die Industrie, wo ist das Einkommen, das diesen Kredit abträgt?

Deshalb ist es zwar kurzfristig richtig, die Schulden aufzunehmen. Wir müssen das im Interesse der Menschen reparieren. Aber gleichzeitig muß man auch an eine andere, größere Kategorie denken, wie man die Struktur schafft, unter der man das auf Dauer finanzieren kann, indem man die Produktion und Beschäftigung in der Region ausweitet.

Was lähmt die Demokraten?

Die nächste Frage kam von einem Berater der Demokratischen Partei:

LaRouche: Die Antwort ist im wesentlichen: Felix Rohatyn.

Anfang Mai 2005, als ich erklärte, wie wir nach dem erfolgreichen Kampf zur Rettung der Rentenversicherung weitermachen müssen, schaltete sich Rohatyn ein. Ich warnte, die Regierung müsse in der Autokrise sofort handeln - nicht nur, um die Autoindustrie zu retten, sondern um die ganze amerikanische Wirtschaft zu retten - , da rückte die Demokratische Partei von mir ab. "Das klingt uns ein bißchen zu links." Das kam von Rohatyn, Senator Dodd und ein paar anderen seines Schlages. Und wie die Leute einmal sind, gaben sie nach und zogen sich Stück für Stück zurück. Sie dachten, es macht einen guten Eindruck, meinen Vorschlag zur Konversion der Autoindustrie auf dem Papier zu unterstützen, aber es war für sie keine Frage des Überlebens der Nation mehr. Deshalb kniffen sie immer mehr.

Als Nancy Pelosi Ende 2005 ihre Rede an der Harvard-Uni hielt, war die Demokratische Partei noch entschlossen, sich an der Technologie als Motor [der Wirtschaft] zu orientieren; vor allem im Senat, aber auch im Repräsentantenhaus. Aber ungefähr Mitte Februar, bei der Alito-Nominierung, kapitulierte sie... Ein großer Teil der Demokratischen Partei war zu Rohatyns Gruppe, zu den Rechtsradikalen übergelaufen... Sie müssen das mit ihrem Gewissen ausmachen.

Man weiß, wie das geht: Die Abgeordneten sind in bestimmten religiösen Gruppen, in Freimaurerlogen etc. und brauchen sie für ihre Wiederwahl. Oder man setzt ihre Familie unter Druck. Und während der Weihnachtspause nehmen die Leute vor Ort sie in die Mangel: "Felix Rohatyn sagt dies, Felix Rohatyn sagt das. Dieser Kerl sagt dies, der jenes." [Senator] Lieberman war gegen meinen Vorschlag, Dodd war dagegen. So kam die Sabotage. Auch [der demokratische Parteichef] Howard Dean war dagegen. Dean war sehr erbost über unser Tun. Und Howard Dean, George Soros und Felix Rohatyn sind so ziemlich dasselbe...

Die Leute glauben, sie müßten "alles hinnehmen, um selbst weiterzukommen"; vor allem im Senat und in der Partei. Ein Demokratentreffen läuft ungefähr so ab: "Das ist unser Club. Ja, LaRouche hat interessante Ideen. Vielleicht brauchen wir sie in ein paar Jahren, nach der nächsten Präsidentschaftswahl. Aber nicht jetzt. Ihr wißt, Felix mag das nicht. Wir wollen die Partei zusammenhalten, mit bestimmten Republikanern kooperieren, usw."

"Alles hinnehmen, um weiterzukommen!" Die Hölle hinnehmen, um in die Hölle zu kommen. Historisch gesehen gibt es nur eine Möglichkeit, damit umzugehen: Man muß erkennen, daß es einen Wert gibt, der über allem anderen steht - Wahrheit! Schluß mit dem Lügen! Sagen Sie nicht länger, ich glaube an etwas, und dann stimmen Sie für das Gegenteil! Hören Sie auf zu sagen: "Ja, wir stimmen Ihnen zu, aber wir mußten das tun. Ich wußte, daß der Mann unschuldig war, aber wir mußten ihn auf den elektrischen Stuhl schicken, weil ich keinen Ärger mit meiner Familie wollte." Das ist moralisch völlig verkommen! Das Problem ist die Sophisterei! Die Generation der Babyboomer [68er], vor allem die oberen 20%, die von den Eliteschulen und vom Kongreß für kulturelle Freiheit beeinflußt sind, das ist der delphische Fluch, der unsere Gesellschaft verdirbt. Der Fisch stinkt vom Kopf, von den oberen 20 %.

Warum wird Truman so verehrt?

Ein Vorstandsmitglied der Organisation Move On! fragte:

LaRouche: Zum Teil habe ich die Frage schon in meiner Rede beantwortet. Ich würde aber hinzufügen, daß einige Leute vielleicht unbewußt, aber aus schlechter Gewohnheit nicht von ihren Krankheiten loskommen. Und der Glaube, Truman sei ein großer Demokrat gewesen, ist eine Art Krankheit, ein typisches sophistisches Gerücht...

Keine Parteipolitik!

Eine führende Mitarbeiterin eines demokratischen Abgeordneten, die auch im Stab des Progressiven Ausschusses arbeitet, fragte:

LaRouche: ... Die Politik der Vereinigten Staaten sollte keine Parteipolitik sein. Es sollte die Politik der Vereinigten Staaten sein, und die Parteien sollten Werkzeuge zur Gestaltung dieser Politik sein - nicht deren Diktatoren. Und daß eine Partei als Gewinner alles kriegt, wie unter der gegenwärtigen Regierung Bush, das ist falsch. Aber es gibt offensichtlich große moralische und andere Unterschiede zwischen verschiedenen Politikern der Republikanischen Partei, es gibt Abstufungen. Ein großer Teil der amerikanischen Bevölkerung ist an gar keine Partei gebunden... Man muß mit der Frage anfangen: "Was ist das vorrangige Interesse unserer Nation? Was müssen wir im ganzen tun? Was müssen wir in der Welt tun? Was sollte unsere Politik gegenüber der Welt sein?"

Die Wiederkehr des DLC

Ein Demokrat vom "Black Caucus" der afroamerikanischen Mitglieder des Repräsentantenhauses hatte eine Frage zum Demokratischen Führungsrat (DLC), der ganz rechten Lobby innerhalb der Partei. Obwohl der DLC sich längst diskreditiert habe, weil er "zwei Republikanische Parteien" wolle, sei es dem DLC gelungen, seinen Einfluß zurückzugewinnen.

LaRouche: Da sind intern schmutzige Dinge passiert. Sie haben schon angesprochen, was man mit Clinton gemacht hat... Ich habe es persönlich erlebt... Ich kann Ihnen Namen von Demokraten auflisten, die dafür verantwortlich waren. Denken Sie an die Leute, die Clinton zum Rücktritt aufforderten, damit Al Gore Präsident würde. Denken Sie daran, wer das war und was die heute tun.

Die andere Seite ist: Einige der Leute im DLC kommen aus dem Umfeld der organisierten Kriminalität. Andere gehören nominell nicht dazu, müßten aber eigentlich so bezeichnet werden, wie Soros und Rohatyn. Wir haben es also mit einer Mentalität zu tun, wie man sie historisch mit dem organisierten Verbrechen verbindet. Diese Leute machen es in der Demokratischen Partei wie früher ein Mafiapate in New York in seinem Bezirk. Sie drohen. So wie es Rohatyn tut. So wie sich Gore damals in Südostasien zum größten Esel der Welt machte, als er bei einem Besuch den Premier Malaysias bedrohte. Dafür hätte man ihn feuern sollen! Man hätte ihn wegen seines Verhaltens absetzen sollen! Es war eine Schande für die ganze Menschheit...

Da liegt das Problem. Wenn Sie in einem Stadtviertel wohnen und Ihre Familie von der Mafia bedroht wird, wissen Sie, wie diese Leute operieren. Steinhardt, Rohatyn & Co., Soros & Co... Zuckerbrot und Peitsche! "Bist du nett zu mir, bin ich nett zu dir. Wenn nicht, bring ich dich um! Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Ich kann deine Karriere beenden. Ich weiß etwas über dich. Ich kann eine Anklage gegen dich veranlassen. Ich kann ein Absetzungsverfahren veranlassen. Ich weiß etwas über deine Familie. Die Leute von deiner Kirche arbeiten für mich." So geht das.

Man braucht den Mut des Soldaten, um diesen Typen zu widerstehen. Und wenn sie wirklich gegen einen vorgehen, dann trifft man sich am besten mit anderen, denen es genauso geht, und macht einen Schlachtplan. Wir haben es getan! Erinnern Sie sich, was nach der Wahlniederlage 2000 geschah, und dann 2004 wieder? In beiden Fällen habe ich so reagiert. Ende 2000 November setzte ich einiges in Bewegung. Es wurde später zunichtegemacht. Ich warnte vor dem, was dann wirklich eintrat. Ich sagte voraus, daß die Regierung Bush einknicken würde, noch bevor er ins Amt eingeführt wurde, weil Bush dumm ist und der Wirtschaftskollaps schon eingesetzt hatte, und daß man mit etwas ähnlichem rechnen müsse wie 1933 in Deutschland, als Göring den Reichstag anzünden ließ, um eine Lage zu schaffen, in der Hitler diktatorische Vollmachten bekam. Diese diktatorische Macht behielt Hitler bis zu dem Tag, als er sich umbrachte. Auf so etwas, sagte ich, müssen wir gefaßt sein. Dann kam der 11. September [2001].

Wie konnte das geschehen? Glauben Sie, daß das ein paar Araber waren? Oder glauben Sie, es war eher so wie die Ermordung Kennedys oder ähnliches? Oder was vor zwei Wochen in Bombay (Mumbai) geschehen ist. Ein großer Terroranschlag, vielleicht nicht im Umfang, aber von der Art und den Hintermännern her vergleichbar mit dem 11. September in New York. Mumbai war ein globalstrategischer Schritt, ein strategischer Terroranschlag, der sich genauso gegen Rußland und die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit richtete wie gegen Indien. Und es war untrennbar verbunden mit dem, wozu in Südwestasien die Israelis durch die Unterstützung Cheneys und anderer verleitet wurden. Ein strategischer Schachzug!

Wir stehen jetzt am Rande von etwas wie dem Zweiten Weltkrieg, aber in anderer Form und schlimmer! Denn das System ist heute anfälliger als damals. Weltweit breitet sich asymmetrischer Kleinkrieg aus. Wollen Sie das? Das können Sie haben, wenn wir diese Sache in Südwestasien nicht stoppen, und wenn wir Bush und Cheney nicht stoppen. Das geht nicht von den Israelis aus! Die Israelis werden getrieben! Man zwingt sie, das zu tun! Und sie wissen, daß es dumm ist, aber die Vereinigten Staaten stehen hinter ihnen und drängen sie, und das ist der einzige Grund, warum sie es tun. Und das ist natürlich auch der Grund, warum der feige Senat dafür gestimmt hat, zu unterstützen, wozu die Israelis gedrängt werden.

Man muß die Lage verstehen. Man muß wissen, wofür man kämpft, wofür man kämpfen sollte, und muß dafür kämpfen!

Lesen Sie hierzu bitte auch:
Mitschnitt des Internet-Forums - Internetseite der LaRouche-Kampagne
"Warum verhält sich der Kongreß wie eine Herde schreiender Esel?" - Neue Solidarität Nr. 31-32/2006
Die strategische Bedeutung des Anschlags gegen Indien - Neue Solidarität Nr. 30/2006

 

Aktuelle Ausgabe Diese Ausgabe Kernthemen Suchen Abonnieren Leserforum